Das Spielkind oder der alte Mann, der gerne mit neuen Technologien spielt, hat wieder zugeschlagen. Ich habe mit einem KI-Videogenerator kurze Clips erstellt, die man auf TikTok, Instagram, YouTube oder anderen Plattformen verwenden könnte. Bei meiner Recherche mit Le Chat von Mistral wurden mir einige Tools vorgeschlagen. Schließlich bin ich bei CapCut, einem intelligenten „Skript-zu-Video“-Tool, gelandet, mit dem man einfach seinen Text eingibt und die KI daraus Videos erstellt – inklusive Grafik, Textüberlagerungen und Musik.
Schnell mal ’nen Clip produzieren
Mit der kostenlosen Version von CapCut lässt sich aus reinem Text in kürzester Zeit ein Clip erstellen. Der Prozess ist einfach und intuitiv: Zuerst wählt man einen Grafikstil – etwa modern, verspielt oder minimalistisch – der die visuelle Gestaltung des Videos prägt. Anschließend sucht man sich eine Stimme aus, die den Text als Voiceover einspricht. Verschiedene Sprachen, männlich und weiblich, stehen zur Auswahl. Schließlich legt man die gewünschte Länge und das Format fest, also beispielsweise bei mir eine Minute im Format 9:16.
Ein Klick auf Generieren und die KI übernimmt dann den Rest: Sie generiert passende Bilder, Clips und Animationen, fügt dynamische Texteinblendungen hinzu und kombiniert alles mit der ausgewählten Stimme. Nach kurzer Zeit ist CapCut fertig und man kann sich das Ergebnis nicht nur anschauen, sondern – und das ist für mich der Clou – ich kann den Text, den die KI von CapCut angepasst hat, nachträglich bearbeiten, ändern und den Clip neu generieren.
So entsteht in wenigen Minuten ein Clip, der sowohl optisch als auch akustisch ansprechend ist – gut geeignet, um ohne hohen technischen Aufwand Videos aus Textvorlagen zu erstellen. Sind die eingeblendeten Illustrationen mit ihren Texten optimal? Nein, es passieren die noch typischen Fehler von KIs. Gerade Texte werden einfach falsch angezeigt oder auch Symbole und Grafiken stimmen nicht.
Die typische Fehler einer Bild- oder Video-KI

Ein Beispiel: Ich habe versucht, aus Textpassagen meines Fohlentickers einen Clip zur aktuellen Situation meiner Borussia generieren zu lassen: Ein BVB-Logo in einem Gladbach-Clip geht halt leider gar nicht. Nun könnte man daran gehen, Passagen, in denen solche „Fehler“ auftauchen, nachzubearbeiten, also Grafiken und Bilder auszutauschen. Auch das unterstützt CapCut, aber genau diese oft zeitaufwendige Arbeit wollte ich mir ja ersparen.
CapCut bietet in der kostenlosen Version und besonders natürlich in der Pro-Version vielfältigste Möglichkeiten, Clips anzupassen. Eigene Bilder und Grafikelemente können eingebunden werden, Übergänge und Effekte gestaltet und ein eigener Markenkit erstellt werden. Ein kleines weiteres Manko der kostenlosen Version: Ich kann nur Clips in einer Länge von einer, drei oder fünf Minuten wählen. Kürzer geht leider nicht.
Was mich darüber hinaus stört, ist die Weigerung von CapCut, bestimmte Texte, die angeblich gegen die Community-Richtlinien verstoßen, in Clips umzuwandeln. Bei sensiblen oder politischen Inhalten kann ich das noch verstehen, aber beim Fußball-Clip schüttele ich doch den Kopf.
Gut für schnelle Videosnippets, aber nicht perfekt
Mein Zwischenfazit: Manche der Clips finde ich richtig gut und vielleicht lasse ich auch hier und da weiter Texte, die ich eh schreibe, visualisieren. Weitere Clips gibt es u.a. hier auf TikTok. Die komplette Stimmigkeit von Text und Grafik werde ich aber wohl nicht mit CapCut erreichen. Da wird es bei dem Aufwand, den ich betreiben will, immer genug Gründe für berechtigte Kritik geben. Ich lasse es mal auf mich zukommen. Natürlich bin ich für Empfehlungen und Tipps zu anderen Tools dankbar.
Sidekick: In den vergangenen Tagen habe ich einige Beiträge hier im Blog veröffentlicht, dass sich vor allem die junge Generation über TikTok, Instagram und YouTube informiert. Und ich habe Politikerinnen und Politiker, Journalistinnen und Journalisten aufgefordert, dort ebenfalls präsent zu sein. Dieses Experiment mit CapCut ist auch ein Ergebnis dieser Forderung, authentische Inhalte dort zu platzieren, wo die jungen Leute sind. Dabei möchte ich auf belehrende Videos, in dem der alte weisshaarige Mann spricht, eigentlich verzichten.
CapCut: Nicht für Fußball-Kommentare geeignet
Und hier der nicht sehr gute Fußball-Clip. Dafür erweist sich CapCut als nicht geeignet, zumindest ohne intensive Nachbearbeitung:
Aus Jux und Tollerei habe ich noch ein anderes Experiment mit Vidnoz AI gewagt. Mein Kommentar gesprochen von meinem Fotoavatar mit anderer Stimme. Auch meine Stimme könnte ich hinterlegen, aber das würde nach wenigen Tagen Geld kosten.


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