comment 0

Die Umweltkatastrophe kann überall in Deutschland passieren – Hilfe für die Winzer an der Ahr

Die Bilder von der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und in Nordrhein-Westfalen, in anderen Bundesländern und benachbarten Ländern zeigen eine Naturkatastrophe, Bilder von Verwüstung und Zerstörung. Die Zahl der Toten erschüttert. Besonders betroffen machen mich die Bilder von der Ahr. Sie habe ich mit meiner Frau, Freunden und Familie zweimal besucht und wir haben die Zeit dort genossen. Wir haben in Dernau im Hofgarten von Meyer-Mäkel gesessen, den Regierungsbunker und die römischen Ruinen besucht, sind auf den Spuren von Weindetektiv und Starkoch Eichendorff gewandelt, kurz, haben Land und Leute, Landschaft, Essen und Trinken in vollen Zügen genossen. Wenn ich mir die Fotos anschaue und die Bilder sehe, die jetzt durch Netz und Medien gehen, bin ich schockiert und die Gedanken, sind bei denen, die materielle Verluste oder gar geliebte Menschen verloren oder im Krankenhaus haben.

Doch machen wir uns nichts vor. Diese Katastrophe ist nicht aus heiterem Himmel unerwartet gekommen, wie ein gewisser Ministerpräsident behauptet. Sie war sogar in Deutschland zu erwarten. Meteorologen haben Tage vorher gewarnt. Solche Naturkatastrophen können überall in Deutschland geschehen. Es kann ein Bach, ein Fluss sein, der aufgrund von Starkregen aus seinem Bett tritt und die Umgebung überflutet. Wir hatten das auch schon in meinem Wohnort in nur 100 Meter Entfernung, gottseidank nicht mit solchen Konsequenzen für Leib und Leben. Wir erleben Tornados und Hitzeperioden in Deutschland und anderen Teilen der Welt. Auch unser Dach wurde schon einmal in einem Sturm mit entsprechenden Konsequenzen beschädigt.

Die Bilder sind von 2016 rund 100 Meter von unserer Wohnung entfernt.
Read More
comment 0

Digitalabgabe, Community-Journalismus, Fake News und lahmgelegte Kreisverwaltung bei #9vor9

Kurz vor der Sommerpause, die wir wie viele andere prominentere Talkshows einlegen, haben Lars und ich heute einen bunten Strauss an Themen behandelt. Nachgelegt zum Thema Cybersecurity – man erinnere sich an die vorhergehende Sendung – haben wir mit Katastrophenfall ausgelöst durch einen Hackerangriff im Landkreis Anhalt-Bitterfeld. Dort musste die Verwaltung ihre Arbeit weitgehend einstellen. Das Thema Sicherheit bleibt … sicher und wird uns alle beschäftigen, vor allem, wo gerade auch die öffentliche Verwaltung nicht gerade die besten Noten in puncto Security ausgestellt bekommt.

Das Thema Community-Journalismus brachte dann Lars auf die Agenda. Anlass ist die Etablierung des Begriffs durch den Medienjournalisten Peter Turi, der in einem Artikel und einer Podcast-Episode das Thema erklärt.

Was ist Community-Journalismus, und wie unterscheidet er sich vom traditionellen Journalismus? Ziel des Community-Journalismus ist es, eine klar definierten Zielgruppe dauerhaft mit nachhaltigen Angeboten zu informieren, inspirieren und zur Kommunikation zu verleiten. Im Community-Journalismus, wie wir bei turi2 ihn verstehen, sind alle nicht nachhaltigen und exkludierenden Methoden verboten – vor allem Clickbaiting und Paid-Content-Teasing. Das heißt: Wir locken niemanden mit übergeigten Überschriften, wir lehnen jede Form von Clickbaiting ab, wir emotionalisieren nicht, wir erklären niemandem, wie er die Welt zu sehen hat, wir legen keine Inhalte hinter Bezahlschranken, wir drängen niemanden, Abos abzuschließen, uns Geld oder Daten zu spenden.

Die Journalistin* der Zukunft baut der Community eine Bühne (* Männer sind mitgemeint) – Peter Turi in Der Journalist
Read More
comment 0

Cybersecurity ist Toppriorität – in Unternehmen, Behörden, für die Infrastruktur, im Homeoffice und privat – Unser Thema bei #9vor9

Hackerangriffe und Cyberattacken, das war heute ein zentrales Thema bei #9vor9 mit der Stammbesatzung Lars und Stefan. Man kommt an dem Thema einfach nicht mehr vorbei, nicht nur wegen der aktuellen Angriffe der russischsprachigen Hackergruppe REvil, die in die Systeme des amerikanischen IT-Dienstleisters Kaseya  eingedrungen ist und wohl über deren Fernwartungssoftware dann eine Schadprogramme an wohl mehrere hundert Unternehmen in den USA und Europa verteilt hat. Daten wurden verschlüsselt und können nur von den Hackern – natürlich gegen Lösegeld – wieder entschlüsselt und damit nutzbar gemacht werden.

Es scheint, dass die Methoden immer perfider werden und es ist ja auch nicht das erste Mal, dass professionelle Software-Produkte infiziert werden und über diese Hintertür in Unternehmensnetzwerke eingedrungen wird. Und jeder sei vor dem Satz gewarnt „Uns kann das nicht passieren“. Hochmut kommt vor einem potentiellen Sicherheitsvorfall mit entsprechenden Lösegeldforderungen. In den vergangenen Monaten haben wir erlebt, dass auch IT-Unternehmen wie die Software AG, denen man IT-Expertise bestimmt nicht absprechen kann, befallen werden können.

Und vergessen wir nicht die Meldungen über veraltete Windows-Server, die noch immer im Einsatz sind, oder Server und Clients, die nicht die neuesten Patches eingespielt haben. Auf Millionen Rechnern ist noch Windows 7 installiert und und sie sind eine Sicherheitslücke. Diese Microsoft-Probleme existieren schon seit Jahren immer wieder, beispielsweise vor kurzem beim E-Mail-Dienst Microsoft Exchange. Und sie betreffen Unternehmen, Privatpersonen und unsere Infrastruktur.

Read More
comment 0

Hybride Veranstaltungen sind die Zukunft, so Florian Schnurer von Paul Events bei #9vor9

Eigentlich kann ich das Wort hybrid kaum noch hören. Alles ist seit geraumer Zeit hybrid beziehungsweise wird hoffentlich hybrid sein. Die Cloud, die hybride Arbeit mal daheim, mal im Büro. Und jetzt sind auch noch Veranstaltungen hybrid und werden es voraussichtlich bleiben. Das ist zumindest eine Quintessenz aus dem Gespräch, das Lars und ich mit Florian Schnurer von Paul Events bei #9vor9 geführt haben.

Kaum eine Branche hat es so hart getroffen, wie die Messe- und Eventbranche. Von einem Tag auf den anderen ist das gesamte Geschäft weg gebrochen. Wie Paul Events diese Krise gemanagt hat, ohne Leute entlassen zu müssen, berichtet Florian in diesem Gespräch. Profitiert hat Paul Events dabei durchaus von Projekten, die wir gemeinsam gestemmt haben: das IBM Livestudio auf der EuroCIS 2019 oder die Präsenz von Acoustic auf der dmexco im gleichen Jahr. Auf beiden Messen haben wir die Präsenz vor Ort mit Messestand ins Netz durch Liveinterviews und -streams verlängert.

Wir wünschen Florian und seinem Team, dass es jetzt wirklich wieder aufwärts geht und im Herbst Veranstaltungen durchgeführt werden können und nicht von der Delta-Variante verhindert werden. Gut vorbereitet sind Paul Events auch in und für die Pandemiezeit. Der Schnelltest-Bus, den man entwickelt hat, ist nur ein Beispiel dafür. Hygienekonzepte wurden schon lange ausgearbeitet und können genutzt werden. Doch ist die Eventbranche offensichtlich keine UEFA mit entsprechender Lobby zu sein und hat es deutlich schwerer, Veranstaltungen genehmigt zu bekommen …


#9vor9 – Digitalthemen der Woche erscheinen auch immer als Podcast unter https://9vor9.podigee.io/ und sind natürlich über die gängigen Podcast-Plattformen abrufbar.
comment 0

Die CovPass-App: Der digitale Impfnachweis im Einsatz – Mein Gespräch mit Ronald Fritz von der IBM

Heute hatte ich die Chance, im IBM Livestudio Magazin mit Ronald Fritz zu sprechen. Ronald verantwortet bei der IBM in der DACH-Region die Health-Lösungen, darunter auch die neue CovPass-App, die seit rund zwei Wochen „in Betrieb“ ist. Er stellte vor zwei Wochen auf dem Podium der Bundespressekonferenz zusammen mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Präsident Lothar Wieler die App vor. Über 40 Millionen Impfzertifikate sind unterdessen bereits ausgestellt worden und mittlerweile läuft alles reibungslos. Das Projekt wurde unter höchstem Zeitdruck umgesetzt, denn vor der Reisezeit sollte eine Lösung vorhanden sein, damit die Bürgerinnen und Bürger mit einem sichereren Gefühl in den Sommerurlaub gehen können.

Das konnte nur durch die gute Zusammenarbeit der beteiligten Partner geleistet werde. Die Anwendung des Unternehmens UBIRCH stand bereits zur Verfügung. Mit IBM war dann auch der Partner gefunden, der für die nötige Skalierung dieser Lösung sorgen konnte. govdigital und Bechtle arbeiten in der technische Umsetzung und im Support mit. Ronald und sein Team konnten in dem Projekt, auf ihre langjährigen Erfahrungen im Gesundheitswesen mit der elektronischen Gesundheitsakte, der elektronischen Patientenakte oder auch mit der IBM Gesundheitsplattform in das Projekt einbringen, was sicherlich zur schnellen Umsetzung beigetragen hat. Eine sicherlich nicht ganz einfache Aufgabe, dem föderal organisierten deutschen Gesundheitssystem mit einer Vielzahl von Playern.

Der jetzige digitale Impfnachweis wurde spezifisch für die Covid-Impfung entwickelt und ist sowohl in die Corona Warn-App integriert und es gibt mit der CovPass-App eine dedizierte Extra-App für den Impfnachweis. Doch wie Ronald darlegt gibt es weitergehende Pläne. Von Anfang an war ein generischer digitaler Impfpass mit gedacht, der in die elektronische Patientenakte eingebettet sein soll. Die nächste Ausbaustufe ist also, dass das bekannte gelbe Impfbuch 2022 komplett in die ePA integriert wird. Auch gibt es bereits Anfragen für weitere mögliche Einsatzgebiete in anderen Umgebungen. Man denke an all die Branchen, die in Pandemiezeiten Einlasskontrollen durchführen müssen.

Unterdessen wird der digitale Impfnachweis in der Arztpraxis oder in einem Impfzentrum generiert. Nach Eingabe oder Übernahme der Daten wird ein 2D-Barcode erstellt, den die Nutzer auf einem Papierausdruck mitbekommen und später mit der CovPass-App oder der Corona-Warn-App einscannen und nutzen können. Die App speichert die Impfbescheinigung dann ausschließlich lokal auf dem Smartphone.

Die Bürgerinnen und Bürger können die CovPass-App in den entsprechenden App Stores herunterladen. Zugleich erfolgte ein Update der Corona-Warn-App, die ebenfalls die Möglichkeit des Einscannens und Verwaltens der digitalen Impfzertifikate bietet.

Alle, die bereits geimpft wurden, können sich den QR-Code auch nachträglich ausstellen lassen. Wenn sie in einem Impfzentrum geimpft wurden, bekommen sie den QR-Code in der überwiegenden Zahl der Bundesländer per Post nachgeschickt oder sie erhalten ihn durch Online-Portale. Ergänzend können auch Apothekerinnen und Apotheker sowie Ärztinnen und Ärzte nachträglich Impfnachweise ausstellen. Und hier findet man weitere Informationen zur CovPass-App

comment 0

So von wegen Besserstellungsverbot: Deutschland auf Platz 25 gefallen – Dramatische Lesung zum Stand unserer Digitalisierung bei #9vor9

Er hat es dann doch nicht getan, der Lars Basche, und hat keine dramatische Lesung des Partei- oder Wahlprogramms der CDU/CSU vorgenommen. Ich überlege noch, eine entsprechende Petition zu starten, damit er zu dieser Lesung gezw…, äh überredet wird. Das ist ein wirklich guter Plan für Deutschland, wie ich finde. Wir sind doch wieder bei einem hier schon oft diskutierten Thema gelandet. FDP und CDU fordern ein Digitalministerium, Olaf Scholz will die Kompetenz im Kanzleramt verankern und Robert Habeck will – so ein Bericht des Handelsblatts (€€) – die Richtlinienkompetenz in einem bestehenden Ministerium bündeln. Kanzlerkandidat Laschet jedenfalls träumt vom starken Digitalministerium mit einem App-Store für Verwaltung, in dem digitale Lösungen ausgetauscht werden.

Hehre Worte und Versprechen, aber das hatten wir doch schon einmal: Ein gewisser Peter Altmaier, damals noch Kanzleramtsminister, sagte 2017, dass Deutschlands Verwaltung bis 2021 komplett digital sei. Er sei bereit, zwölf Flaschen guten Grauburgunder darauf zu verwetten, dass dies klappe. Die Flaschen nehmen Lars und ich gerne entgegen, denn ganz so gut ist es dann doch nicht gekommen, wie wir alle wissen. Eher sogar schlimmer, scheint es, denn Deutschland ist im internationalen E-Government-Vergleich auf Platz 25 abgefallen, berichtet t3n. Man ist innerhalb von nur 2 Jahren um 13 Plätze abgefallen. Die Dänen liegen übrigens auf Platz 1. Zu den typisch deutschen Entscheidungsprozessen möchte ich nochmals auf diesen Artikel und die Grafik des Normenkontrollrats verweisen.

Und ich muss unserem Lars noch ein zusätzliches Lob aussprechen. Während ich nur die Zusammenfassung des Papers, was die Landesverwaltung Hessen aus der Corona-Pandemie gelernt hat, gelesen habe, ist er in die intellektuellen Tiefen des entsprechenden Papiers abgetaucht und hat dort bahnbrechende Vorschläge gefunden. Unter anderem hat er dort die Forderung nach schnellem Internet – an jeder Milchkanne?? – gefunden. Endlich hat es jemand nieder geschrieben!

Es ist schwer, zu diesem Thema nicht sarkastisch oder frustriert zu werden. Und damit haben sicher gerade diejenigen zu kämpfen, die Dinge in diesem Land verändern sollen und wollen. Im Interview mit der Wirtschaftswoche hört man solchen Frust auch beim Chef der Chef der Agentur für Sprunginnovationen, dem geschätzte Rafael Laguna, heraus:

Read More
comment 0

Mitarbeiter an der Leine führen? Homeoffice und mobiles Arbeiten bei #9vor9 mit Birgit und Ole Wintermann

Zu Gast bei #9vor9 bei Dachdecker Lars und mir waren diesmal Birgit und Ole Wintermann von der Bertelsmann Stiftung zu unserem gemeinsamen Thema Homeoffice beziehungsweise mobiles Arbeiten. Und in den 25 Minuten unseres Gespräches haben wir die Befürchtung diskutiert, dass gar manche Führungskraft oder gar manche Personalabteilung gerne wieder den Geist in die Flasche, sprich die Mitarbeiter:innen ins Büro befehlen würden. Wird das so kommen?

Entsprechende Initiativen und Statements sind auf jeden Fall an verschiedenen Stellen nachzulesen. Die Erfahrungen der vergangenen Monate werden hier und da ignoriert. Statt aus den Homeoffice-Zeiten in der Pandemie zu lernen und neue, hybride Arbeitsmodelle zu entwickeln wird versucht, einen Status Quo von gestern zurück zu holen, so oft der Eindruck.

Ole hat es schön auf den Punkt gebracht: Bei den Betrachtungen sollte man sich auf die Beschäftigten konzentrieren, was die wollen, um so das Beste für das Unternehmen und die Mitarbeiter:innen heraus zu holen. Genau die Studien, die darauf ihren Fokus legten, solle man sich zu Gemüte führen, statt die oft aus reiner Arbeitnehmer- oder Arbeitgebersicht verfassten Berichte zu Rate zu ziehen. An dieser Stelle seien beispielsweise die Studien der Initiative D21, von Bitkom oder auch von der Bertelsmann Stiftung zur Zukunft der Arbeit genannt und verlinkt.

Read More
comment 0

Am 15. Juni 2021: Der erste in Deutschland kommerziell nutzbare Quantencomputer geht „in Produktion“

Es gibt Momente, in denen man stolz ist für seine Firma zu arbeiten. Ein solcher Moment ist kommende Woche. Am 15. Juni wird um 14 Uhr in Anwesenheit der Kanzlerin Angela Merkel, von Winfried Kretschmann, dem Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, IBM CEO Arvind Krishna, Professor Reimund Neugebauer, dem Präsidenten der Fraunhofer-Gesellschaft – dem Kooperationspartner der IBM – und weiterer politischer und wirtschaftlicher Prominenz der erste kommerziell in Deutschland nutzbare Quantencomputer „scharf“ geschaltet.

Mit meinem Kollegen Mark Mattingly-Scott, IBM Quantum, Ambassador Leader EMEA & AP, habe ich mich über die Historie und die Bedeutung unterhalten. Er ordnet diese Eröffnung als historischen Moment für die technologische Entwicklung in Deutschland und im Ländle ein: „Wir sprechen bei Quantum Computing von der nächsten industriellen Revolution und hier ist es eminent wichtig für den Wirtschaftsstandort, dass Deutschland eine führende Rolle spielt.“ Wer Lust hat, kann am 15. Juni um 14 Uhr live dabei sein. Anmelden kann man sich unter ibm.biz/quantumlaunch.

comment 0

Das Digitalthema bei #9vor9: Mediennutzung in Deutschland – Facebook und Insta verlieren „die Jungen“!??

Diese Woche gab es ein #9vor9 „nur“ mit Lars und mir und wir haben uns unserem Steckenpferd Medien und Social Media gewidmet. Lars hat die Mediengewichtungsstudie (was für ein schönes deutsches Wort!) der Medienanstalten mitgebracht. Bei dieser repräsentativen Befragung geht es um „das Gewicht der Mediengattungen Fernsehen, Hörfunk, Tageszeitungen, Zeitschriften und Internet für die Meinungsbildung der Bevölkerung“. Wir schauen uns die teilweise überraschenden, Ergebnisse etwas genauer an und sprechen darüber, ob eine solche Befragung und vor allem die Unterscheidung in Fernsehen, Radio, Zeitung, Zeitschrift und Internet noch zeitgemäß ist in digitalen Zeiten von Videostreaming, Podcasts und digitalen Newsangeboten.


Einige Kernbefunde der aktuellen Erhebung: In der Pandemie ist die Mediennutzung auf Rekordwerte gestiegen. 90 Prozent der Deutschen informieren sich im TV, Internet, Radio, in Tageszeitungen oder in Zeitschriften über das Zeitgeschehen. Fernsehen und Radio liegen noch immer vorne: 59% der Personen ab 14 Jahren nutzen die Kanäle täglich. Subjektiv wird nach der Erhebung immer noch dem Fernsehen als Quelle zur Meinungsbildung hohe Bedeutung zugemessen, aber die das Internet holt kontinuierlich auf. Überraschend für uns: Lokal liegen Internet und Radio in der Informationsnutzung vor der gedruckten Tageszeitung. Dagegen weniger ein Eye Opener: „Die Jungen“ sind im Netz und bei ihnen liegt das Meinungsbildungsgewicht des Internet fast doppelt so hoch wie das des Rundfunks insgesamt.

Ergänzend dazu bin ich auf Daten des Social Media Atlas 2021 gestoßen. Die Marketingbörse titelt „Facebook und Instagram verlieren die Jugend„. Ganz so dramatisch sehe ich es nicht, denn noch immer verwenden 32 Prozent der zwischen 16- und 19-Jährigen Facebook, ein Verlust von vier Porzentpunkten. In der Breite sind es es sechs von zehn deutschen Internetnutzern. Wird also Facebook zum Internet der Alten? Das Zuckerberg-Netzwerk ist nach Social Media Atlas im „Mittelalter“ (30-39 Jahre) besonders beliebt.

Aber der liebe Mark hat ja auch noch Insta – und da steppt ja sicher der Bär. Nicht mehr so dolle, findet der Social Media Atlas heraus. Die Nutzung stiegt generell, sechs Prozent mehr Anwender wie im vergangenen Jahr, aber … Instagram verliert bei den Jüngeren. Letztes Jahr waren es noch 91 Prozent der 16- bis 19-Jährigen. Jetzt sind es „nur noch“ 80 Prozent. Interessante Trends auf jeden Fall.

Zum Abschluss von #9vor9 werfen wir noch einen Blick auf Twitter, wo sich eine Menge zu tun scheint. Die erste „Abo-Version“ von Twitter namens Twitter Blue scheint im Anmarsch zu sein. Simon und Martin haben es sehr schön in ihrem Social Media Watchblog Briefing #725 zusammengefasst (zahlungspflichtig). Auch uns – Lars und mich – konnten die angekündigten Funktionen in unserem Lieblingsnetzwerk nicht vollends überzeugen. Ich bin sehr stark bei Simon und Martin: Bookmarks nutze ich in Twitter nicht. Interessante Tweets landen in Feedly. Und auch ich vermisse Nuzzel. Die von den beiden angeregten Funktionen vom echten Edit-Button bis zu besserer Listenverwaltung kann ich auch unterschreiben.

Dann bis kommende Woche!


#9vor9 – Digitalthemen der Woche erscheinen auch immer als Podcast unter https://9vor9.podigee.io/ und sind natürlich über die gängigen Podcast-Plattformen abrufbar.
comment 0

Organisationen dezentralisieren, Technologie als „Enabler“ – #9vor9 mit Silke Hermann

Zu Gast bei #9vor9 war in dieser Woche Silke Hermann, meine – ja man liest richtig – Schulkameradin, die eine beachtlichen Weg als Unternehmerin und Denkerin hingelegt hat. Das Wort quer mag man nicht mehr benutzen, obwohl es bei Silke inhaltlich angebracht wäre. Wir – Lars Basche und ich – haben uns über mögliche Organisationsformen für Unternehmen unterhalten, die von den üblichen Command & Control-Mechanismen abweichen. Hier unser Gespräch:

Als Beispiel für eine mögliche andere Art der Organisation führt Silke dabei die niederländische Pflegeorganisation Buurtzorg* und der Vordenker Jos de Blok an. In einer Wabenstruktur möglichst autonomer Teams will man höhere Qualität in der Pflege, bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten und wirtschaftlicher arbeiten umsetzen – und das scheint zu gelingen.

Technologie, die von Buurtzorg entwickelte Software für Pflegekräfte, – und hier ist die Brücke zu #9vor9 mit dem Digitalthema der Woche – spielt dabei eine wichtige Rolle, damit weniger bürokratisch gearbeitet werden kann und alle Beteiligten immer auf dem aktuellsten Stand des Pflegeprozesses sind. Jede:r Pfleger:in ist – so ist beispielsweise hier nachzulesen – mit einem Tablet ausgestattet. Aktuellste Information, Zusammenarbeit, Kommunikation und Teamarbeit spielen eine zentrale Rolle für den Erfolg von Buurtzorg und natürlich eine Qualität, die die zu Pflegenden allem Vernehmen nach zufrieden stellt. „Damit werden fernab von der technikzentrierten Debatte des Digitalisierungs-Hypes neue Standards in der Technologienutzung im Sinne sozialer Innovation gesetzt“, so Gerlinde Hauer in ihrem Blogbeitrag.

Natürlich stellt sich die Frage, ob solche durch Kollaborationstechnologien unterstützten Organisationsformen auch generell in der Wirtschaft und – ich bin mal ganz vermessen – in der Verwaltung funktionieren könnten. Silke plädiert auf jeden Fall dafür und arbeitet mit Niels Pfläging in der Red42 GmbH dahin gehend: „Wir entwickeln Lösungen, um Organisationen sinnvoll zu dezentralisieren, stark für den Umgang mit Komplexität zu machen und die Menschen in der Organisation dabei niemals als Ressource, sondern erwachsene Partner und Mitgestalter zu sehen.“

Wir haben uns in der Diskussion auch einen Schlenker zum Thema Agile geleistet. Ich musste danach an mein Gespräch mit Anna Roizman, Mrs. Agile@Porsche, und Cihan Sügür von Porsche denken, die beide für mich beispielhaft die helle Seite von Agile stehen. Wie sagte Anna so schön: „Seid mutig, traut Euch, glaubt an Euren Weg. Mein Appell an die Führungskräfte wäre: Habt Vertrauen, dass eure Mitarbeiter das Richtige richtig tun.“ Nur wird genau diese Form oft nicht gelebt und Standups werden nicht dazu benutzt, über den Status zu informieren und zu helfen, sondern dienen dazu, zu kontrollieren, zu knechten, zu schnellerer „Produktion“ anzutreiben.

Nochmals herzlichen Dank an Silke für das Gespräch, das wir gerne bei Gelegenheit fortführen.


#9vor9 – Digitalthemen der Woche erscheinen auch immer als Podcast unter https://9vor9.podigee.io/ und sind natürlich über die gängigen Podcast-Plattformen abrufbar.

Bild von Pexels auf Pixabay