CMOKurator: Der Marketer und die Technologie – Ziemlich besten Freunde auf dem Weg zur Anwendungsentwicklung?

Zeit für einen neuen CMOKurator, damit ich einige Titel, Themen, Thesen nicht vergesse. Ist ja schließlich (auch) ein Notizblock hier. Ein Mann wie ein Baum, der Falk Hedemann aka @Wissenssucher, der sich mal unterschiedliche Marketingspielarten und derzeit gehypten Trends angesehen hat und versucht, Versprechungen und Realität gegenüber zu stellen.

Für jede einzelne Marketingform finden sich Protagonisten, die sich mit Lobpreisungen nur so überschlagen, die Schwierigkeiten in der praktischen und realistischen Umsetzung aber gerne unterschlagen.

Marketing im Realitäts-Check: Was ist Wunsch und was Wirklichkeit? | UPLOAD Magazin

Lobet die Marketingformen und -technologien

Und so behandelt er Spielarten von Account Based Marketing über Content Marketing bis zu Agile Marketing. Ein Favorit von mir: Das „Tröpfchen Marketing“ (Drip Marketing), wo Interessenten nach dem Motto „Steter Tropfen höhlt den Stein“ mit vorgefertigtem schematischen Nachrichten zum Kauf gebracht werden sollen. Und zum Thema Content Marketing schreibt er:

Das Content Marketing ist auch deshalb so populär geworden, weil die klassische Werbung mit Bannern & Co. heute längst nicht mehr so gut funktioniert, wie noch vor einigen Jahren.

Marketing im Realitäts-Check: Was ist Wunsch und was Wirklichkeit? | UPLOAD Magazin

Jetzt werden die Werbebotschaften dann halt in „Content Pieces“ von Blogbeiträgen bis zum Video gepackt. So von wegen Interesse der Kunden und Qualität. Zum Thema KI Marketing die eigentlich banale Aussage, dass künstliche Intelligenz nur so gut sein kann, wie die Daten, auf die sie zugreift.

„Nehmen Sie sich nicht zu wichtig, aber Ihre Kunden immer ernst.“ | Falk Hedemann

Und sympathisch sein Plädoyer nicht so sehr auf den unmittelbaren Return on Investment (ROI) zu schauen und stattdessen doch den Fokus auf den zufriedenen Kunden zu legen:

Nehmen Sie sich nicht zu wichtig, aber Ihre Kunden immer ernst.

Marketing im Realitäts-Check: Was ist Wunsch und was Wirklichkeit? | UPLOAD Magazin

Eine klare Leseempfehlung für den Marketer!

Der Marketer und die Technologie: Noch keine ziemlich besten Freunde?

Jens T. Möller widmet sich auf Adzine einer Berufsfeldstudie “Marketing 2020: Innovationstreiber oder Follower?”der Quadriga Hochschule, die im Sommer 2019 über 1.200 Marketing Manager – meist Führungskräfte – in einer Online-Untersuchung befragt hat. Interessant das Ergebnis, dass Marketing demzufolge oft nur auf die kommunikative Vermarktung konzentriert ist und sich mit Themen wie Product Management oder Pricing nicht oder weniger auseinandersetzt.

Mich überrascht hat Aussage, dass Marketing-Technologien (Martech) oft als nicht relevant bewertet werden. Das gelte besonders für kleinere Unternehmen. Hier eine Grafik aus der entsprechenden Studie:

Grafik: Berufsfeldstudie Marketing 2020; Quadriga Hochschule Berlin

Bis auf Web Analytics ist wohl noch großer Nachholbedarf. Der Einsatz von künstlicher Intelligenz wird übrigens bei den Befragten sehr zurückhaltend bewertet. Für immerhin 22 Prozent der Befragten hat KI wenig oder keine Bedeutung. Knapp 50 Prozent will kein dementsprechendes Know-how aufbauen.

Natürlich möchte und muss ich darauf hinweisen, dass nicht die Technologie der Technologie wegen betrieben werden sollte, sondern immer der Kunde im Mittelpunkt stehen sollten. Und direkter Kundenkontakt schadet keinem Marketer, finde ich. Der Beitrag ist übrigens ein netter Kontrast „zu dem Falk sein Artikel“.

… aber jeder Marketer ist jetzt ein Anwendungsentwickler (Scott Brinker)

Stichwort MarTech: Kurz notiert sollte auch der Beitrag von Scott Brinker auf Chiefmartech.com werden. Er zitiert eine Studie der Marketing Industry Research Firma Ascend2 zur Martech Stack Optimization. Ein Chart hat Scott’s – und auch meine Aufmerksamkeit – besonders gefangen. Es geht darum, welche Fähigkeiten oder Verbesserungen in den Martech-Lösungen dabei helfen würden, das Marketing zu optimieren.

Weit vorne vor allen anderen Nennungen ist die einfache Bedienung … Danach kommen dicht gedrängt weitere Wünsche angefangen von der Integration zwischen den Produkten des Martech Stacks bis zur Automatisierung von Prozessen. Und zum Thema Rolle und Fähigkeiten des Marketer haut Scott noch einen raus. Jeder Marketer sei nun ein App Developer:

This also means giving marketing technologists of all flavors — including just tech-savvy marketers — the freedom to build their own apps and automations. My claim that every marketer is now an app developer is becoming less hyperbole and more just how business runs.

The top 3 things marketers want martech vendors to improve – Chief Marketing Technologist

Bei aller Notwendigkeit, keine Angst vor Technologien zu haben und diese offensiv zu nutzen, sehe ich zumindest mal in der Breite nicht, dass jeder Marketer jetzt Anwendungen entwickeln können muss. Ja, vielleicht geht es darum, Kampagnen mit dem Marketing Automation-Tool abzubilden und die eigenen Webseiten zu optimieren, aber Hardcorde Development? Da gibt es sicher unterschiedliche Jobprofile mit jeweiligen Skills, die heutzutage im Marketing nötig sind, von technischer Kompetenz bis zu den Fähigkeiten, qualitativ hochwertige Inhalte zu erstellen und diese Inhalte auch kommunizieren zu können. Sogar im direkten Kontakt mit den Kunden …

Content Marketing: Können denn Werbebotschaften Sünde sein?

Schließen möchte ich diesen CMOKurator mit einer auf SocialMediaToday veröffentlichten Infografik von Grazitti Interactive zum Thema B2B Content Marketing Benchmarks, Budgets and Trends 2020. Als jemand, der in seiner jetzigen Rolle die MarTech-Produkte und Plattform von Acoustic vermarktet, sind natürlich die eingesetzten Technologien interessant. Web Analytics, E-Mail Marketing Software und Social Media Publishing sind demnach die Toptechnologien, die beim Content Marketing helfen sollen. Klar, der Fokus liegt darauf, den Content raus zu blasen und die Ergebnisse zu messen. Das wird dann unten auch im Abschnitt Metrics deutlich.

Da kann ich dann doch nicht widerstehen und muss nochmals auf den Kunden und dessen Informationsbedürfnisse hinzuweisen. Nur „raus blasen“ bringt wenig und so schließt sich der Kreis wieder zum Beitrag von Falk:

As per a recent Content Marketing Institute study, 90% of top-performing B2B content marketers put the audience’s informational needs first, as opposed to simply broadcasting the message they would like to communicate.

B2B Content Marketing Benchmarks, Budgets and Trends 2020 [Infographic] | Social Media Today

Also bitte auch an den Kunden und die Qualität der Inhalte denken, sonst sind wir genau bei dem Punkt, den Falk angesprochen hat: Als Content Marketing getarnt schalten wir Werbeanzeigen und Promotions, die aber auch ganz schnell als solche erkennbar sind. Und dann, liebe Marketers, werden wir gerade nicht die Click-Through-Rates, Conversions und den Web Traffic bekommen, den wir so gerne in unseren Dashboards tracken.

Bild von ErikaWittlieb auf Pixabay

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