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Unsere scheinbare oder offensichtliche Unfähigkeit zur Digitalisierung in Deutschland dokumentiert in einigen Tweets – und meine 2 Cents dazu

Mir sind in den vergangenen Wochen verschiedene Tweets und Berichte aufgefallen, die sehr kritisch zum Thema Digitalisierung in der öffentlichen Verwaltung Stellung nehmen. Viele Tweets und dahinter liegende Berichte frustrieren einfach nur. Und sie schreien sicher nach tiefergehenden Analysen und vor allem Umsetzungsvorschlägen, wie wir Digitalisierung vorantreiben. Nicht zur Demotivation, sondern einfach als Stoffsammlung zur Diskussion.

Der von mir sehr geschätzte Rafael Laguna de Verra wird wie folgt zu bestehenden Gesetzen und Vorgaben zitiert: Sie behindern, blockieren oft den digitalen Fortschritt. Sind sie vielleicht in dieser Zeit überholt und müssten dringend modernisiert werden?

Handelsblatt und heise online berichten über das Gutachten des Wissenschaftliche Beirat des Wirtschaftsministeriums: eine schonungslose Analyse des Versagens. Der gesamte Bericht kann hier heruntergeladen werden:

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Der Lars flauscht mit Twitter und der Stefan grantelt über Digitalisierung in Deutschland – #9vor9 – Die Digitalthemen der Woche

Heute (am 20.4.2021) bei #9vor9 der flauschige Lars Basche und der grantige Stefan Pfeiffer mit den Themen Weiterentwicklung von Twitter und dem Digitalisierungsdrama in Deutschland – und das im hoffentlich funktionierendem neuen Design*. Lars hat einen Blick auf seine Heimat in den sozialen Medien, auf Twitter geworfen, und einige der geplanten technischen Verbesserungen von Audio à la Clubhouse über Communities und Newsletter bis zur Monetarisierung über Superfollower vorgestellt. Weitere finden sich hier hinter der Paywall im Social Media Watchblog.

Mich treiben dabei primär zwei Gedanken um: Was passiert mit den Videofunktionen von Twitter, die bisher über Periscope zur Verfügung stehen und die wir ja auch für #9vor9 nutzen. Und werde ich auch meine letzte Heimat in den sozialen Medien durch die anstehende Monetarisierung potentiell verlieren? Twitter beziehungsweise eine durchaus von mir selbst gebaute Blase – aktiv folge ich über eine Twitter-Liste den Leuten, die ich schätze – ist nachdem ich Facebook mehr oder weniger verlassen habe und mir LinkedIn zu viel reines Business und Promotions und deutlich zu wenige Inhalte und Diskussionen bietet (nur meine Erfahrungen, der Klaus sieht das anders) der Ort, an dem ich mich noch immer täglich aktiv austausche. Wäre schade. Und kleiner Scherz am Rande: Nein, wir planen noch nicht, #9vor9 auf Twitter kostenpflichtig zu machen.

Nach unserem Gespräch habe ich dann den Tweet von Michael Kroker zu 15 Jahre Twitter und die Infografik gefunden, die ich hier mal einbaue:

Wie Lars ja auch wortgewaltig dargestellt hat, will Twitter ja jetzt richtig wachsen. Seien wir gespannt.

Ebenfalls heute bin ich über den Social Media Watchblog auf die Überschrift Facebook macht Ernst in Sachen Audio gestoßen. Der vollständige Beitrag ist wieder hinter einer Paywall.

Facebook hat eine Reihe neuer Audio-Features vorgestellt. Darunter ein Tool, um Audio aufzunehmen, ein neues Audio-Posting-Format mit dem Namen Soundbites, einen Clubhouse-Klon für Facebook und Messenger sowie eine weitgreifende Partnerschaft mit Spotify, die den Konsum von Podcasts und Musik innerhalb von Facebook ermöglicht.

Facebook macht Ernst in Sachen Audio | Facebook soll Pläne für ein Kinder-Instagram beerdigen | TikTok finanziert NowThis-Serie

Social Audio war ja Thema in unserem Gespräch mit Julia. Hier werden wir wohl auch bald mal nachlegen müssen.

Also gab mir Lars schon einen Anlasse, zu granteln. Viel lauter grantel(t)e ich ja auch schon eine Weile und die Tage über das Versagen der deutschen Politik und öffentlichen Verwaltung in der Digitalisierung. Kürzlich habe ich in einem Beitrag einige Artikel und Tweets der vergangenen Monate heraus gesucht, bei dem einem nur die Haare zu Berge stehen können. Scheinbar geht es kaum oder nur quälend langsam voran. Stattdessen werden beziehungsweise wurden in der Ära Merkel immer mehr Beamte eingestellt. Und nein, lieber Flausch-Lars Basche, die arbeiten nach meiner Einschätzung eben genau nicht an der Digitalisierung. Da gibt es ganz andere Vermutungen. Ein böswilliger Schelm und Grantler, wer Pöstchengeschachere vermutet.

Da es sonst keiner tut (🤨), zitiere ich einfach mal selbst:

Nach Jahren des digitalen Stillstands, gar Rückschritts scheint ein radikaler Schnitt, ein Neuanfang notwendig. Die jetzigen Regierungsparteien haben es offensichtlich versäumt, die digitale Transformation in der öffentliche Verwaltung nennenswert nach vorne zu bringen. Das können wir uns seit langem nicht mehr leisten.

Unsere scheinbare oder offensichtliche Unfähigkeit zur Digitalisierung in Deutschland dokumentiert in einigen Tweets – und meine 2 Cents dazu – StefanPfeiffer.Blog

Das Thema wird uns auf jeden Fall in den kommenden Wochen noch bleiben, kommunal, regional und bundesweit. Wir werden mit Gästen über die Digitalstadt Darmstadt oder die Digitalisierungsbemühungen generell sprechen.

Bis dahin viele Grüße vom Grantel-Stefan


#9vor9 – Digitalthemen der Woche erscheinen auch immer als Podcast unter https://9vor9.podigee.io/ und sind natürlich über die gängigen Podcast-Plattformen abrufbar.

*Nachdem es im Gespräch mit Sabine und Alexander technisch gerumpelt hat: Wir haben heute erstmals (hoffentlich erfolgreich) mit den Scenes Ecamm experimentiert, die eine Menge an Möglichkeiten zur Gestaltung bieten.

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Auto-Mobil: Von Sonderlocken und Schnickschnack, Leasing und dem E-Auto als Dienstwagen

Nun haben wir Mitte April 2021 und der Termin, an dem das Leasing meines Dienstwagens endet, nähert sich unaufhaltsam. Im Juli ist es so weit. Noch immer ist unklar, wie es weiter geht: Wird der Vertrag verlängert, weil ich natürlich in Corona-Zeiten bei weitem nicht die dienstlichen Kilometer gefahren bin, wie zu normalen Zeiten? Gibt es aus genannten Gründen oder auch wegen Einsparungen keinen neuen Dienstwagen?

Oder wird mir wieder ein Dienstwagen angeboten? Besteht gar die Option, ein E-Auto als Dienstwagen zu nehmen? In der Gebrauchtwagenbörse habe ich zwei Tesla Model 3 gefunden, allerdings ist der monatliche Mitarbeiteranteil exorbitant hoch. Mein jetziger A4 würde beim Mitarbeiteranteil deutlich weniger zu Buche schlagen. Die geringere Besteuerung bei Privatfahrten und bei der Fahrt zwischen Arbeitsstätte und Wohnung scheinen mir kein finanzielles Argument zu sein, u.a. da ich im Homeoffice arbeite. Dabei wäre ein E-Auto aus dem Fahrzeugpool durchaus eine Option für die kommenden Monate und Jahre. Ich werde weiter recherchieren und bei Neuigkeiten hier informieren. Und wer hier mehr weiß und Tipps zum Thema E-Auto als Dienstwagen geben kann, ich bin sehr dankbar dafür.

Oder steige ich gar auf einen Privatwagen um und schaffe ein E-Auto an? Jenseits der bei Männern natürlich besonders beliebten Frage nach Modell und Ausstattung, stellt sich natürlich die Finanzierungsfrage: Kauft man ein E-Auto, least man den Wagen oder entscheidet man sich gar für ein Auto-Abo, etwas was Autopapst Ferdinand Dudenhöffer auch in meinem Gespräch mit ihm im IBM Livestudio als das künftige Finanzierungsmodell postuliert.

Auch angesichts der Dynamik im Markt werde ich – falls ich mich für einen Privatwagen entscheide – leasen – oder abonnieren. Einerseits wegen der einmaligen Investstion, andererseits wegen Technik und Reichweite der E-Autos, den sich derzeit ständig deutlich weiter zu entwickeln scheinen. Auch kommen immer neue Modelle auf den Markt, hoffentlich auch im Markt für Kompaktwagen.

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Das kleine gallische Dorf oder die Elf vom Niederrhein ist und bleibt der Verein für Fußballnostalgiker

Hier im Blog habe ich zuletzt am 15. Februar 2021 über Borussia, die Fohlenelf vom Niederrhein geschrieben. Anlass war natürlich der Weggang von Marco Rose zu den Schwarz-Gelben. Dieser Wechsel stieß oder stößt aus sportlicher Perspektive bei mir auf genau so wenig Verständnis wie … der Wechsel von Adi Hütter von der Eintracht nach Gladbach. Nun gibt es sicher genug Experten, die erklären, warum es bei Dortmund viel mehr sportliche Möglichkeiten oder Chancen zum Einkauf neuer, besserer Spieler gibt. Deshalb sei der Schritt von Rose nur sportlich konsequent.

Dortmund hat ja auch immer wieder sein finanzielles Potential bewiesen und oft genug Spieler von der echten Borussia mit ihren Dollares einfach so weg gekauft – und ist gerade selbst in Gefahr, ihren besten Stürmer zu verlieren. Es ist ein Geschäft und beim Begriff Spielervermittler bekomme ich mittlerweile ein mehr oder weniger starkes Bauchgrimmen.

Jetzt zahlen die Schwarz-Gelben 5 Millionen € Ablöse an die Fohlen, die Fohlen wohl 7,5 Millionen € an die Eintracht dafür, die jeweiligen Trainer per festgeschriebener Ausstiegssklausel aus ihren Verträgen und ihren Vereinen weg zu kaufen. Der normale Wahnsinn des Fußballgeschäfts ist also nun sehr sichtbar auch auf dem Trainermarkt angekommen. Unwillkürlich muss ich an 1973 denken, als Real Madrid wohl rund eine Million Mark für Günter Netzer nach Gladbach überwiesen hat. Damals.

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Graswurzelinititaiven aus der Mitte des Unternehmens – #9vor9 mit Sabine und Alexander Kluge

Zu Gast bei #9vor9 waren am 13. April 2021 Sabine und Alexander Kluge, die seit Jahren Organisationen, Unternehmen, Teams und auch Einzelpersonen in Sachen Zusammenarbeit, Selbstorganisation und Führung begleiten und coachen. Wir haben zusammen über sogenannte Graswurzelinitiativen in Unternehmen gesprochen, Initiativen von unten, besser aus der Mitte des Unternehmens, die Dinge, Prozesse, Produkte, Zusammenarbeit, Kundendienst in einer Organisation verbessern wollen. Genau eben nicht per Order Mufti ,sondern meist aus Eigenmotivation der Mitarbeiter:innen.

Aus meiner Sicht ist ein solches Engagement generell und insbesondere in Zeiten der (nicht nur digitalen) Transformation besonders wichtig und notwendig, stoßen aber durchaus an Grenzen. Das kann das Hierarchiedenken oder Besitzstandsdenken sein, das kann Angst vor Veränderung sein oder das das nahende Quartalsende im neuerlichen „most important quarter in the history of our company“.

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Hörtipp: Von Diversity im Kopf und in der Verwaltung – Der SPRIN-D Podcast mit Katrin Suder vom Digitalrat

Ich gebe zu, dass ich den Digitalrat der Bundesregierung wenn überhaupt nur am Rande wahrgenommen habe. Mehr Aufmerksamkeit bekommen hat er jetzt durch das Gespräch zwischen Katrin Suder und Thomas Ramge im Podcast von SPRIN-D, der deutschen Agentur für Sprunginnovation, erhalten. Katrin Suder, Vorsitzende des Digitalrats der Bundesregierung, Mitglied des Kuratoriums der Hertie School of Governance, vorher im Verteidigungsministerium und eine ehemalige „McK’ie“, wird von Ramge zur Arbeit des Digitalrats und darüber hinaus befragt.

Wie erfolgreich ist deutsche Innovationspolitik heute? Wie lässt sich Innovation messen? Und wie kann der Staat Innovation intelligenter fördern? Unser Host Thomas Ramge fragt: Katharina Hölzle, Professorin für IT-Entrepreneurship am Hasso-Plattner-Institut und stellv. Vorsitzende der Expertenkommission Forschung & Innovation (EFI).
  1. #6: Katharina Hölzle
  2. #5: Katrin Suder
  3. #4: Barbara Diehl
  4. #2: Gesche Joost
  5. #3: Ingmar Hoerr

Es werden viele Aspekte und Themen behandelt,fallen viele Begriffe, viele Schlagworte, die gerade heutzutage durch die Corona-Krise noch mehr in den Fokus geraten sind und ich erlebe einige Déja-vu und Future-vu in meinem ganz persönlichen Spagat zwischen Themen, mit denen ich im Job im IBM Livestudio und aus Privatinteresse hier im Blog oder bei #9vor9 beschäftige.

Katrin Suder spricht über die Notwendigkeit, sich in vielen Bereichen vom Projektmanagement nach dem Wasserfallmodell hin zu iterativer, spiralförmiger, agiler Entwicklung bewegen muss – und ich denke an mein Gespräch mit Anna Roizman und Cihan Sügür von Porsche. Sie spricht von der Notwendigkeit eines Mentalitätswandels, von der Notwendigkeit von Quereinsteiger:innen in der öffentliche Verwaltung, damit man dort endlich Projekte – sie nennt es Kampagnen – schnell, pragmatisch und erfolgreich bewältigen kann, ein Thema das alle, uns bei #9vor9 und mich im Blog beschäftigt.

Die Herausforderungen unseres föderalen Systems werden ebenso angesprochen, wie fehlendes digitales Denken, fehlende Anpackmentalität sowie bürokratische Verkrustungen und Lähmungen: Unsere Verwaltung ist einfach noch nicht so weit, dass sie neue innovative Arbeitsweisen inne habe. Lange Jahre war sei auf Beständigkeit getrimmt. Was nicht gelungen sei, sei das Innovative, Agile. Man sei einfach hochgradig überreguliert. Zu viele Juristen, zu wenige Historiker 😉 … Stimmt, leider.

Es geht um die verantwortungsvolle Nutzung von Daten und Datenschutz ebenso wie um Diversity – und hier wird Katrin Suder durchaus emotional. Sie hält ein flammendes Plädoyer für Vielfalt, einer Offenheit, sich anderen Perspektiven zu öffnen, auch um mehr Frauen in Führung und Teams. Diversity ist schwieriger, anstrengender, aber es lohnt sich, denn es kommen bessere Ergebnisse heraus. Sehr hörenswert.

Auch Gaia-X, das mich in den kommenden Wochen in diversen Talks beschäftigt, wird behandelt. Und ja, digital souverän sein, muss oder darf nicht heißen, die Lösungen der Hyperscaler nach zu bauen. In diesem und anderen Umfeldern geht es um Wahlfreiheit und um die Kompetenz, technologische Lösungen zu bewerten und zu prüfen. Gaia-X müsse Standards schaffen, um mehr Unabhängigkeit von einzelnen Anbietern schaffen, eine Wechselmöglichkeit gewährleisten und eine Souveränität in den Datenräumen zu garantieren. Und sie stellt auch die Frage: Schaffen wir das, oder ist Europa einfach zu kompliziert und scheitern wir wieder an unseren Eigeninteressen? Gute Vorbereitung für meine Talks mit Heinz-Joachim Schmitz und anderen Experten!

Sicher bliebt das Gespräch, kann das Gespräch nur an der Oberfläche, aber es werden im Talk zwischen Karin Suder und Thomas Ramge – gerne erinnere ich mich noch an das Streitgespräch Ramge und Andrea Martin zu KI auf der letzten Cebit 2018 in Hannover (Achtung: Facebook-Link) – wichtige Punkte beleuchtet, auf die man achten kann und sollte.

(Stefan Pfeiffer)

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

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Social Audio wird und sollte bleiben – egal was mit Clubhouse passiert – Das Digitalthema bei #9vor9

Das Digitalthema bei #9vor9 war in dieser die Noch-Hype-Anwendung (???) Clubhouse und die Rolle, die Social Audio vielleicht künftig spielen könnte. Zu Gast war Julia Holze, mit der Lars und ich vor geraumer Zeit eine erste (und bisher einzige) Clubhouse-Session aufgesetzt und moderiert hatten. Julia ist dabei geblieben und konnte verfolgen, wie Clubhouse vom wirklichen Hype in etwas ruhigere Fahrwasser einbog. Sie selbst ist auch noch auf Clubhouse aktiv und adressiert dort Themen und Personen außerhalb ihres normalen Bubbles.

Unser erster und bisher einziger Clubhouse-Talk mit Julia als Co-Moderatorin: Typisch Clubhouse ebennicht als Audio erhalten.

Es war eine lebhafte und interessante Diskussion, wohin es mit Clubhouse gehen könnte, welche Rolle auch andere Social Audio-Plattformen von Twitter, Facebook, LinkedIn oder anderen spielen könnten und wo ein Nutzen von Social Audio liegen könnte. Auf Clubhouse sind neue Funktionen hinzu gekommen, andere wie die Unterstützung von Android, eine „Replay-Funktion“ oder auch eine „lesbare“ Programmzeitschrift fehlen noch, doch Clubhouse hat weiterhin eine Fangemeinde, die sich auf der Plattform tummelt.

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Alles Mumpitz? Digitalisierung in der Literatur, Talkshows und Nachrichtenkompetenz bei #9vor9

Ein ganz spezielles #9vor9 heute mit unserem Schöngeist und Literaten Lars Basche, der quasi in Tradition des legendären Marcel Reich-Ranicki das Thema Digitalisierung in der Literatur am Beispiel des Deutschen Literaturarchivs Marbach vorstellte. Die Direktorin Sandra Richter hat hier wohl viel neuen Wind ins Archiv gebracht und es in vielerlei Weise digital geöffnet, von der Erfassung digitaler Literaturformate über die Digitalisierung (Scannen<) von Literatur über digitale Kommunikation in und über soziale Medien (hier das Literaturarchiv auf Twitter und Facebook) bis hin zur Kollaboration mit digitalen Hilfsmitteln. Diese Initiativen sind im zwischen Heilbronn und Stuttgart gelegenen Marbach wohl nicht immer auf Zustimmung gestoßen, wusste der Lars zu berichten.

Legendär ist „Das Literarische Quartett“, die Literaturtalkshow mit Reich-Ranicki, Karasek und Löffler. Dort ging es immer wieder zur Sache und geblieben ist auch der Satz „Alles Mumpitz“ des ehemaligen Chefs der Literaturredaktion der FAZ. Dieser Ausspruch liegt mit auch immer wieder auf der Zunge, wenn ich derzeit in der Flut der Talkshows ertrinke, die auf den Öffentlich-Rechtlichen gefühlt stündlich gesendet werden, wo man oft die gleichen (oder sind es die selben) Gesichter zu sehen und die gleichen Argumente und Positionen zu hören glaubt. Eine Debattenkultur ist wichtig, aber es scheint, dass hier doch viel Einheitsbrei und weniger Erkenntnis und sachliche Auseinandersetzung produziert wird.

Um aber Einheitsbrei, Meinung auf der eine Seite und Fakten und Manipuliertes auseinander halten zu können, braucht es entsprechende Kompetenz, oft – wie es Gunter Dueck formuliert – entsprechendes Kontextwissen. Das gilt für die besagten Talkshows ebenso wie für die immer wichtiger werdenden Onlinemedien, von journalistischen Angeboten bis zu soziale Medien und Kanälen. Wer seine eigene Kompetenz im Bereich Onlinenachrichten und -informationen prüfen will, dem sei der-newstest.de ans Herz gelegt Hier werden 24 Fragen aus den Bereichen Navigieren, Beurteilen, Fakten checken, Mitreden und Wissen und Verstehen gestellt, man kann seine eigenen Kenntnisse prüfen und vor allem auch durch die Auflösung und Tipps dazu lernen. In diesen und in kommenden Zeiten, in denen Online immer wichtiger wird. ist das für sogenannte mündige Bürger:innen extrem wichtig, um nicht auf Nepper, Schlepper und Bauernfänger im Netz (und daneben) herein zu fallen.


#9vor9 – Digitalthemen der Woche erscheinen auch immer als Podcast unter https://9vor9.podigee.io/ und sind natürlich über die gängigen Podcast-Plattformen abrufbar.

(Stefan Pfeiffer)

Bild von Comfreak auf Pixabay

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Wieviel Medien- und Nachrichtenkompetenz hast Du im „Neuland“ Internet?

Medien- und Nachrichtenkompetenz sind und werden heute immer wichtiger. Oder ganz banal geschrieben: Welcher Nachricht kann ich wirklich trauen? Was ist Werbung? Was ist gar Fake News? Jörg Schieb auf WDR Digitalistan und Der Spiegel berichten über eine Umfrage der Stiftung Neue Verantwortung zur Nachrichten- und Informationskompetenz der deutschen Bevölkerung. Die Ergebnisse sind ernüchternd.

Tatsächlich “Neuland”

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass fast die Hälfte aller Teilnehmer nur geringe oder sehr geringe Nachrichtenkompetenz haben – es geht also unter anderem darum, Desinformationen zu erkennen und Werbung von Nachrichten zu unterscheiden. Das ist einerseits schockierend, aber andererseits nicht überraschend.

Neuland? Welchen Nachrichten kann ich trauen? › Digitalistan

Viele Informationen und Medien sind wie auch die Anwender ins Internet gewandert und das macht es offensichtlich komplexer, glaubhafte Nachrichten und Wahrheiten zu erkennen. Das Netz selbst und die Betreiber machen es ja auch nicht einfach. Nur zu oft kann die kleine Beschriftung als Anzeige oder Advertorial überlesen werden, müsste ein Beitrag – wie es auch die Studie fordert – eindeutiger und optisch auffallender gekennzeichnet werden.

Der innere Kreis zeigt die durchschnittlich von den 4.000 Befragten erzielten Werte

Die Umfrageergebnisse der 4.000 Befragten Deutschen machen auf jeden Fall deutlich, wie wichtig Aus- und Weiterbildung im Segment Nachrichten- und Medienkompetenz in Schulen, aber auch in der Erwachsenenbildung ist, denn leider hat niemand von uns die Faktenchecker-App zur Hand – ich muss an das Project Debater denken -, die schnell und zuverlässig bei der Bewertung hilft. Die Ergebnisse sind auch ein Indiz dafür, warum viele auf Fake News, reißerische und emotionale Texte, Überschriften und Bilder oder gar bewusste Desinformation und gesteuerte Propaganda hereinfallen. Es ist zugegebenermaßen nicht einfach und man kann den Satz von Gunter Dueck zu Data Literacy (zur Kompetenz im Umgang mit Daten) nahezu eins zu eins auf Nachrichtenkompetenz anpassen: „Zur Beurteilung von Nachrichten ist eine Menge Kontextwissen erforderlich, auch dafür, Manipuliertes oder einfach Falsches zu erkennen.“ Hier bleibt zu viel zu tun, insbesondere auch für diejenigen, die eher niedrige Bildung haben, sonst driften potentiell immer mehr Bürger:innen in politisch bedenkliche Lager ab.

Wer seine eigenen Fähigkeiten im Umgang mit Inhalten und Nachrichten im Internet testen will, kann das unter der-newstest.de tun und ich lege es jeder:m ans Herz. 24 Fragen aus den Bereichen Navigieren, Beurteilen, Fakten checken, Mitreden und Wissen und Verstehen beantworten und vor allem auch die Tipps lesen. Ich bilde mir ein, dass ich mich recht gut auskenne, bin aber nicht bei allen 30 möglichen Punkten gelandet – wobei ich im Fall der konservativsten Tageszeitung die als richtig gewertete Antwort anzweifele … Der Test sensibilisiert dafür, genauer hin zuschauen, um vernünftig und faktenbasiert bewerten zu können. Jenseits der Ergebnisse wichtig sind vor allem die Erläuterungen zu den einzelnen Themen und die individuelle Auswertung. Ich habe den Test auf jeden Fall an viele Freunde weitergeleitet, insbesondere die Lehrer:innen.

(Stefan Pfeiffer)

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Talkshow-Überdruss: Immer die gleichen Gäste, viel Unsachlichkeit, oft Polemik, zu wenig fachliche Diskussion, schwächelnde Moderatoren:innen

Der letzte Satz von Manfred Lindlinger in seinem Beitrag zum Project Debater, einer von IBM entwickelten KI, die mit Menschen debattieren, diskutieren und argumentieren kann, hat mich ins Mark getroffen. Mancher Talkshow würde ein entsprechender Diskussions- und Debattierpartner gut tun, der fundierte Argumente identifizieren und vortragen würde. Das hat gesessen, denn viele, ja die meisten Talkshows gehen mir derzeit sehr auf die Nerven. Natürlich dominiert das Thema Corona bzw. Covid-19. Kein Tag ohne eine entsprechende Talkshow (und deren „Nachbehandlung“ in den Medien). Und ich glaube, auch immer wieder die gleichen Gäste zu sehen. (Dazu kann man gerne die am Ende eingeblendete Statistik checken. Ist zwar nur 2020, aber immerhin.)

Vor allem scheint mir zu oft nur heiße Luft zu kommen. Regierende aus Bund und Ländern, die ihre Wankelmüdigkeit rechtfertigen, oder Politiker, die schon im Wahlkampfmodus auf Stimmenfang sind. Die FDP sticht mir dabei gerade heraus, die ganz offensichtlich der CDU/CSU Wähler:innen mit wirtschaftsfreundlichen Öffnungsparolen abjagen will. Emotional berührt haben mich die Aussage von Herrn Kubicki, der die Diskussion um die Mutante gar lustig findet frei nach dem Motto:

Zwar hat die Partei wenig Konkretes anzubieten, aber aus der Opposition heraus kann man schon mal breitflächig stänkern.

Kubicki beim ARD-Talk in Fahrt: „Diese Mutanten-Diskussion finde ich lustig“ – FOCUS Online
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