A digital painting depicting Kiefer Sutherland as a stern-faced president standing directly in front of the White House. He holds a torn "Make America Great Again" cap in his hand, the fabric frayed and slightly damp, his expression conveying a mix of resignation and determination. Behind him, a blur of concerned security personnel and television cameras capture the scene, illuminated by harsh blue and red spotlights that accentuate the gravity of the moment. The overall color palette is dark and moody, with subtle hints of shadow, reinforcing the sense of a significant power shift.

Designated Survivor: Wenn Realität die Fiktion einholt

Ich habe gerade die erste Staffel von Designated Survivor auf Netflix erneut gesehen und war wieder beeindruckt. Ein Anschlag auf das Kapitol tötet fast das gesamte politische Establishment der USA. Plötzlich steht der unerfahrene Bauminister Tom Kirkman, der ausgewählte Überlebende, als Präsident an der Spitze eines traumatisierten Landes. Kiefer Sutherland spielt die Hauptrolle überzeugend: verletzlich, aber unbeirrbar; überfordert, aber lernbereit – und deshalb glaubwürdig. Die erste Staffel erhielt nicht nur von mir, sondern auch von Kritikern herausragende 87 Prozent Zustimmung.

Die Folgen zeigen, wie Kirkman als Präsident dazulernt, seine Konflikte mit dem Befehlshaber der US-Streitkräfte und die Ermittlungen einer cleveren FBI-Agentin. Sie vermutet nicht nur Al-Qaida-Terroristen hinter dem Anschlag, sondern entdeckt eine inneramerikanische Verschwörung.

Eine Gruppe namens „True Believers“ mit Verbindungen bis ins Weiße Haus steckt hinter dem Anschlag und weiteren Plänen. Ihr Ziel: die US-Regierung stürzen und eine „reine“ neue Ordnung errichten. Die bestehende politische Elite soll weichen und „wahrer amerikanischer Größe“ Platz machen.

Kommt Ihnen das bekannt vor? Designated Survivor ist hochpolitisch. Viele Motive der „True Believers“ spiegeln Trumps Make-America-Great-Again-Bewegung wider, Jahre bevor Trump wiedergewählt wird. In unserer Realität führt der Präsident selbst den Angriff auf die Demokratie direkt aus dem Weißen Haus.

Die Serie thematisiert inländischen Extremismus einer White-Supremacy-Bewegung, erinnert an den Sturm auf das Kapitol, behandelt die Ausweisung und Ablehnung von Einwanderern, Vetternwirtschaft und bedingungslose Loyalität – alles erleben wir derzeit unter Trump. Präsident Kirkman nutzt Executive Orders, um Krisen zu entschärfen, ähnlich wie Trump. Es geht um Desinformation und Fake News in sozialen Medien. Kommt Ihnen das vertraut vor? Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen kennen wir mittlerweile auch.

Staffel 1 ist Pflichtprogramm. Die Fortsetzungen zeigen aktuelle Gefahren, auch wenn sie schwächer sind und erzählerische Unebenheiten aufweisen. Wenn ich heute Nachrichten lese oder schaue, entdecke ich viele Parallelen zum Weißen Haus im Jahr 2025. Designated Survivor ist nicht nur ein unterhaltsamer Politthriller, sondern auch ein Spiegel aktueller Risiken für unsere Demokratie. Gerade in Zeiten zunehmender autokratischer Tendenzen, Desinformation und innenpolitischer Spannungen ist die Serie aktueller denn je.


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