Lesezeichen zu Microsoft: Mit der Qualität auf Kriegsfuß, aber solange die Geldscheindruckmaschine läuft

Heute im Drogeriemarkt DroNova in Eberstadt gegen Mittag. Ich will meine Waren per EC-Karte bezahlen. Ich schiebe die Karte ins Lesegerät und … der Kassenrechner stürzt ab. Beim Hochfahren sehe ich Windows Update, 30 % installiert. Der Chef in der Filiale sagt, dauert nur 2 Minuten. Na ja, nach zwei weiteren Reboots konnte ich dann doch bezahlen. Auf dem Startbildschirm habe ich Windows 7 Professional gesehen. Zum eingegebenen vierstelligen Passwort sage ich auch besser nichts. Und ja, es ist eine alte Windows-Version. Und ja, ich habe schlechtes Karma. Stimmt alles, aber natürlich hat es mich in meinen sicher nur Vorurteilen bestätigt.

Viel mehr Wasser auf meine Mühlen war jedoch der Beitrag von Michael Spehr in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung unter der Überschrift „Mit der Qualität auf Kriegsfuß“. Michael Spehr rechnet darin massiv mit Microsoft ab. Der gerade allerorts wieder so cool dastehende Konzern spreche viel über Künstliche Intelligenz, fordere mehr Tempo in der Digitalisierung, lobe sich fortwährend selbst, aber:

Über was Microsoft so gut wie nicht mehr spricht: seine beiden Gelddruckmaschinen Windows und Office, das Kerngeschäft des Konzerns. Wie bei Onedrive häufen sich hier die Klagen. Qualitätsprobleme nehmen überhand, jeder Microsoft-Nutzer kann sie Tag für Tag erleben.

Michael Spehr kennt in seinem Beitrag auf die letztjährigen Probleme mit Windows 10 ein, moniert Fehler in Office 365 und kritisiert den neuen Browser Edge. Man spreche zwar über Künstliche Intelligenz, die Anwender sähen davon in Windows 10 und Office aber nichts. Im Bereich Sprachassistenten sei man in Tests als Letztplatzierter herausgegangen. Michael schließt den Beitrag mit folgender Aufforderung:

Bitte weniger von KI reden und erst mal einfachste Hausaufgaben erledigen, möchte man dem Unternehmen entgegenrufen.

Auch Wettbewerbsprobleme oder Verstöße gegen die DSGVO werden gerade in Deutschland wohl nicht wahrgenommen und schaden Microsoft offensichtlich kaum

Meine 2 Cents: Aus eigener Erfahrung kann ich bezüglich der Qualität der Microsoft-Produkte nur am Rande mitreden. Seit Jahren läuft mein Ökosystem stabil auf Apple. Nur mit Microsoft Office habe ich noch zu tun, aber das auch nicht mehr so exzessiv wie früher. Und fairerweise muss ich auch sagen, dass ich damit kaum Probleme habe oder gehabt habe. Jetzt gerade mal mit dem Schlüsselbund nach einem Update.

Viel Schein und noch mehr Scheine

Auch scheint es mir, dass Satya Nadella nach Steve Ballmer – gerade wurde das endgültige Ende von Windows 10 Mobile verkündet – durchaus einen positiven Richtungswechsel bei Microsoft in die Wege geleitet hat. Zumindest macht es nicht nur bei mir diesen Anschein. Und Schein scheint auch das richtige Wort zu sein, wenn man Michaels Artikel liest. Und solange die Geldscheindruckmaschine Windows und Office weiter läuft … Und da scheint sich nichts zu ändern.

Besonders nicht „teutsches Schland“. Microsoft ist in Unternehmen und meist auch privat gesetzt. Auch wird Microsoft in der öffentlichen Wahrnehmung nicht in einer Kategorie mit Datenkraken und Monopolisten wie Facebook, Amazon oder Google genannt, obwohl die Dominanz von Windows und Office durchaus ungesund ist. Also kein Ende der Dominanz in Sicht, auch weil die EU oder die deutsche Regierung und Verwaltung nicht willens zu sein scheinen, sich auf Basis Open Source stärker gegenüber den US-Konzeren zu emanzipieren. Wir nehmen weiter in Kauf eine digitale Kolonie der USA zu bleiben.

(Stefan Pfeiffer)

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