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ARD-Trendradar 2026: Zwischen Content-Flut, KI und dem Wunsch nach neuer Nähe

„Wenn die digitale Welt uns überrollt – was bleibt dann noch von der Realität?“


Der ARD-Trendradar 2026 hat den Anspruch Veränderungen in Gesellschaft, Wirtschaft, Technologie und Kultur systematischen zu beobachten und zu analysieren. Der aktuelle Radar für 2026 von skizziert eine Welt, die sich gerade durch Künstliche Intelligenz rasant verändert: Wie gehen wir damit um? 54 % der PR-Fachleute erwarten eine massive Zunahme von KI-generierten Inhalten. Gleichzeitig nutzen über die Hälfte der 18- bis 24-Jährigen Social Media als wichtigste Informationsquelle. 91 % der 12- bis 19-Jährigen nutzen KI – doch gleichzeitig wächst das Bewusstsein für die Grenzen dieser Technologie. 

45 % der KI-Antworten enthalten signifikante Fehler, und 80 % der Menschen können Fälschungen nicht mehr von der Realität unterscheiden. Was bedeutet das für die Glaubwürdigkeit von Informationen? Und vor allem: Was bedeutet das für die Rolle der öffentlich-rechtlichen Medien? Das sind Themen, die Lars und ich bei #9vor9 besprochen haben.

Die Sehnsucht nach Echtheit: Weniger Bildschirm und mehr Leben

Wichtig ist, dass sich die junge Generation trotz ihrer Online-Affinität vertrauenswürdige Quellen wünscht. Auch wollen 56 % der 14- bis 29-Jährigen weniger Zeit an digitalen Endgeräten verbringen. Der „Adventure-Tourismus“ wächst – nicht, weil alle plötzlich Abenteurer werden wollen, sondern auch weil die digitale Überlastung spürbar wird. „Vielleicht ist das ein Zeichen dafür, dass die Menschen wieder nach echten Erfahrungen suchen“, meint Lars.

Doch wie passt das zusammen mit der zunehmenden Digitalisierung? Es geht nicht darum, die Technik zu verdammen, sondern darum, einen bewussteren Umgang damit zu finden. Öffentlich-rechtliche Medien könnten eine wichtige Rolle spielen – wenn sie es schaffen, präsent und relevant zu bleiben. Die ARD könnte hier eine Brückenfunktion übernehmen: Qualitätsinhalte anbieten, die nicht nur unterhalten, sondern auch informieren und zum Nachdenken anregen.

Demokratie unter Druck: Wenn das Vertrauen schwindet, wer hält dagegen?

Ein Ergebnis der ARD Trendstudie ist besonders bedenklich: Das weltweite Vertrauen in die Demokratie ist auf 45 % gesunken. Ein alarmierender Wert, der zeigt: Die Menschen fühlen sich zunehmend unsicher. Doch was kann der öffentlich-rechtliche Rundfunk dagegen tun? Er muss aufklären, einordnen und Lösungsansätze bieten“, betonen wir. Konstruktiver Journalismus wird – so Lars – immer wichtiger – gerade in Zeiten, in denen viele das Gefühl haben, keinen Einfluss auf Politik oder Gesellschaft zu nehmen.

Hier könnte der öffentlich-rechtliche Rundfunk eine wichtige Rolle einnehmen, durch eine unabhängige Plattform, beispielsweise auf der technischen Basis des Fediverse. Mit Leonhard Dobusch haben wir schon vor Monaten über dessen Vorschlag gesprochen, die ARD-Mediathek zu öffnen und einen sicheren Hafen für sachliche Diskussionen zu schaffen. Ein Ort, an dem kein Hate herrscht, sondern Respekt und Austausch. Das wäre ein starkes Signal. Doch dazu müsste man Ressourcen umschichten, Moderation ernst nehmen – und vor allem: mutig sein.

Fazit: Zwischen Skepsis und Hoffnung

Der ARD-Trendradar 2026 zeigt: Die Herausforderungen sind groß, aber nicht unüberwindbar. Die Content-Flut wird nicht weniger, die KI-Fakes nicht verschwinden, und das Vertrauen in die Demokratie nicht von allein zurückkehren. Doch vielleicht – nur vielleicht – liegt die Rettung darin, dass sehr viele langsam die Nase voll haben. Dass die Sehnsucht nach Echtheit, nach Respekt, nach klarem Journalismus stärker wird als die Sucht nach Klicks und Algorithmen. Das ist eine Chance für die öffentlich-rechtlichen Medien, der sie nutzen müssen. Es geht darum, nicht nur zu berichten, sondern auch zu gestalten. Ob das gelingt? 

Die 10 Fokustrends des ARD-Trendradars 2026.

Der ARD-Trendradar 2026 als PDF-Download

20 Trends, viele Fragen: Wie zukunftsfest ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk? #9vor9 – Die Digitalthemen der Woche

Der ARD Trendradar 2026 will Orientierung geben: für Programm, Technik, Strategie – und für die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks insgesamt. 20 Trends, davon zehn Fokustrends, sollen zeigen, was Medien, Gesellschaft und Demokratie im kommenden Jahr prägen wird. In dieser Ausgabe von 9vor9 nehmen wir den Trendradar genauer unter die Lupe. Wir sprechen über Content-Flut und KI-generierte Wirklichkeit, über Vertrauen, Unsicherheit und digitale Abhängigkeiten – aber auch über die Frage, wo der öffentlich-rechtliche Rundfunk tatsächlich etwas bewirken kann. Braucht es mehr Präsenz auf Plattformen? Mehr Kennzeichnung, mehr Medienbildung, mehr konstruktiven Journalismus? Oder vor allem eine Rückbesinnung auf journalistische Kernkompetenzen?

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