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Entscheidet wirklich der Nutzer über den Grad der Personalisierung und des Daten-Tracking, das er zulässt?

Mein Freund und Weggefährte Martin Meyer-Gossner hat dieser Tage einen Beitrag zum Thema Smart Data und Big Data geschrieben. Sehr lesenswert, besonders auch der Abschnitt über Kunde: Personalisierung und Verantwortung, aus dem ich hier zitiere:

Im Zeitalter von Big Data geht es längst nicht mehr darum, viele Daten zu sammeln, sondern Daten intelligent zu nutzen, um bahnbrechende Erkenntnisse in innovative Lösungen umzumünzen. …

Der Mensch ist ein Jäger und Sammler. Als Kunde liebt er das Kauferlebnis, das Jagen nach dem ultimativen Produkt, dem besonderen Erlebnis, aber auch dem fairen Preis. Je personalisierter das Angebot und der Content umso besser. … Doch wieviel Smart Data, wieviel Personalisierung ist denn effizient aus Sicht des Kunden? Am Ende entscheidet der Nutzer über den Grad der Personalisierung und des Daten-Tracking, den er zulässt. Doch Personalisierung kann schnell über das Ziel hinaus schießen und Smart Data irrelevant machen. Ist genauer dann abschreckender oder wirksamer?

via Smart Data: Vier Herausforderungen und Chancen für Unternehmen – DIGITALSTRATEGIE.

Martin bringt die Beziehung zwischen Daten sammeln und personalisiertem Angebot auf den Punkt. Ich habe das ja auch schon mal unter dem Aspekt „Ich gebe Dir meine Daten – Du gibst mir das kostenlose Angebot XYZ“ beschrieben.  Die Meinung geht natürlich bei einem solchen Thema auseinander, wie die repräsentative Studie „Potenzialanalyse Big Data Analytics“ von Steria Mummert Consulting zeigt:

Die Hälfte aller deutschen Verbraucher würde ihre privaten Vorlieben aktiv an Unternehmen weitergeben, damit ihnen individuelle Angebote gemacht werden können. Jeden Dritten stört es nicht einmal, wenn Firmen die eigene Facebook-Timeline oder den Twitter-Kanal auswerten. Die andere Hälfte der Bundesbürger bleibt dagegen skeptisch: 27 Prozent lehnen die Weitergabe privater Informationen zum Zweck der individuellen Kundenansprache strikt ab.

via Big Data teilt Deutschland | IBM Experts.

Trotzdem muss ich doch schlucken, denn ist der Kunde heute angesichts der vielfältigen, nicht nur für Laien undurchschaubaren Technologien, die zum Daten sammeln eingesetzt werden, wirklich in der Lage, wissentlich und bewusst selbst zu entscheiden, wieviel Personalisierung und Tracking er/sie zulässt? Kunde ist eben nicht nur der Technik- und Marketingexperte, der sich mit diesen Themen intensiv auseinander setzt. Müssen die Anbieter und Webseiten nicht viel deutlicher darauf aufmerksam machen, wann und wo sie Daten sammeln? Wunschtraum in einer globalen, digitalen Welt, wo länderspezifische Gesetze und Regularien per se ausgehebelt werden?

Was meint Ihr?

Filed under: Datenschutz & Datensicherheit, Marketing, Werbung & mehr

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... arbeitet in Communications bei Kyndrl Deutschland, dem weltweit führenden Anbieter zum Management kritischer IT-Infrastruktur. Den gelernten Journalisten hat seine Leidenschaft für das Schreiben, Beobachten, Kommentieren und den gepflegten Diskurs nie verlassen. Diese Passion lebt er u.a. in seinem privaten Blog StefanPfeiffer.Blog oder auch als Moderator von Liveformaten wie #9vor9 - Die Digitalthemen der Woche und Podcasts aus. Digitalisierung in Deutschland, die digitale Transformation in der Gesellschaft, in Unternehmen und Verwaltung oder die Zusammenarbeit am modernen Arbeitsplatz sind Themen, die in leidenschaftlich bewegen. Vor Kyndryl hat Pfeiffer in der IBM im Marketing in unterschiedlichen internationalen Rollen gearbeitet. Seine weiteren beruflichen Stationen waren FileNet und die MIS AG. Auf Twitter ist er als @DigitalNaiv „erreichbar“. 

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