Branche ohne Rücksicht: Wie nachhaltig ist der Imageverlust von Facebook & Co.?


Kann die Tech-Szene ihren Ansprüchen gerecht werden?, so titelt Roland Lindner seinen Kommentar in der FAZ. Tja, was sind aber die besagten Ansprüche? Die nächsten Quartalsergebnisse erreichen, koste es, was es wolle? Don’t be evil – solange die Zahlen stimmen. Ein bitterer Ausblick:

Es ist daher gut vorstellbar, dass sich der momentane Gegenwind für die Technologiebranche als vorübergehendes Phänomen entpuppt. Vielleicht wird sich die Stimmung an den Finanzmärkten schon in den nächsten Wochen wieder aufhellen, wenn die Unternehmen gute Geschäftszahlen vorlegen. Und am Zukunftspotential der Technologien, die aus dem Silicon Valley kommen, hat sich nichts geändert. Trotzdem sind die Debakel ein Weckruf. Sie haben Sympathien gekostet, die es zurückzugewinnen gilt. Denn sie vermitteln das Bild einer Branche, die ihre Interessen ohne Rücksicht auf Verluste verfolgt.

via Kann die Tech-Szene ihren Ansprüchen gerecht werden?

Es wird spannend sein, wie nachhaltig der Imageverlust der genannten Konzerne ist. Das Netz und die Datenkraken vergessen nicht, wie das aktuelle Beispiel zeigt. Der gemeine Anwender leider schon eher, wie zu befürchten ist. Und Bequemlichkeit siegt im Zweifelsfall, wenn ich google, auf Amazon bestelle, in Facebook netzwerke oder mich am PC von einem Konzern abhängig mache. Und den gemeinsamen politischen Willen, sich als Europa stärker zu emanzipieren, sehe ich bis auf die EU-Datenschutzgrundverordnung derzeit leider nicht.

(Stefan Pfeiffer)

3 Kommentare zu „Branche ohne Rücksicht: Wie nachhaltig ist der Imageverlust von Facebook & Co.?

  1. Ich denke, letztlich wird sich nur wenig ändern. Vielleicht löschen nur 1-2% allerhöchstens Ihren Account. Vielmehr melden sich aber als Karteileichen ab, da Facebook in Deutschland überaltet ist, den Pöbeldemokratien rund um die Welt ein Machtinstrument gegeben hat und lauter Verblendete ständig ihren unbelehrbaren Mist ablassen. Bei mir rangiert Facebook nur noch unter Hatebook. Liest man über Facebook einen FAZ Bericht über Russland, so findet man 50-75% typische Trollprofile. Hatebook kann ich ersetzen, Instagram mag ich wegen der vielen Werbung zwar nicht sonderlich, aber leider gibt es keinen adäquaten Ersatz. Vero ist echt unhandlich, teils peinlich. Ich denke, Facebook und Co haben sehr viel Kredit verspielt. Aber gestern las ich, man empfiehlt den Kommunen Ihre Daten zu verkaufen, die Post hat auch schon riesige Pools an Daten angereicht und verkauft diese. Und nächste Woche kommt der CIO unseres amerikanischen Investors und dann können wir die neueste US Gesetzgebung über Einsicht der Daten (auch Microsoft Cloud betroffen) und deutsche Zurückhaltung mit Daten diskutieren. Insgesamt großes Feld, aber Facebook hat in Deutschland vielmehr verloren, als Ihnen lieb sein kann. Aber misstrauen wir eh nicht aus Natur den Amerikanern (und Chinesen und Russen)?
    Btw. warum kann man die ganzen Welt im Streetview Modus bereisen nur pixelige Deutschland nicht?

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