Der Herr Tommi hat hier dazu aufgerufen. Der Herr Gigold hat in seinem UberBlogr-Ringbrief darauf aufmerksam gemacht. Der Herr Uhle hat den Fragebogen #blogfragen ebenso ausgefüllt wie der Herr Voß. Und bestimmt haben schon andere „geliefert“. Da sollte ich doch auch, oder?
Und nein, ganz sicher bloggen nicht nur ältere, grauhaaruige Männer. Es gibt viele tolle Bloggerinnen.
Worum geht es? Herr Tommi hat angeregt durch die „Blog Question Challenge“ eine neue Initiative ins Leben gerufen: Die Blogparade #blogfragen! Die Idee dahinter ist simpel, aber spannend – deutschsprachige Blogger*innen teilen ihre persönlichen Erfahrungen und Geschichten rund ums Bloggen.
Also sprach …
Warum hast Du ursprünglich mit dem Bloggen angefangen?
Schreiben ist für mich Passion, Leidenschaft, Entspannung, die Möglichkeit, den Kopf freizubekommen. Ich habe in der Schülerzeitung angefangen, habe immer als Journalist und später als Marketer publiziert und bin bis heute dem Schreiben treu geblieben. Mein Blog war dann die Möglichkeit, Themen „in meinem Notizblock“ (und nicht auf Drittplattformen) zu behandeln, die mich beruflich und privat bewegen und die ich auch sehr gerne diskutiere. Mein Blog ist auch ein Stück Therapie, sich von der Seele zu schreiben, gerade in diesen Zeiten.
Welche Plattform nutzt Du für Deinen Blog und warum hast Du Dich dafür entschieden?
Mein Blog ist auf WordPress.com gehostet, weil ich mich dort nur sehr wenig um die Technik kümmern muss. Das „Customizen“ ist sehr einfach. Das ist der simple Grund.
Hast Du schon auf anderen Plattformen gebloggt?
Ich habe auf Empfehlung meines damaligen Kollegen Thorsten „Stäbchen“ Zoerner mit Posterous angefangen. Posterous ist mittlerweile Geschichte und ich bin auf die wohl populärste Plattform gewechselt. Am Anfang habe ich auch mit Blogger.com herumexperimentiert.
Wie schreibst Du Deine Blogposts? Nutzt Du ein lokales Bearbeitungstool oder eine Panel/Dashboard-Funktion Deines Blogs?
Ich bin nahezu zu hundert Prozent in WP-Admin und dem Gutenberg-Editor.
Wann fühlst Du Dich am meisten inspiriert zu schreiben?
Im Moment „inspiriert“ mich die beschissene Lage in Deutschland und den USA. Als Demokraten dürfen wir das Feld nicht Oligarchen und rechtsradikalen Spinnern überlassen. So etwas hatten wir schon einmal in Deutschland und als Historiker bin ich dort sehr sensibel und ein Freund einer wehrhaften Demokratie. Dazu gehört auch, dass man selbst Flagge zeigt.
Vor den aktuellen Ereignissen gab es (und gibt es auch noch manchmal) einfach Trigger, die mich motivieren: die Erfahrung mit einem Tool oder Gadget, ein guter Wein, Dinge aus meinem Alltag, über die ich schreibe. Und ja, ich will auch bewusst Wissen teilen.
Veröffentlichst Du Deine Texte sofort oder lässt Du sie erst eine Weile als Entwurf liegen?
Wenn Texte liegen bleiben, erscheinen sie in der Regel nicht mehr. Ich veröffentliche meist sofort oder kurz nach einem „Triggerpunkt“. Wenn Lars und ich beispielsweise unseren Podcast #9vor9 aufnehmen, versuche ich, zeitnah dazu auch meinen Text als Reflexion zu publizieren.
Bei #9vor9 könnten wir übrigens auch mal das Thema Bloggen mit einer Protagonistin oder einem Protagonisten aufgreifen. Oder gar eine Serie machen, in der wir Blogs mit den jeweiligen Downern im Gespräch vorstellen. Ihr seht, so entstehen bei mir spontan Ideen und dann auch Texte.
Über welche Themen schreibst Du generell?
In den vergangenen Monaten sind verstärkt politische Themen aufgekommen, weil mir, wie schon erwähnt, die Radikalisierung von rechts Sorgen bereitet und ich Angst um unsere Demokratie habe.
Andere Themen sind meine „Passionen“ Journalismus, Strukturwandel der Öffentlichkeit, soziale Medien, Marketing, die heutige digitale Welt und Transformation, der „Digital Workplace“ sowie netzpolitische und „genussvolle“ Themen (meist rund um Wein), aber auch die Erfahrungen mit meiner Krankheit.
Für wen schreibst Du?
Für mich selbst als Therapie. Schreiben macht meinen Kopf frei und regt mich zum Denken an.
Bei politischen Themen möchte ich die Leserinnen und Leser aufklären und motivieren, für unsere Demokratie einzutreten.
Ich schreibe für Freundinnen und Freunde, Bekannte und Leute, die im Netz über meinen Blog stolpern, wie auch immer. Da ich keine Suchmaschinenoptimierung betreibe und auch keine kommerziellen Interessen habe, ist ein gutes Stück Zufall dabei.
Ich teile meine Beiträge bewusst wieder auf den asozialen Facebook oder Instagram, weil sie dort eben Freunde (und vielleicht auch andere Leserinnen und Leser) erreichen, die normalerweise nicht über meinen Blog stolpern würden. Sind das so viele Leute? Nein, aber mir wichtige Personen bekommen so Zugang zu den Beiträgen.
Was ist Dein Lieblingsbeitrag auf Deinem Blog?
Hab ich so nicht. Aber vielleicht als Reminiszenz an vermeintlich bessere Zeiten ein Beitrag von 2009: „Gezwitschere“ – Kann man das ernst nehmen?„
Hast Du schon Blogpausen eingelegt oder Blogs ganz aufgegeben?
Während meine Krankheit akut war, habe ich durchaus pausiert, aber dann festgestellt, dass Schreiben für mich eben auch Therapie ist.
Ich habe den Blog mal umbenannt, beziehungsweise den „beruflich-ernsten“ Blog Digitalnaiv.com und meinen „Genussblog“ unter stefanpfeiffer.blog zusammengelegt.
Was empfiehlst Du Menschen, die mit dem Bloggen anfangen wollen?
Einfach loslegen. Auf WordPress.com (und anderen vergleichbaren Plattformen) hat man ratzfatz seinen Blog aufgesetzt.
Nein, es hängt natürlich davon ab, wen und was man erreichen will.
Hast Du Zukunftspläne für Deinen Blog? Vielleicht ein Redesign, ein Wechsel der Plattform oder neue Features?
Ich bin derzeit mit dem Design zufrieden und habe mich auch mit dem oft kritisierten Gutenberg-Editor notgedrungen angefreundet.
Ich wünsche mir, dass sich Bloggerinnen und Blogger noch stärker vernetzen, sich austauschen, diskutieren und wo sinnvoll gegenseitig die Inhalte promoten. Das wäre der Zukunftswunsch.
Meine Titelbilder erstelle ich meistens mit ideogram.ai und dort bin ich über dieses Bild von natle7 gestoßen: Winston Churchill als Blogger. Passt doch irgendwie.



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