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Flüchtlingswelle: Erfahrungen eines Helfers vor Ort – und auch ich werde Deppenkommentare einfach löschen

Dietmar M., den ich aus meinem Job kenne, hat einen sehr bedrückenden Eintrag auf Facebook geschrieben. Ich kopiere ihn mal hier rüber, weil ich die Ausführungen sehr lesens- und nachdenkenswert finde:

Dietmar_Mueller_-_Mozilla_Firefox__IBM_EditionDietmar fügte dann noch hinzu:

Dietmar_Mueller_-_Mozilla_Firefox__IBM_EditionMeine Gedanken und Kommentare dazu:

Und das ist wieder Wasser auf gewisse Mühlen, die es immer gewusst haben wollen. Jenseits solcher Stammtischparolen müssen wir Integrationswilligkeit einfordern, auch mit gesetzlichen Regelungen. Wer hier leben will, muss die Regeln akzeptieren und die Sprache lernen. PUNKT. Wer nicht, darf hier keine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung bekommen. Wer die Regeln verletzt sowieso nicht. Ich unterstütze den Ansatz von Angela Merkel, Flüchtlinge erst einmal aus humanitären Gründen aufzunehmen, aber dann müssen die genannten Mechanismen gelten. Und ja, ich weiß auch, dass ein Abschiebung später oft schwierig ist. Trotzdem.

Schlimm ist, dass das nichts mit der gegenwärtigen Flüchtlingswelle zu tun hat. Das Verhalten, die deutsche Sprache nicht lernen zu wollen, gibt es schon lange. Wir züchten moderne Ghettos mit dem kleinsten gemeinsamen gesellschaftlichen Nenner. Und wir züchten Vorurteile, Urteile, Ablehnung, Konfrontation. Ich kenne das aus einer kleinen Stadt, Wetzlar in Hessen mit Vororten, wo seid Jahrzehnten türkische oder kurdische Enklaven entstanden sind. Ich will nicht von Zuständen im Pott oder anderswo reden.

Nur haben wir darüber weg gesehen, weil es kein grosses Problem zu sein schien und wir mal wieder Arbeitskräfte brauchten. Durch die Flüchtlingswelle poppt das ganze Thema drastisch nach oben. Wir haben demokratische Regeln hier und haben eine Wertekanon. Wir sprechen eine Sprache in Deutschland. Wer hier ständig leben will, muss sich dazu bekennen.

Allen anderen müssen wir helfen. Das ist unsere humanitäre Pflicht, aber dann nur für eine definierte Zeit.

Und Kompliment an all dene, die vor Ort anpacken. Im Gegensatz zu den Polemikern, Polarisierern und Sprücheklopfern verdienen sie meinen höchsten Respekt.

 

Filed under: Netzpolitik & die große Politik

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... arbeitet in Communications bei Kyndrl Deutschland, dem weltweit führenden Anbieter zum Management kritischer IT-Infrastruktur. Den gelernten Journalisten hat seine Leidenschaft für das Schreiben, Beobachten, Kommentieren und den gepflegten Diskurs nie verlassen. Diese Passion lebt er u.a. in seinem privaten Blog StefanPfeiffer.Blog oder auch als Moderator von Liveformaten wie #9vor9 - Die Digitalthemen der Woche und Podcasts aus. Digitalisierung in Deutschland, die digitale Transformation in der Gesellschaft, in Unternehmen und Verwaltung oder die Zusammenarbeit am modernen Arbeitsplatz sind Themen, die in leidenschaftlich bewegen. Vor Kyndryl hat Pfeiffer in der IBM im Marketing in unterschiedlichen internationalen Rollen gearbeitet. Seine weiteren beruflichen Stationen waren FileNet und die MIS AG. Auf Twitter ist er als @DigitalNaiv „erreichbar“. 

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