Soma Bay: Es ist auch Deine Umwelt und Dein Strand

Ich hatte gerade eine schöne Urlaubswoche. Sonne und (für mich zu) viel Wind in Soma Bay, Ägypten, in der Nähe von Hurghada. Die Bucht und der Strand sind ein Paradies. Gerne schnorchle ich zu den diversen Riffen, die noch eine wunderbare Unterwasserwelt mit Korallen und vielen bunten Fischen offenbaren. Erstmals habe ich in diesem Jahr in Soma Bay eine Wasserschildkröte unter mir gesehen, ein weiteres unvergessliches Erlebnis.

Leider aber wurde mein Vergnügen während dieses Besuches besonders getrübt. Der Grund: Plastik. Clubs und Hotels in der Bucht wie der Robinson oder das Breakers versuchen möglichst umweltbewusst zu wirtschaften und haben deshalb auch teilweise Auszeichnungen bekommen. Doch es bleibt die Pest Plastikflaschen, – becher und -reste. Beim täglichen Spaziergang am Strand kann man alle fünf bis zehn Meter Plastik auflesen.

Meist sind es die Plastikversiegelungen der Wasserflaschen, die entfernt und einfach am Strand achtlos weggeworfen werden. Verantwortlich dafür sind wohl die Touristen, die beim Gehen am Strand die Versiegelungen einfach fallen lassen. Warum es diesen Verschluss noch zusätzlich gibt, ist mir eh ein Rätsel. Die Plastikflaschen sind neben dem normale Drehverschluss nochmals versiegelt. Der Versuch, im Robinson Club nur Glasflaschen zu verwenden, wurde übrigens vor Jahren eingestellt.

Neben diesen Verschlüssen findet man zu hauf auch Plastikbecher, die scheinbar von den Tauch- und Partybooten herunter geweht werden und ans Land treiben. All das sammelt beispielsweise meine Frau beim Spaziergang immer wieder ein und wirft den Müll in die entsprechenden Mülleimer, die unterdessen in Abständen am Strand der Lagune stehen.

Den negativen Höhepunkt des diesjährigen Urlaubs war aber folgendes Erlebnis: Beim Spaziergang sahen wir am Sheraton wie rund 10 bis 15 ägyptische Arbeiter eine Dekorationswand aufbauten. Auf dem Rückweg beobachtete ich, wie einige von ihnen Pause machten. Am kommenden Tag hatten wir dann an besagter Stelle folgendes Bild:

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Essensverpackungen und große 1,5 Literflaschen lagen am Strand herum. Der Versuch, das Sheraton darauf per E-Mail aufmerksam zu machen, scheiterte. Auf dem Web war keine Kontaktadresse zu finden. Eine Bekannte und andere Touristen haben dann wohl die Reste entsorgt.

Touristen gehen sorglos mit der Umwelt um und hinterlassen den für Mensch und insbesondere Tiere schädlichen Müll am Strand. Schlimm. Vielen Einheimischen fehlt jedoch ganz offensichtlich komplett das Bewusstsein, für diese Art der Umweltverschmutzung. Ich erinnere mich mit einem Schmunzeln an die regelmäßig stattfindende Einsammelaktion von Müll der Angestellten des Robinson Clubs. Sie gehen dann an den Strand und über das Clubgelände und beseitigen Müll. Ein Angestellter, den ich beobachtete, ging in einem unbeobachteten Moment zu einem der Mülleimer, leerte den in seine Sammeltüte und ging dann stolz mit dem „Ergebnis“ seiner Sammlertätigkeit zurück …

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Es geht hier nicht darum, mit den Zeigefinger auf die Ägypter zu zeigen, obwohl ganz sicher Aufklärung auf breiter Front not tut. Auch die Touristen – man lesen oben – sind Umweltsünder. Gefragt sind meiner Meinung nach aber besonders die Hotels, die ihre Angestellten informieren und anhalten sollten, die Umwelt nicht zu verschmutzen. Und zur Umwelt zählt eben auch der 10 oder 20 Meter Nachbarstrand, der nicht zum Hotel gehört.

Ich bewundere hier immer wieder meine Frau und andere aktive Umweltschützer, die trotz solcher Frusterlebnisse jeden Tag unverdrossen die Reste einsammeln. Und ich versuche auch mich zu motivieren. Wir dürfen wohl alle hier nicht in  Argumentationsstränge verfallen, dass persönliches, lokales oder nationales Handeln nichts bringt, Umweltprobleme nur global zu lösen seien. [Unwillkürlich muss ich an Diskussionssendungen mit dem herrlichen Herrn FDP-Lindner denken, der von „Klimanationalisten“ sprach.] Ich befürchte, jedes Stückchen aktives Umwelt schützen muss und sollte sein, auch wenn es manchmal angesichts der mehrheitlichen Gedankenlosigkeit sehr, sehr schwer fällt.

(Stefan Pfeffer)

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