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Können wir uns denn überhaupt richtig konzentrieren?

Hier im Blog habe ich die Ablenkungsgesellschaft von Wolf Lotter, die Aufmerksamkeitsfalle von Klaus Eck zitiert und mehr Konzentration eingefordert. Doch so einfach scheint es mit der Konzentration nicht zu sein, wie jetzt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Princeton University (Neuron: Fieberkorn et. al., 2018; Neuron: Helfrich et. al., 2018), herausgefunden haben. Konzentration ist wohl nicht der Menschen Stärke. Stattdessen wechselt unser Gehirn mehrmals pro Sekunde den Fokus – ohne dass wir es merken. ZEIT ONLINE hat Sabine Kastner, Professorin für Neurowissenschaften und Psychologie am Neuroscience-Institut in Princeton, interviewt.

Wir Menschen glauben ja, dass wir unsere Aufmerksamkeit bewusst auf einen Punkt richten, dass das sozusagen ein Willensakt ist. Wenn ich im Büro sitze, dann kann ich entscheiden, ob ich auf den Computerbildschirm vor mir oder auf mein Smartphone gucke. Was wir in dieser Studie aber sehen, ist das genaue Gegenteil: Unserer Aufmerksamkeit liegen automatische Prozesse zugrunde. Natürlich richten wir erst einmal die Aufmerksamkeit irgendwohin. Doch was dann abläuft, liegt jenseits unserer Wahrnehmung. Es passiert unbewusst.

über Sabine Kastner: „Unsere Vorstellung von Aufmerksamkeit ist eine große Illusion“ | ZEIT ONLINE

Es wird interessant sein, was die Forschung hier noch heraus bekommt.

Und die Ergebnisse sollten keine Entschuldigung sein, es nicht mit der Konzentration zu versuchen 😉

(Stefan Pfeiffer)

Filed under: Digitaler Arbeitsplatz, Kommunikation & Zusammenarbeit, Soziale Medien & "das Netz"

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... arbeitet in Communications bei Kyndrl Deutschland, dem weltweit führenden Anbieter zum Management kritischer IT-Infrastruktur. Den gelernten Journalisten hat seine Leidenschaft für das Schreiben, Beobachten, Kommentieren und den gepflegten Diskurs nie verlassen. Diese Passion lebt er u.a. in seinem privaten Blog StefanPfeiffer.Blog oder auch als Moderator von Liveformaten wie #9vor9 - Die Digitalthemen der Woche und Podcasts aus. Digitalisierung in Deutschland, die digitale Transformation in der Gesellschaft, in Unternehmen und Verwaltung oder die Zusammenarbeit am modernen Arbeitsplatz sind Themen, die in leidenschaftlich bewegen. Vor Kyndryl hat Pfeiffer in der IBM im Marketing in unterschiedlichen internationalen Rollen gearbeitet. Seine weiteren beruflichen Stationen waren FileNet und die MIS AG. Auf Twitter ist er als @DigitalNaiv „erreichbar“. 

2 Comments

  1. Deswegen sind Rituale für konzentriertes Arbeiten wichtig – also Konditionierung.

  2. Pingback: Vom Second Screen, der Aufmerksamkeit und fehlender Moral von der Geschicht – StefanPfeiffer.Blog

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