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Digitalisierungsschub oder der Traum vom papierlosen Büro wird wiederbelebt – #9vor9

Und es ging um Papier beim dieswöchigen Digitaltalk zwischen Lars und mir. Werden jetzt all die Propheten der Unwahrheit überführt, die eher das papierlose Klo denn das papierlose Büro vorausgesagt haben? Glaubt man der neuen repräsentativen Umfrage, die der Digitalverband Bitkom mehr als 1.100 Unternehmen aus allen Branchen hat durchführen lassen, so verschwindet Papier mehr und mehr aus unseren Unternehmen und Verwaltungen. Allein bei Letzteren fehlt mir der Glaube …

Und ich musste feststellen, wie lange ich schon im Geschäft bin, als Lars und ich über Fax als dominanten Kommunikationskanal sprachen. Wer kennt noch die scheinbar endlosen Papierrollen ausgedruckter Faxe, die man morgens sah, wenn man das Büro betrat. Der damalige Spam war Fax-Spam. Unzählige Unternehmen verschickten ihre Werbung und Angebote per Fax. Und ich war an diesem Spam mit schuldig, denn damals habe ich unter anderem ein Netzwerkfaxsoftware verkauft, mit dem jede und jeder von seinem vernetzten PC aus Faxe versenden konnte. Und wir hatten auch ein Massenfaxsystem für das Marketing im Angebot. Lange ist her, aber ich schweife ab. Hier nun die Aufnahme unseres Gesprächs:

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Teilen und sich austauschen muss man wollen oder mein neues Collaboration-Experiment

Das hätte ich nun wirklich nicht gedacht. Jahrelang habe ich mit Collaboration-Werkzeugen außerhalb der Microsoft-Welt gearbeitet*. In meiner Zeit bei IBM war ich lange für das deutsche und zentraleuropäische Marketing der Lotus-Produkte zuständig: Lotus Notes, Connections, Sametime und so weiter. Nachdem IBM den Bereich an HCL verkauft hat, wurden in der IBM Slack, Trello und Box eingeführt und auch die Werkzeuge habe ich intensiv genutzt.

Nun bin ich ja im vergangenen Jahr zu Kyndryl gewechselt und hier steht nun in den kommenden Wochen und Monaten der komplette Wechsel in die Microsoft-Welt an. Outlook nutzen wir schon geraume Zeit, aber jetzt kommen auch alle anderen Werkzeuge in den produktiven Einsatz und ich baue derzeit – man mag es kaum glauben – die deutsche Intranet-Präsenz mit Sharepoint Online. Sachen gibt’s …

Ich glaube, ich kann mit Fug und Recht sagen, dass ich Kommunikation und Zusammenarbeit immer gelebt habe. Das haben nicht nur meine beruflichen Stationen mit sich gebracht, in denen ich für die MIS Kommunikations- und Dokumentenmanagement-Lösungen verkauft oder bei FileNet Enterprise Content Management vermarktet habe. Immer war ich der Meinung, dass Teilen von Wissen und Informationen und intensiver Austausch, intensive Kommunikation allen gut tun, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und den Unternehmen.

Fifteen years ago, the excitement around enterprise collaboration was palpable. When Facebook and Twitter first went mainstream in the mid 2000s, the earliest practitioners of “enterprise 2.0” and the “digital workplace” believed we could deploy microblogging, likes and commenting to fundamentally change the world of work (and kill email along the way).

Source: The End of the Social Collaboration Experiment

Einige Zeit wurde das in der Branche unter dem Begriff Enterprise 2.0, dann in der IBM Social Business vermarktet. Gut, dieser Terminus hat und hatte so seine Tücken, denn Social Business kann man à la Yunus auch ganz anders verstehen. Doch die Mechanismen des sozialen Netzwerkens, wie wir es vor Jahren mit den ersten Social Media-Tools kennengelernt haben, schienen mir vor dieser Welle sinnvoll für das tägliche Arbeiten. Teilen von Informationen statt Herrschaftswissen, offene Kommunikation und Diskussion statt hierarchischer Ansagen, statt „Command and Control“.

Carrie Basham Young, die ich oben zitiere, verkündet des Social Collaboration Experiments. Sie postuliert ein neues Paradigma: die Lieferkette oder Supply Chain, in der Informationen möglichst reibungslos fließen muss.

I now believe that collaboration should be treated more like a supply chain problem, where information is the product in demand, and the logistics of information transfer must be seamless, fast and efficient. Let people use the tools or processes they need to get work done, and IT shouldn’t fret over controlling every aspect of the flow.

Source: The End of the Social Collaboration Experiment

Na ja, den großen Unterschied sehe ich nicht unbedingt. Zusammenarbeit und Kommunikation scheitern an Managerinnen und Managern, die eben kontrollieren und befehlen wollen, ebenso wie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die aus verschiedenen Gründen nicht „mitmachen“. In der Computerwoche ist gerade ein Artikel über die 5 schlimmsten Kollegen vom Über-Versprecher über den Verantwortungsschieber, den Fremdfederschmücker und den Makel-Magnaten bis zum Aussteiger am Arbeitsplatz geschrieben, die Collaboration boykottieren oder erschweren.

Hybrides Arbeiten daheim und in Büros macht die Situation nicht einfacher. Andrew Pope lässt sich in seinem Artikel auf CMSWire über hybride Arbeitsmodelle aus (und prangert die Meeting-Flut an, quasi ein Nachgang zu unserer #9vor9-Diskussion). Er schreibt Führungskräften, die beim Thema Zusammenarbeit eine wichtige Rolle spielen, folgendes ins Stammbuch:

Digital leaders today are not about assigning tasks or approving leave. They are about sharing goals, facilitating conversations, connecting people and aligning outcomes. They are about building trust. Without trust, hybrid working will never be flexible. Work will remain that crappy thing that owns us all week.

Always On, Too Many Meetings: Is This the Future of Hybrid? – Andrew Pope on CMSWire

Meine Erfahrung der letzten Jahre: Wir bohren ein dickes Brett und man muss fast täglich Zusammenarbeit vorleben und Kolleginnen und Kollegen vom Nutzen transparenten Informationsaustausches überzeugen. Und das werde ich auch in einer Welt mit Microsoft-Tools weiter tun. Wie hat es mein ehemaliger Kollege Peter Schütt so treffend geschrieben: Teilen muss man wollen. Ich habe es für die Überschrift etwas erweitert. Teilen, kommunizieren, sich austauschen wollen muss man wollen – und eben vorleben.

* Zufällig bin ich über einen Artikel von 2011 gestoßen, in dem ich meine Collaboration-Historie ausführe, vom Personal Information Manager PackRat über Dokumentenmanagement mit DOCS Open zu FileNet und schließlich Lotus. Eine lange Zeit …

Teilen und sich austauschen muss man wollen oder mein neues Collaboration-Experiment – Und ich zitiere @tomorrowspope, @carrieyoung und @schu #Collaboration #Communication

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Der DigitalNaive Wochenrückblick – Ausgabe #33: Erinnerungen an Livestudio in Berlin, Favre und Rose, Homeoffice und alles Peanuts, oder?

Wieder ein Rückblick mit vielen Facetten und Themen: Mit Gunnar und Lars denke ich an das IBM Livestudio in Berlin zurück. Das Thema Home Office lässt uns, lässt mich nicht los. Das Trainerkarusell in der Bundesliga kann natürlich nicht fehlen. Sogar den ach so lässigen Herrn Rose hat es erwischt. Was noch? IT-Gehälter, Digitalisierung im Gesundheitsweisen, aber alles nur Peanuts, oder?

Erinnerungen

Drei Jahre ist es nun her, dass ich das IBM Livestudio während der ThinkAtIBM im Bikini in Berlin maßgeblich mitgestalten durfte. Drei Jahre ist es her, dass Gunnar, Lars und ich im Motel One in Berlin saßen und Gunnar die schreckliche Nachricht vom Tod seiner Frau bekam. Er konnte sich dann durch die Mitarbeit am Livestudio und tolle Reportagen etwas von seinem Verlust ablenken. Das sind Ereignisse im Leben, die man nicht vergisst. Danke an alle, die auch mir in der Zeit durch herausragendes Teaming geholfen haben. Leider haben einige oberkluge Social Media-Strategen in Armonk den deutschen YouTube-Kanal gelöscht, auf dem viele interessante und wertvolle Reportagen gespeichert waren.

Mal wieder Homeoffice und Hybrid Work

Das Thema wird über kurz oder lang auch auf mich zukommen, denn Chefs sehen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lieber im Büro, auch wenn das inhaltlich oft Unsinn ist. Ich glaube an ein hybrides Modell, wie ich ja auch bei #9vor9 mit Lars gesagt habe. Präsenzmeetings machen Sinn, aber ins Büro kommen und dann doch nur an Videokonferenzen teilnehmen ist einfach nur Mumpitz.

Gesundheitswesen

Schön wäre es, wenn endlich mal was passiert oder wie heißt es im Beitrag so „schön“: Lange Tradition der Verzögerungen …

IT-Branche

Ein Brüller: Nicht nur Spitzenkräfte …

Lässiges Fußball-Trainerkarusell

Es scheint so, dass Lucien Favre zurück zur Borussia (also der in Mönchengladbach) kommt. Ich hatte das am 20. April schon „gefordert“. Und bei der anderen Borussia wurde der ach so lässige Marco Rose zusammen mit seinem Team gegangen. Eine gewisse Schadenfreude kann ich mir da nicht verkneifen. Und der Partycrasher Peter Feldmann darf nicht fehlen.

Peanuts zum Abschluss

Einfach nur legendär, die Peanuts.

Image by Couleur from Pixabay

DigitalNaiver Wochenrückblick – Ausgabe #33: Erinnerungen nicht nur an das #Livestudio in Berlin, Favre und Rose, #Homeoffice und alles Peanuts, oder? Beiträge von @gsohn, @carstenknop, @netzpolitik_org, @vowe, @stephanscheuer u.v.a.

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Nach dem kurzzeitigen Ansturm auf Mastodon und das Fediverse: Viele sind wieder schlafen gegangen

Viele haben es befürchtet und derzeit scheinen sie Recht zu haben: Der Zustrom von Nutzerinnen und Nutzern auf Mastodon ist eingeschlafen. Vor allem scheint die Nutzung wieder zurück zu gehen. Viele sind wieder zurück zu Twitter gegangen, weil ihnen der Mehrwert von Mastodon derzeit zu gering ist. Einige Switcher scheinen weiter aktiv zu bleiben:

Natürlich gibt es die Mastodorianer, die weiter das föderierte soziale Netzwerk und seine Besonderheiten verteidigen und zu schätzen wissen. So schreibt Mikka:

So, jetzt da der Ansturm vorbei ist, ein paar Worte. Ich würde mich freuen, wenn es dazu auch ein bisschen Diskussion gäbe.

Wer von Twitter kam, der kennt Twitter als Box. Man tut Sachen hinein, die dann von anderen gesehen und idealerweise gemocht, geteilt, und kommentiert werden.

So funktioniert das #Fediverse aber nicht. Stattdessen ist das Fediverse ein Fluss. Von vielen Stellen werden Sachen erstellt, deren Existenz dann dem Fediverse bekannt gemacht wird. Das heißt man fragt sich weniger “wo finde ich Menschen, die mir folgen” sondern “welchen Content will ich als Strom an mir vorbei geschwemmt sehen.”

Und darin liegt die Crux. Wer das Fediverse nur als Mastodon und Mastodon nur als “besseres Twitter” sieht, der schaut am Tellerrand vorbei statt drüber. Es geht also nicht darum, “share, follow, like” zu sagen sondern “wo sind Deine Sachen, ich will Dich im Fediverse lesen und kommentieren können.” Was bedeutet: Deine Lieblings-Podcasts sollten auf einem Funkwhale Server landen. Deine Lieblings-Vlogs und Videos auf einem Peertube Server. Instagram? Nett hier, aber waren Sie schon mal auf Pixelfed? Mehr altmodisch: das Fediverse ist der Kiosk an der Ecke. Du willst dort Dein Lesematerial sehen. Und das klappt nur, wenn Du Deine Helden hier her bringst.

Sagen wir, Du magst Kanal X auf YouTube. Dann ist es jetzt Zeit, Kanal X dazu zu überreden, auch auf PeerTube präsent zu sein. Admins können das so einstellen, dass ganze Channels gespiegelt werden, Du musst also nicht viel tun. Und das Setup von PeerTube macht es sogar möglich, so einen Superchannel zu hosten ohne eine zweite Hypothek aufnehmen zu müssen.

Oder Du magst einen Podcast? Bringe den Podcaster in’s Fediverse. Als Bot, der automatisch neue Podcasts auch im Fediverse verfügbar macht, oder ganz als Podcast auf einer Funkwhale Instanz.

Blogs? Liesst die noch irgendwer? Wenn Dein Lieblingsblog auf WordPress ist, dann sollte es auch einen ActivityPub Stream haben. Und wenn nicht? Dann gibt es mit Bridgy (https://brid.gy) immer noch Wege, dass neue Posts auch im Fediverse landen.

Also. Im Fediverse geht es nicht darum, so viel wie möglich gelesen zu werden, sondern die Sachen die Dich interessieren hierher zu bringen, so dass Du sie lesen, kommentieren, drauf reagieren, und weiterverteilen kannst.

Das wäre Dein nächster Task. Lust auf was Neues?

Mikkas Posting

Vielleicht sollte ich den Blog wie von Mikka vorgeschlagen wirklich mit Mastodon verbinden? Vielleicht sollten Lars unseren Podcast #9vor9 connecten? Überlegenswert.

Ich bin noch auf Mastodon, weil es momentan „menschelt“ und ich das durchaus genieße. Doch ist es zu einem wirklich tieferen inhaltlichen Austausch zu mich interessierenden Themen leider nicht oder nur selten gekommen. Vielleicht wird es ja noch. Doch machen wir uns nichts vor: Der Wechsel-Hype ist erst einmal vorbei. Ob die Chance zum Durchstarten nochmals kommt? Wer weiß schon, ob Elon wirklich noch Ernst macht und unsinnige Entscheidungen trifft. Wir werden es sehen.

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Geständnis nach #9vor9: Während vieler Meetings „multitaske“ ich und höre quasi Radio

Unser Thema heute bei #9vor9: der tägliche Meeting-Wahnsinn in Unternehmen. In der Pandemie ist es gefühlt mit Meetings nicht besser geworden. Gefühlt werden noch mehr Meetings, natürlich in COVID-19-Zeiten, meist online durchgeführt. „Wie sieht das ideale Meeting aus? Es findet gar nicht statt!“ – So habe ich das Thema unseres heutigen Meetings angekündigt. Und Lars kommentiert: Denn dieses „Meeting“ fand statt…leider, Gottseidank, wie auch immer.

Wir sprechen über Meeting-Kultur in Unternehmen. In vielen Unternehmen ist es eher eine Un-Kultur. Zu viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nehmen teil oder werden verdonnert teilzunehmen oder glauben teilnehmen zu müssen oder sitzen bewusst auch dort ihre Arbeitszeit ab. Und an dieser Stelle gleich mein Outing: Ich nehme oft an Meetings im Radiomodus teil. Ich arbeite meine E-Mail ab oder erledige andere Aufgaben, während ich mit einem halben Ohr „Radio höre“, auf ein Stichwort warte, dass mich die Öhrchen spitzen lässt. Ich weiß, Männer können eigentlich kein Multi-Tasking, aber ich gestehe …

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Gladbach: Wenigstens ein Abschied mit Stil nach einer verkorksten Saison

Immerhin der Abschied war stilvoll. So kann man vielleicht die Saison 2021/22 der Fohlenelf zusammenfassen. Adi Hütter ist einer der größten Irrtümer und ja, Enttäuschungen auf der Trainerbank von Borussia Mönchengladbach. Zu Beginn der Saison waren nahezu alle – auch ich – positiv gestimmt. Wieder einmal schien Max Eberl ein Coup gelungen zu sein. Doch dann hat es eben nicht funktioniert, spielerisch nicht, aber offensichtlich auch auf der menschlichen Ebene zwischen Spielern und Trainer. Hat der ach so smart auftretende Hütter Defizite in der Menschenführung? Vor allem diese Frage steht auf jeden Fall weiter im Raum.

Die vergangene Saison

Es ist müßig darüber zu spekulieren, mit welchen Versprechungen und potentiellen Investitionen in neue Spieler Max Adi Hütter nach Mönchengladbach gelockt hat. Ganz offensichtlich hat es dann aber mit dem existierendem Kader nicht wirklich geklappt. Wenige Highlights wie der Sieg im Pokal gegen Bayern München wechselten sich mit Niederlagen und großen Enttäuschungen ab. Man denke beispielhaft an die Niederlage im Pokal gegen Hannover 96. Erstmals schien das berühmte Blech in Reichweite, doch die Mannschaft – und Hütter – haben es vergeigt. Und natürlich gab es die Klatschen gegen Freiburg, Dortmund und den FC.

Bei allen Diskussionen um das Spielsystem, um Dreier- oder Viererkette. Die Balance hat in der Mannschaft einfach nur selten gestimmt. Vor allem die defensive Grundordnung hat nicht funktioniert und nur die Mannschaften sind wirklich erfolgreich, die gut verteidigen. Da nutzt das ganze hohe Pressing nichts. Ginter und Elvedi haben eine durchwachsene Saison gespielt. Gehört hat man sie selten, so von wenig Führungsspieler Matze Ginter. Oft erschienen sie lethargisch und sich widerstandslos in Niederlagen ergebend. Daneben hat das defensive Mittelfeld nicht funktioniert. Es fehlt der Abräumer, der Sechser, der als Staubsauger vor der Abwehr agiert. Den muss man nun unbedingt finden.

Der Charakter vieler Spieler

Neben zu vielen einfachen Gegentoren fielen noch eine Reihe weiterer Punkte auf. Die Mannschaft wirkte oft saft-, kraft- und willenlos. Viele Parteien wurden in der 2. Halbzeit vergeigt. Die Fans haben oft die berühmte Mentalität vermisst, dass Spieler kämpfen, dass Spieler sprinten und sich bewegen, dass Spieler einen Willen zeigen, sich gegen Niederlagen zu stimmen. Hütter hat es nie geschafft, die Mannschaft so einzustellen, dass über eine Weile kontinuierlich gespielt hat. Auf Siege und gute Spiele folgten immer wieder dramatische Leistungseinbrüche und Niederlagen. Und sorry, bei aller notwendigen Blutauffrischung, so schlecht ist der gegenwärtige Kader der Borussia nicht.

Nun muss ein Neustart gemacht werden. Muss, denn zwischen Trainer und Mannschaft stimmt es nicht. Hütter hat es nicht geschafft, „die Spieler“, vor allem die „Opinion Leader“ hinter sich zu versammeln. Mit einem Florian Neuhaus, der in dieser Saison sehr durchwachsen, defensiv oft enttäuschend gespielt hat, oder auch einem Christoph Kramer gab es Zerwürfnisse und Auseinandersetzungen. Schon relativ früh wurden von Spielern Informationen über Mängel im Training und schlechte Taktik an die Medien durchgesteckt. Das spricht gegen gewisse Spieler, aber auch gegen den Trainer und sein Team. Das sollte mal genauer beleuchtet werden, denn solche „Schwätzer“ braucht man in einer Mannschaft nicht.

Der neue Trainer

Nun ist klar, dass es einen neuen Trainer auf der Bank im Borussia-Park geben wird. Mein Favorit ist – und war schon am 20. April – Lucien Favre, idealerweise mit einem Assistenten Martin Stranzl. Ja, man kann die Vergangenheit nicht zurück holen und die Erwartungen des ganzen Umfelds wären natürlich groß. Doch Favre hat bewiesen, dass er Mannschaften eine Struktur geben kann und viele Spieler sagen, dass er sie individuell besser gemacht hat. Wichtig, wenn wir gerade an junge Spieler wie Joe Scally, Luca Netz, Manu Koné, Reiss, Conor Noss oder Jordan Beyer denkt. Doch auch einem Florian Neuhaus oder einem Manuel Friedrich könnte Favre gut tun. Natürlich gibt es auch Alternativen – beispielsweise einen Breitenreiter – für die Trainerbank, doch für zwei bis drei Jahre wäre Favre meine erste Wahl.

Die Spieler

Wer immer neuer Trainer wird, der wird viele junge Spieler mit Potential vorfinden. Doch daneben sind bis auf die bewährten Haudegen Yann Sommer, Lars Stindl, Patrick Herrmann oder Christoph Kramer viele Fragen im Kader offen. Wer wird gehen, wer wird kommen? Ramy Bensebaini will wohl nicht mehr in Gladbach spielen. Alasanne Plea, Marcus Thuram oder Breel Embolo sind ebenso mögliche Transfers wie auch Florian Neuhaus oder Jonas Hoffmann. Den ein oder anderen Transfererlös wird Roland Virkus brauchen, um neue Leute holen zu können. Denkt an den Sechser. Ich würde mich freuen, wenn ein Embolo, ein Neuhaus – trotz seiner Leistungen – und Hoffmann blieben, aber das sind meine frommen Wünsche.

Frisches Blut braucht es auch in der zweiten Reihe. Ein László Bénes und ein Keith Bennetts haben ihre Chancen gehabt und es einfach nicht geschafft. Connor Noss und Torben Müsel müssen sich in den kommenden Monaten ebenso beweisen wie Rocco Reiss. Wer wird kommen? Es geistern viele Namen durch das Netz oder durch Podcasts.

Die kommende Saison

Es wird spannend sein, wie Steffen Korrell und Roland Virkus agieren und welche Spieler sie holen (können). Max Eberl hat kein leichtes Erbe hinterlassen. In den vergangenen zwei bis drei Jahren hat er leider öfters daneben gelegen, in der Trainersuche und vielleicht auch in der Kommunikation mit Spielern. Das schmälert schon ein wenig seine Leistung bei der Borussia, aber natürlich bleiben vor allem seine Verdienste. Gefragt sind nun die Vereinsführung und die neue sportliche Führung mit dem Newbie Roland Virkus, die die Fohlen wieder ausrichten und neu aufstellen müssen.

Wie wird Gladbach nun in der kommenden Woche performen? Selten war es so schwer, das zu prognostizieren. Klar, der letzte Spieltag liegt gerade erst hinter uns, Transfers sind noch nicht in die ein oder andere Richtung getätigt, aber auch dann wird es schwer, etwas fundiert voraus zu sagen. Ich hoffe natürlich auf einen Neuanfang, vor allem dass die Mannschaft wieder Spaß macht. Dieser Spaß und vor allem die Identifikation haben in diesem Jahr leider oft gefehlt, für die Borussia, aber auch generell in einem immer mehr durchkommerzialisierten Fussball mit all seinen Auswüchsen besonders in England und Spanien. Etwas Hoffnung machen die Auftritte der Eintracht in Europa, der spannende Abstiegskampf in der Bundesliga und hoffentlich auch die Relegationsspiele.

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Der DigitalNaive Wochenrückblick – Ausgabe #32: Damals DataBecker und Windows, Be-Scheuer-tes, die Maus sowie New Work und Home Office

Zu Beginn dieses Wochenrückblicks schaue ich in auf meinen persönlichen Werdegang zurück. Wie bin ich, der eigentlich politischer Journalist werden wollte, in der IT gelandet, um dort Marketing und Kommunikation zu „machen“. Data Becker und die PC Praxis sowie Windows haben dabei eine Rolle gespielt. Danke an Rainer Bartels für seinen Beitrag, der viele Erinnerungen geweckt hat:

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Der DigitalNaive Wochenrückblick – Ausgabe #31: Wie „beherrsche“ ich Social Media-Feeds, Meetings, moderne Rechenzentren, neues Fohlen-Trikot und mehr

Und in meinem Wochenrückblick geht es diesmal sehr stark um Social Media. Hervorragend finde ich den Artikel von Marcel Weiß zum Zeitalter der Feeds. Er beschreibt, wie soziale Medien und die Feeds funktionieren:

Was die Zeitung und der Sender für die Massenmedienproduktion ist, ist der Feed für die vernetzte Öffentlichkeit. Die Feeds sind die Sammelstelle, an der die kreativen Ergüsse zusammenlaufen und ihre Freunde, ihre Fans, ihr Publikum, ihre Reaktionen finden.

Source: Elon Musk und die Feedöffentlichkeit

Passend wie die legendäre Faust aufs Auge der der Artikel, den Klaus Eck gezwitschert hat. Dort geht es unter anderem darum, wie man den Stream (= Feed = Timeline) in LinkedIn besser kontrollieren kann, beispielsweise die dort unterdessen mich immer mehr nervenden Werbebeiträge auszublenden. Auch die anderen empfohlenen Tools, die es alle für Chrome gibt, klingen interessant.

Volker Weber, ein kritischer Darmstädter Geist, schaut sich derzeit auch Mastodon, das „neue soziale Netzwerk“ an. Nach einem vergleichsweise starken Anstieg der Anwenderinnen und Anwender nach der Ankündigung von Elon Musk, Twitter zu kaufen, flacht der Hype wohl ein wenig ab.

Ich bin weiter auf Mastodon und – wie Ihr sehr – verlinke auch Beiträge, die ich dort teile. Zwar bekomme ich auf Mastodon bei weitem nicht alle Informationen, die in meinem angepassten Feed auf Twitter einlaufen, aber viele Gespräche sind einfach „sozialer“. Ich bleibe erst einmal dort.

Hier auch nochmals der Link zu #9vor9, wo Lars und ich uns über Mastodon unterhalten haben.

Ach ja, wo sind denn jenseits von Twitter, Mastodon und Co. die Jungen und Jüngeren?

Freitags keine Meetings

Und jetzt Themenwechsel. Mit Amüsement habe ich den Artikel über den Focus Friday gelesen. So ein Konzept habe ich auch mal erlebt. Keine Meetings am Freitag. Ihr glaubt nicht, wie schnell der Kalender mit Terminen, die natürlich keine Meetings waren, voll war.

Rechenzentrum

Und einfach mal etwas zum Schmunzeln:

Fußball, der Jünter und die Fohlen

Auch wenn mir Fußball und die Bundesliga nicht mehr so viel Spaß macht (nicht wegen der schwachen Saison der Fohlen, eher wegen der Kommerzialisierung), hier das wahrscheinlich neue, alte Trikot von Borussa Mönchengladbach in der neuen Saison.

COVID19 & Maskenpflicht

Ein ernsteres Thema zur Erinnerung, auch wenn die sogenannten Liberalen solche Dinge geflissentlich ignorieren.

Ich hoffe, die ausgewählten Beiträge geben Euch nützliche Informationen und machen Euch Spaß.

Gerne Click-2-Tweet

Der @DigitalNaiv’e Wochenrückblick: Ausgewählte Beiträge von @marcelweiss, @kroker, @vowe, @gladbachlive, @heiseonline, @klauseck, @dominik_r, @larsbas zu #SocialMedia, Feeds, #Mastodon, #FocusFriday, @borussia und Rechenzentren

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Bei #Mastodon im #Fediverse: @DigitalNaiv ist mitten drin, @larsbas nur dabei – Unser Thema bei #9vor9

Der eine (ich) ist mitten drin, der andere (Lars Basche) ist nur dabei und schaut zu. Wir haben über den neuesten heißen Sch..ss, den #Twitter-„Nachfolger“ Mastodon gesprochen. Oder ist es mal wieder nur ein One Night Stand wie damals Clubhouse? Hier unser 12-minütiger Austausch zum Thema mit Rausschmeisser. Meine Kernaussage: Worauf beruht meine Hoffnung, dass Mastodon und das Fediverse doch abheben? Elon Musk baut richtig viel Mist auf Twitter!

Auf Mastodon hatten wir zu den Chancen von Mastodon hatten wir eine rege Diskussion zum Thema. Manche Mastodorianer scheinen gar nicht zu wollen, dass zu viele Influencer und Marketers rüber kommen und „kommerzialisieren“. Als Marketer sehe ich das natürlich mit einem Lächeln, stimme aber durchaus zu, dass eine sachliche Diskussion ohne Werbung und vor allem zu viel Promotion – siehe LinkedIn – sehr wohltuend ist. Trotzdem glaube ich, dass eine kritische Masse an Nutzerinnen und Nutzern und vor allem rege Diskussionen zu Themenkomplexen dringend nötig sind, damit Mastodon wirklich überlebt – und noch besser wird.

Hier gibt es in meimem Blog einige Hintergrundinformationen und auch eine Leseliste zu Mastodon. In diesem Beitrag dokumentiere ich, was mir gefällt und nicht so gefällt.

Natürlich gibt es den Talk auch wieder als Podcast:

9vor9 Episode 88 – Über die re:publica 2022 #9vor9 – Die Digitalthemen der Woche

In der letzten Woche fand nach zwei Jahren Pause wieder die größte Digitalkonferenz in Deutschland statt, die re:publica. Etwa 20.000 Menschen waren wohl vor Ort in der Arena Berlin und dem Festsaal Kreuzberg bei 364 Vorträgen auf sechs Bühnen und vielen weiteren kleineren Formaten. Lars berichtet Stefan, der dieses Jahr leider nicht vor Ort sein konnte, von seinen persönlichen Eindrücken während der drei Tag. Auch am neuen Standort gab es viel Bekanntes und Vertrautes, aber auch einige Neuerungen. Die re:publica hat sich auf jeden Fall etabliert als DIE Konferenz der digitalen Gesellschaft (anders als die OMR in Hamburg zum Beispiel, die einen klaren Marketing-Fokus hat), es gab allerdings auch viele Themen, die nicht primär digital sind. Medien spielen schon traditionell eine sehr große Rolle, deswegen auch die große Medienaufmerksamkeit wahrscheinlich. Viele der Themen wie Klimawandel oder der Ukraine-Krieg wurden deswegen auch immer durch die journalistische Brille betrachtet: Sind die Journalist:innen zu nah dran am Krieg? Sollen sie Haltung zeigen? Wieso tut sich der Journalismus traditionell schwer mit der Berichterstattung zum Klimawandel? Und auch die Politik war stark vertreten. Und Corona gibt es natürlich auch noch: Die Hosts der Bühnenund die Veranstalter:innen haben immer wieder gebeten, die Maske zu tragen. Die Träger:innen von Masken waren zwar nicht in der Überzahl, sie waren aber mehr als bei anderen Veranstaltungen in diesem Jahr. Das alles besprechen Stefan und Lars in der dieswöchigen Episode von 9vor9. Viel Spaß beim Hören.
  1. 9vor9 Episode 88 – Über die re:publica 2022
  2. 9vor9 Episode 87 – Über Newsletter
  3. 9vor9 Episode 86 – Über Podcasts
  4. 9vor9 Episode 85 – Über das papierlose Büro
  5. 9vor9 Episode 84 – Über den Sinn und Unsinn von Meetings

Beispiele für Mist, den Elon Musk bauen könnte. Ob er wohl den Verlagen dann Geld überweist?

Und dies könnte offizielle Stellen, Behörden und Ministerien ermutigen, Twitter zu verlassen und vielleicht Mastodon als Plattform zur Kommunikation zu nutzen. Die EU Kommission hat es schon vorgemacht. Und laut Anke Domscheit-Berg ist auch in Deutschland was im Busch:

Leonhard Dobusch und Mike Kuketz fordern, dass die Öffentlich-Rechtlichen rüber gehen. All das könnte zu einer größeren Verbreitung führen:

Ich glaube, es ist Zeit, dass die öffentlich-rechtlichen Medien ins Fediverse einziehen. Es wäre ein Zeichen für eine freie, nicht von Algorithmen dominierte Berichterstattung. Und würde prima zum gesellschaftlichen Auftrag passen. Worauf wartet ihr @ARDde und @ZDF?

https://social.tchncs.de/@kuketzblog/108242176941800350
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Der DigitalNaive Wochenrückblick – Ausgabe #30: Soziale Medien, Medien, Covid19 und Hoffnung für Krebspatienten, Günter Netzer und Wein

Mein dominierendes Thema in den vergangenen Tagen war die angekündigte Übernahme von Twitter durch Elon Musk und die potentielle Alternative Mastodon, die es (leider) schwer haben wird. Die entsprechenden Beiträge hier nicht nochmals separat – sind ja im Blog nachlesbar. Doch Social Media ist trotzdem Thema. Ich kommentiere Michael Kroker – siehe Bildunterschrift – und muss einmal mehr auf den Datenmissbrauch von Facebook hinweisen.

Social Media: Daten & Facebook – Nervige Timeline & LinkedIn

Davon unbenommen stellt sich mir immer mehr die Frage, wie inhaltlich „wertvoll“ und „gehaltvoll“ unterdessen die Beschallung auf #LinkedIn ist. Die alllgemeine Timeline ist mir unerträglich (gilt auch für #Twitter). Hier helfen nur eigene Listen und Hashtags. #socialmedia

Amazon & Data Privacy

Warum überrascht das nicht?

Traditionelle Medien & ihre Krise

Technik daheim

Seit Monaten kämpfe ich mit instabilem Fernsehen mit MagentaTV. Immer wieder gibt es Bildaussetzer. Manchmal steht die Box komplett. Apple TV und Google TV laufen problemlos, die MagentaTV App in den entsprechenden Anwendungen auch. Die Lösungsvorschläge der Telekom sind nicht wirklich hilfreich. Gewöhnen werde ich mich an den Mist nicht. Für jeden Aussetzer oder Stillstand sollte die monatliche Gebühr um 5 bis 10 Euro ermäßigt werden.

Wein & Genuss

Endlich mal wieder etwas zum Thema Wein!

The one and only GünterNetzer

Er ist und bleibt mein Fußballidol: Günter Netzer. Vor allem durch ihn bin ich Anfang der siebziger Jahre Fan von Borussia Mönchengladbach geworden und geblieben.

Krebs-Patienten: Hoffnung & COVID19

Es scheint Hoffnung in Sicht für Krebspatienten, bei denen die konventionellen Impfungen nicht oder nur unbedingt anschlagen. Gut so, gerade wo es keine Maskenpflicht mehr gibt und Risikopatienten offensichtlich für alle Parteien – besonders die FDP – eh eine zu kleine Wählergruppe sind:

Image by Gerd Altmann from Pixabay