comment 0

Digitale Identität: Das Ende des freiwilligen Internets – | ZEIT ONLINE

Die Zeit des Opt-In-Internets ist vorbei und auf das Opt-Out ist kein Verlass. Der Kontrollverlust macht keinen Halt vor Internet-Nicht-Nutzern. Im Netz existiert bald eine Repräsentation von jedem, ob wir wollen, oder nicht. Man kann das ignorieren. Verschwinden aber wird das virtuelle Profil dadurch nicht. Es wird wachsen und immer wichtiger werden, auch für das Offline-Leben. Man kann versuchen, mit Anwälten und vielen Briefen dagegen anzukämpfen, aber diesen Kampf wird man auf lange Frist verlieren. Wer Teil der Welt ist, wird Teil des Internets sein.

Es bleibt nur eine Chance: es beeinflussen. Es gibt effektivere und bessere Möglichkeiten, Einfluss auf das eigene Bild zu nehmen, als es verpixeln zu lassen. Man sollte seine Daten selber in die Hand nehmen, an seinem öffentlichen Bild arbeiten. In der stofflichen Welt überlegen wir auch, was wir wem erzählen und was besser nicht – wir gehen bewusst mit unserem Wissen und unserem Selbst um.

Ein beeindruckendes Fazit der Situation. Doch kann (oder will ) ich Michael Seemann nicht auf ganzer Linie Recht geben. Ich denke schon, daß Data Privacy-Regularien und Opt-Out-Optionen notwendig sind – und auch durchgesetzt werden sollten.

Aber generell: Ja, man muß an seinem eigenen Bild arbeiten, Dafür ist – wie schon so oft gesagt und geschrieben – Aufklärung und Ausbildung notwendig: im Kindergarten, in der Schule, an der Uni, an der VHS … everywhere.

Makaber (aber treffend angesichts der Schmidt’schen Logik) die Bemerkung zu Gesichtserkennung:

Gesichtserkennungssoftware ist noch nicht ausgereift. Aber sie läuft …

Eric Schmidt, der Chef von Google, räsonierte unlängst, dass Jugendliche ab einem bestimmten Alter ja ihren Namen ändern lassen könnten, wenn sie ihrer Vergangenheit im Internet entfliehen wollten. Das mag absurd sein, für viele aber noch irgendwie denkbar. Doch wer wird sich sein Gesicht operieren lassen, wenn er seine Vergangenheit loswerden will?

Posted from Digital naiv – Stefan63’s Blog

Filed under: Digitalisierung & Wirtschaft, Soziale Medien & "das Netz"

About the Author

Posted by

... arbeitet in Communications bei Kyndrl Deutschland, dem weltweit führenden Anbieter zum Management kritischer IT-Infrastruktur. Den gelernten Journalisten hat seine Leidenschaft für das Schreiben, Beobachten, Kommentieren und den gepflegten Diskurs nie verlassen. Diese Passion lebt er u.a. in seinem privaten Blog StefanPfeiffer.Blog oder auch als Moderator von Liveformaten wie #9vor9 - Die Digitalthemen der Woche und Podcasts aus. Digitalisierung in Deutschland, die digitale Transformation in der Gesellschaft, in Unternehmen und Verwaltung oder die Zusammenarbeit am modernen Arbeitsplatz sind Themen, die in leidenschaftlich bewegen. Vor Kyndryl hat Pfeiffer in der IBM im Marketing in unterschiedlichen internationalen Rollen gearbeitet. Seine weiteren beruflichen Stationen waren FileNet und die MIS AG. Auf Twitter ist er als @DigitalNaiv „erreichbar“. 

Kommentar verfassen