#Hartaberfair: Rechter Kommunikationsspezialist führt Plasberg & Co vor – Über mehr oder weniger subtile Sprachmanipulationen und #HateSpeech

Am Dienstag (2. Juli 2019) haben wir uns den Film Nacht über Berlin angesehen. Es geht um den gemäßigter, jüdischen SPD-Reichtstagsabgeordneten Albert Goldmann und die Sängerin und Nachtclubbesitzerin Henny Dallgow und deren Erlebnisse in der Weimarer Republik zur Machtübernahme durch die Nazis. Bedrückende Bilder von SA-Schlägertrupps,  verbale Entgleisungen und Beschimpfungen, einem schweigenden Bürgertum und erfolgreichen Aufstieg der Nazis. Dazu gehörte vor allem auch die sprachliche Vorbereitung und von Goebbels gesteuerte Propaganda, in den damaligen Medien. Über Vorurteile und Feindbilder wurde damals die Öffentlichkeit erfolgreich manipuliert.

afd_goebbels
„Nur wer die Probleme auf die einfachste Formel bringen kann und den Mut hat, sie auch gegen die Einsprüche der Intellektuellen ewig in dieser vereinfachten Form zu wiederholen, der wird auf die Dauer zu grundlegenden Erfolgen in der Beeinflussung der öffentlichen Meinung kommen.“ (Joseph Goebbels); Montage und Text: Ruhrbarone; Foto: Bundesarchiv, Bild 102-17049 / Georg Pahl / CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons

Tags zuvor (1. Juli 2019) habe ich per Zufall zu Hart aber fair geschaltet, wo AfD-Mitglied und ehemaliger Soldat Uwe Junge zu einer Diskussion unter Moderation von Frank Plassberg eingeladen war. Es war unsäglich, wie sich Junge dort produzieren durfte und die verbalen Ausfälle seiner Parteifreunde und daraus resultierende Hasstiraden bagatellisieren konnte. Durch subtile sprachliche Manipulationen, die Junge „gelernt“ hat, und Hassreden* gerade auch in den sozialen Netzwerken verroht das Diskussionsklima weiter und es wird Gewalttätigkeit enorm angeheizt. Dafür sind die entsprechenden Autoren verantwortlich und man kann das eben nicht einfach mal wegdiskutieren und -interpretieren, wie es Junge versucht hat.

Der Weg von solchen verbaler Gewalttätigkeit zu realer Gewalt und Schlägertrupps ist nicht weit. Genau das hatten wir in Weimar schon einmal. Ein weiterer „Höhepunkt“ war dann noch, wie er sich als als Freund von Polizei und Bundeswehr produzierte. Die seien nun einmal bürgerlich konservativ, so, wie er sich zu präsentieren suchte. Wahrlich ein Trauerspiel, dass die anwesenden anderen Diskutanten und auch der eher zu faire, denn harte Frank Plasberg dem Kommunikationsexperten Junge – siehe unten – wenig entgegen halten konnten. Zur Analyse seit der Spiegel-Artikel von Arno Frank empfohlen. Oder auch:

Frank Plasberg scheiterte an diesem Gast, er musste scheitern, weil sein Fokus auf fair, nicht auf hart lag.

über Es gibt keinen echten Dialog mit Rechtsextremen – SZ Magazin

Hier ein interessanter Twitter-Thread, in dem Daniel Lücking die Person Uwe Junge und seine „Kompetenzen“ darlegt. Unbedingt den Tweetverlauf lesen. Sehr erhellend. Danke an Simon Hurtz auf Piqd.

Daniel_Lücking_auf_Twitter___Nachklapp_zu__hartaberfair_im__DasErste__Es_ist_nicht_zu_rechtfertigen__was_Junge_unwidersprochen_äußern_durfte__Besonders__weil_die_Redaktion_nachlässig_recherchiert_hat___wesentliche_Ansatzpunkte_nicht_nutzte_.png

* Mit Hate Speech ist vor allem vorurteilsgeleitete abwertende Sprache gemeint, aus:

(Stefan Pfeiffer)

 

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