Bauhaus-Grundformen — Kreis, Quadrat, Dreieck — in klarer Rasterordnung, aus denen eine Seitenarchitektur entsteht: Spalte, Kopf, Bild, Signatur. Eine grüne Silhouettenhand setzt den letzten Baustein ein. Das verbindet Lesbarkeit und Marke in einem Bild, ohne den Umweg über einen Gegner.

Lesbarkeit, Lesbarkeit, Lesbarkeit – was mir an meinem Blogdesign wichtig ist

Einige gute Freunde bloggen oder schreiben Newsletter. Ihre Texte lese ich oft nicht zu Ende. Nicht weil die Inhalte schwach sind. Im Gegenteil. Ich breche ab, weil ich mich durch Textwüsten ohne Zwischenüberschriften quälen soll, zerhackt von Anzeigen, die mitten im Text aufpoppen. Die Bloghexen fragen im Bloggerschnack September 2026, was uns am eigenen Blogdesign wichtig ist. Meine Antwort hat drei Wörter: Lesbarkeit, Lesbarkeit, Lesbarkeit.

Lesbarkeit ist kein Geschmack, sondern Handwerk

Ein Text braucht Luft. Er braucht Zwischenüberschriften, die sortieren und Halt geben, sodass ich beim Scrollen weiß, wo ich bin. Texte brauchen klaren Kontrast, der auch beim Lesen in der Sonne funktioniert. Und idealerweise gibt es keine Werbung, die sich zwischen zwei Absätze drängt. Ich weiß, viele selbständige Autoren sind auf Sponsoring und Werbeeinnahmen angewiesen.

Für mich habe ich erst einmal entschieden, dass es in meinem Blog (noch) keine Werbung gibt. Schon 2020 war das mein Hauptargument für den Premium-Tarif von WordPress.com: keine eingeblendeten Anzeigen. Wer seine Leser mit Bannern nervt, verschenkt die eigenen Texte. Wie geschrieben: Ich merke es an mir selbst – ich springe ab. Und ich bin sicher nicht der Einzige.

Klare Linien, weißer Hintergrund, ein Grün

Erst danach kommt die Form, das eigentliche Design. Ich liebe klare Linien, Reduktion, Geometrie, Weißraum – Bauhaus-Stil. Geprägt hat mich meine Frau, deren Ausstellungen in der Frankfurter Schirn Kunsthalle ich über viele Jahre besucht habe. Mein Blog ist entsprechend gestaltet: schwarze serifenlose Schrift, weißer Hintergrund, ein Grasgrün (#13D100) für Links und Schaltflächen. Seit Oktober 2023 läuft das auf der Vorlage Twenty Twenty-Three, eine klare Menüführung, dazu mein eigenes Logo. Dass das Grün genau das Grün von Borussia Mönchengladbach ist, war kein Zufall.

Ein Screenshot eines Blogs über Philosophie mit dem Titel 'Mindblown'. Enthält Buchcover und Titel von philosophischen Werken, sowie ein Kontakt-Call-to-Action.

SPF – die Marke, die ich noch brauchen werde

Der dritte Punkt ist, dass ich meine eigene Marke entwickle: die Marke Stefan Pfeiffer, SPF. Schon lange schreibe ich als Hobby und aus Spaß und „Berufung“ in meinem Blog, doch wird auch nach vielen Jahren im Marketing von US-Konzernen meine Zeit dort irgendwann enden. Ein Grund mehr, an der eigenen Marke zu arbeiten.

Das Blog-Logo gibt es schon seit geraumer Zeit. Seit Anfang des Jahres kommt zusätzlich jeder Beitrag mit einem Titelbild aus einem festen System: Weiß dominiert, Grün setzt den Akzent, Anthrazit gibt Gewicht, Rot akzentuiert. Ein Symbol, eine Handlung, normalerweise keine Worte im Bild, unten rechts die SPF-Wortmarke. Wer drei meiner Beiträge gesehen hat, soll den vierten erkennen, bevor er meinen Namen liest.

Die Titelbilder werden in ChatGPT erstellt, auf Basis eines extra entwickelten Prompts, in dem die entsprechenden Vorgaben hinterlegt sind, wie ein Bild auszusehen hat. Der Bildinhalt wird nach meinen Vorgaben von Claude gepromptet. Ganz besonders wichtig: Sie sollen die Brücke zum Inhalt meines Beitrags schlagen, dazu ermutigen, den manchmal nicht ganz kurzen Text zu lesen.

Dauerbaustelle? Bitte nicht

Horst nennt sein Blog eine Dauerbaustelle und antwortet auf die Frage nach dem Design mit „Nichts!“ – um dann drei Absätze später zu erklären, dass die Gestaltung dem Inhalt nicht im Weg stehen darf. Genau da treffen wir uns. Natürlich habe auch ich das Design mal geändert, mal freiwillig, mal gezwungenermaßen: 2020 bin ich von Penscratch 2 auf Moka gewechselt, 2023 auf Libre 2, im Oktober desselben Jahres auf Twenty Twenty-Three. Nur geht es mir nicht um das Herumprobieren, sondern um den Zustand, in dem ich nichts mehr anfassen muss. Frank von MSBlogPlus nennt es die Balance zwischen Nutzen und Design. Ich nenne es Dienst am Leser. Ein Blogdesign ist kein Selbstzweck. Es ist ein Versprechen, dass man meine Texte ohne Mühe lesen kann.

Quellen & Leseempfehlungen

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