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Fragen Sie Reich-Ranicki: Lob des Computers – FAZ

Marcel Reich-Ranicki war sicher jemand, an dem man sich reiben konnte. Sicher nicht alles Mumpitz, was er so von sich gab, kontrovers und total von sich überzeugt. Er hat nicht nur im Literarischen Quartett für viele unterhaltsame Stunden, Schmunzeln und  Nachdenken gesorgt. Und ich vergesse nicht, wie ich ihn persönlich kennengelernt habe: Vor langer, langer Zeit habe ich während meines Studiums bei der FAZ in der Redaktion Neue Medien – so etwas gab es dort einmal, BTX, Radio und Fernsehen – gejobbt. Die FAZ war gerade in das neue Verlagsgebäude umgezogen und aus dem ersten Stock beobachtete ich, wie er mit den Tücken des neuen elektronischen Türöffners zu kämpfen hatte. Auch oder gerade ein Genie reibt sich mal an der Technik. Der Pförtner hat ihn dann rein gelassen.

Aber er war sicher nicht technikfeundlich. Bemerkenswert finde ich diese Aussagen zum Computer, den er schnell als Werkzeug adaptierte, als Werkzeug, durch den die Qualität der eigenen Artikel gesteigert werden konnte:

Marcel Reich-Ranicki: Ich habe in meinem langen Leben so gut wie nichts mit der Hand geschrieben, wohl aber viel diktiert – doch immer nur Briefe, hingegen, von seltenen Ausnahmen abgesehen, keine Artikel. Eine Schreibmaschine habe ich schon als Kind benutzt und sie erst aufgegeben, als es den Computer gab.

Ich bin sicher, daß der Computer auf den Stil einen starken und in der Regel günstigen Einfluß hat. Der wichtigste Grund: Auf die Korrekturen mit der Maschine verzichtet man oft, weil sie das Manuskript unsauber und liederlich machen. Im Computer bleibt ja das Manuskript stets ganz sauber. Also zögert man nicht, den Text zu ändern. Das ist beinahe immer gut für den Text.

Oder ein anderes Beispiel: Der Computer ermöglicht es, die Wiederholung einzelner Wörter und Formulierungen zu vermeiden. Derartige unbeabsichtigte Wiederholungen fallen oft in Bölls Prosa auf. Sein Deutsch wäre, glaube ich, besser und schöner, wenn er sich entschlossen hätte, vom Computer zu profitieren.

via Fragen Sie Reich-Ranicki: Lob des Computers – Fragen Sie Reich-Ranicki – FAZ.

Und unvergessen der legendäre Streit mit Sigrid Löffler:

 

Filed under: Buntes & Vermischtes, Soziale Medien & "das Netz"

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... arbeitet in Communications bei Kyndrl Deutschland, dem weltweit führenden Anbieter zum Management kritischer IT-Infrastruktur. Den gelernten Journalisten hat seine Leidenschaft für das Schreiben, Beobachten, Kommentieren und den gepflegten Diskurs nie verlassen. Diese Passion lebt er u.a. in seinem privaten Blog StefanPfeiffer.Blog oder auch als Moderator von Liveformaten wie #9vor9 - Die Digitalthemen der Woche und Podcasts aus. Digitalisierung in Deutschland, die digitale Transformation in der Gesellschaft, in Unternehmen und Verwaltung oder die Zusammenarbeit am modernen Arbeitsplatz sind Themen, die in leidenschaftlich bewegen. Vor Kyndryl hat Pfeiffer in der IBM im Marketing in unterschiedlichen internationalen Rollen gearbeitet. Seine weiteren beruflichen Stationen waren FileNet und die MIS AG. Auf Twitter ist er als @DigitalNaiv „erreichbar“. 

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