Nach 30 Jahren haben wir jetzt im Juli 2023 wieder in Georgioupoli(s) auf Kreta Urlaub gemacht. Damals – zu Berufsbeginn beziehungsweise im Studium – war es ein finanzierbarer Urlaub in einem ehemaligen Fischerdorf, auch zu dieser Zeit schon touristisch. Es war Urlaubsliebe auf den ersten Blick und wir sind neunmal zurückgekommen, bevor uns die touristische Entwicklung überhandnahm und wir immer mehr das vermissten, was wir an den Aufenthalten schätzten. 2014 sind wir nochmals während eines Kreta-Urlaubs einen Tag dort gewesen und haben uns sehr an den vielen Russinnen und Russen gestört, die den Ort bevölkerten. Da fahren wir nicht mehr hin, so unser Resümee.
Nun sind wir quasi zum Jubiläum doch rückfällig geworden und haben zwei herrliche Wochen verbracht und vieles von dem gefunden, was wir auch damals an dem Ort und vor allem den Menschen liebten. Ihre Herzlichkeit: Der Besitzer der Strandbar Blue Boat, Stelios, und die Chefin des Supermarkts, Anna, haben uns wiedererkannt und begrüßt. Wir haben hervorragend gegessen, haben das einzigartige Licht am Fluss und die Stimmung genossen – und auch wieder eine Lieblingsbar zum späteren Abhängen gefunden.


Wie damals haben wir einen Trip zum Dorf Kournas unternommen, wo wir regelmäßig bei Anna gegessen haben. Und siehe da: Es gibt noch die alte Taverne mit den weltbesten Lammkoteletts, nebenan sitzen noch immer Kreterinnen und Kreter vor dem Haus – alles nahezu unverändert. Vieles ist beim Alten geblieben, im Guten wie auch im Schlechten. Wir haben die für uns guten Dinge genossen und uns erneut über die schlechten Angewohnheiten wie Plastikmüll überall oder den Wahn der Kreter nach lauten Jetskis, Autos oder Motorrädern geärgert. Wir haben „unser Kreta“ wiedergefunden und dabei Roof-Top-Bars und Restaurants und wie Heringe liegende Hotel-Touristen verdrängt und ignoriert. Wahrscheinlich kommen wir wieder, so die Gesundheit mitspielt.


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