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Facebook – Unbeliebt aber unaufhaltsam? The winner takes it all (via Handelsblatt)

Als direkten Netzwerkeffekt bezeichnen Ökonomen den Nutzen, von dem jeder Benutzer durch jeden weiteren Teilnehmer des Netzwerks profitiert, weil er sich mit weiteren Usern verbinden kann.

Daneben wirkt sich auch der indirekte Netzwerkeffekt positiv auf die Attraktivität der Plattform aus: So entwickeln beispielsweise externe Anbieter umso mehr zusätzliche Spiele wie Farmville und andere Apps für Facebook, je mehr Nutzer auf der Plattform angemeldet sind. Deshalb tendieren Märkte wie die von sozialen Online-Netzwerken zu einem „Winner-takes-it-all“-Effekt: Sobald ein Angebot einen deutlichen Vorsprung im Vergleich zu anderen besitzt, steigt die Nutzerzahl rasant an, während die Konkurrenz-Netzwerke massiv an Attraktivität verlieren.

Ein aufschlußreicher Bericht zum Facebook-Phänomen: Unbeliebt, aber weiter wachsend, vielleicht sogar unaufhaltsam gewachsen? Und ich habe ja auch dieser Tage mein Unbehagen ausgedrückt, bleibe aber auf Facebook, weil ich dort am meisten „sozialen Vernetzungsspass“ habe. Hinzu kommt das, was Stephan Dörner im Handelsblatt als indirekten Netzwerkeffekt bezeichnet, ein Phänomen, das wir – wie richtig dargestellt – schon im Markt für PC-Betriebssysteme hatten:

Netzwerkeffekte sind auch für viele andere Bereiche der IT-Industrie prägend. So hält sich bei den PC-Betriebssysteme seit Jahrzehnten ein stabiles Quasi-Monopol von Microsoft. Solange Windows das mit Abstand meistgenutzte Betriebssystem ist, lohnt es sich für Software-Anbieter, vor allem für dieses Betriebssystem zu programmieren – was die Plattform wiederum auch für Anwender attraktiver macht. Einen ähnlichen Effekt lässt sich derzeit für den stark wachsenden Markt des Mobile Computing beobachten: Mit harten Bandagen kämpfen unter anderem Apple und Google um die Vorherrschaft bei Smartphones.

Bei Smart Phones und Tablets scheint mir die Entscheidung zumindest noch nicht gefallen. Im Smart Phone-Segment regiert noch die Vielfalt. Bei Tablets hat sich Apple sicherlich mit dem iPad einen großen Vorsprung herausgeholt und es wird ganz entscheidend sein, wie schnell gerade die Linux-Variationen auf den Markt kommen. Die mobile Entwicklung hat zudem einen Nebeneffekt: Durch die Vielfalt mobiler Endgeräte und den Druck von Apple und Google, wird am Monopol von Microsoft geknabbert. Im Falle Facebook-Monopol hilft uns das nicht.

Posted from Digital naiv – Stefan63’s Blog

Filed under: Soziale Medien & "das Netz"

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... arbeitet in Communications bei Kyndrl Deutschland, dem weltweit führenden Anbieter zum Management kritischer IT-Infrastruktur. Den gelernten Journalisten hat seine Leidenschaft für das Schreiben, Beobachten, Kommentieren und den gepflegten Diskurs nie verlassen. Diese Passion lebt er u.a. in seinem privaten Blog StefanPfeiffer.Blog oder auch als Moderator von Liveformaten wie #9vor9 - Die Digitalthemen der Woche und Podcasts aus. Digitalisierung in Deutschland, die digitale Transformation in der Gesellschaft, in Unternehmen und Verwaltung oder die Zusammenarbeit am modernen Arbeitsplatz sind Themen, die in leidenschaftlich bewegen. Vor Kyndryl hat Pfeiffer in der IBM im Marketing in unterschiedlichen internationalen Rollen gearbeitet. Seine weiteren beruflichen Stationen waren FileNet und die MIS AG. Auf Twitter ist er als @DigitalNaiv „erreichbar“. 

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