Sehzeichen nicht vor Weihnachten zu Amazon: „Wir glauben, wir sind Kunden, aber eigentlich sind wir der Rohstoff.“ | Shoshana Zuboff

Am 5. Dezember 2018 hat der WDR die Sendung Allmacht Amazon von von Martin Herzog und Marko Rösseler ausgestrahlt. Leider habe ich das verpasst, aber … die Sendung ist bis 5.12.2019 noch in der WDR Mediathek hier verfügbar. Unbedingt anschauen!

Hier einige Zitate zur Sendung: Bis zu 50 Datenpunkte speichere Amazon bei jedem Mausklick, so Datenschützerin Katharina Nocun:

„Da sieht man nicht nur, in welcher Sekunde ich mir welche Produkte angesehen habe, sondern auch, wo ich mich befunden habe, welchen Netzanbieter ich genutzt habe, und auch von welcher Seite ich gekommen bin. Wenn man meinen Amazon-Datensatz ausdrucken würde, ergäbe das um die 15.000 Seiten Papier.“

über Allmacht Amazon : Vom Buchhändler zum Datengiganten | tagesschau.de

Viktor Mayer-Schönberger, Professor für Internet Governance in Oxford, schätzt die Position von Amazon wie folgt ein:

„In diesem Datenzeitalter ist Amazon ganz vorne.“

über Amazon: Der Konzern will etwas viel Wertvolleres als unser Geld | STERN.de

„Wir sehen bei Google und bei Facebook große Informationsmacht. Aber Amazon hat vielleicht noch mehr Informationsmacht, weil Amazon weiß, was unsere Bedürfnisse und Vorlieben sind, wenn wir auf diesem Online-Markt einkaufen.“

über Allmacht Amazon : Vom Buchhändler zum Datengiganten | tagesschau.de

Und die amerikanische Wirtschaftswissenschaftlerin Shoshana Zuboff spricht von „Schurkenkapitalismus“ und warnt insbesondere vor dem Sprachassistenten Alexa:

„Was wir mit unserer Stimme liefern, ist unbezahlbar.“

„Wir glauben, wir sind Kunden, aber eigentlich sind wir der Rohstoff.“

„Er [der Schurkenkapitalimus] lebt davon, unser Privatleben auszusaugen, um daraus Gewinn für sich zu ziehen.“

über Amazon: Der Konzern will etwas viel Wertvolleres als unser Geld | STERN.de

Eine zurückhaltendere Meinung vertritt, Andreas Weigend, der selbst einmal als Wissenschaftler bei Amazon arbeitete und heute Mitglied im Digitalrat der Bundesregierung ist. Weigend meint, man müsse in der Zukunft nur mehr für die produzierten Daten bekommen. Na ja …

Randbemerkung: Ich bin auch weiterhin immer wieder erstaunt, wie vergleichsweise wenig Kritik auch von Internet-Profis an Amazon geübt wird. Sie verlassen demonstrativ mit viel Brim Facebook, WhatsApp und Instagram, aber kein Wort zu Amazon. Da hat der ein oder andere bekommt sogar Link eine Provision von Amazon, wenn man seinem/ihrem Link folgt … Für mich irgendwie inkonsequent oder schizophren.

Amazon_de_Associates_Central.png

(Stefan Pfeiffer)

 

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