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Mein Online-Händler #5 – Vicampo – Deutscher Wein direkt vom Winzer

Ein besonderes Konzept präsentiert meine Onlineshop #5

Vicampo.de

Sie werben wie folgt:

Vicampo - Wein direkt vom WinzerWein direkt vom deutschen Winzer … Ein interessantes Konzept und in der Tat findet man viele interessante Weingüter. So habe ich Stefan Winter entdeckt, dessen Riesling mir bei einem Besuch bei meinem Freund Leen extrem gut geschmeckt hat. Er ist wohl schon lange kein Geheimtipp mehr. Neben Insidern und Newcomern gibt es auch Weine von den bekannten Stars der Szene, von Bassermann-Jordan bis Weil. Und auch Günther Jauch lächelt mir auf der Webseite mit seinem Weingut Von Othegraven entgegen.

Die Winzer kategorisiert auf Vicampo Insgesamt nach meiner Einschätzung eine durchaus beachtliche Auswahl, die sich sicher auch wandelt. Über die Kategorisierung kann man sicher diskutieren, aber was soll es. Das ist ja nur ein hilfreicher Einstiegspunkt, um einen Wein zu finden. Für deutschen Wein scheint mir Vicampo eine sehr valide und werthaltige Bezugsquelle zu sein.

Die Stärke von Vicampo könnte aber auch eine Schwäche sein. Teilweise wird der Wein von Vicampo versendet, teilweise kommt er direkt vom Winzer. Und das hat natürlich Einfluss auf die Versandkosten. Wer versendet, ist transparent unter „Versand durch“. Ich habe das aber beispielsweise bei meiner inititialen Bestellung übersehen und bekam meine Lieferung von drei verschiedenen Quellen.

Zwar war meine letzte Order über 12 Flaschen – dann ist die Lieferung kostenfrei -, aber eben nicht 12 Flaschen vom jeweiligen Winzer oder Vicampo. Die Folge: Ich durfte dreimal Porto in einer Höhe von € 4,90 zahlen. Nicht falsch verstehen: Kein Weltuntergang, der durchaus etwas, was man beim Preisvergleich im Auge haben sollte. Und ich hätte es natürlich bemerken können, wenn ich die Bestellbestätigung besser gelesen hätte. Und hier nochmals die Bestätigung, dass Bestell- und Rechnungsabwicklung auch bei Vicampo absolut einwandfrei waren.

Bei Vicampo habe ich auch zwei Probierpakete bestellt, einmal Weissburgunder, einmal Grauburgunder. Das hat man dann die typischen Herausforderungen dieser Pakete. Der eine Wein mundet einem persönlich besser, der andere nicht so. Wieder nichts, für das man Vicampo verantwortlich machen kann.

Die Webseite von Vicampo ist mir persönlich etwas zu bunt und überladen. Da muss man schon nach der ein oder anderen Info sorgfältig suchen, die aufgrund bunter, großer Banner „verloren“ geht. Deutlich zu viel Infomration, die man auf der Home Page unterzubringen versucht. Vergeblich gesucht habe ich beispielsweise meine bisher getätigten Bestellungen bei Vicampo. Die musste ich in meinen E-Mails nachschauen. Sollte ich den entsprechenden Menüpunkt übersehen haben, so wäre ich für einen Hinweis sehr dankbar.

Der Sprachstil auf Vicampo ist persönlich und man wird mit Du angesprochen. Damit habe ich kein Problem, aber vielleicht fühlt sich der ein oder andere etwas konservativere Besucher überfallen? Explizit wird auch Hilfe per Telefon angeboten wie auch die Möglichkeit, Weine zu finden. Lobenswert.

Hile per Telefon und Beratung

Neben den Wein- und Winzerinfos gibt es einige informative Seiten, vom Weinüber das Weingutverzeichnis bis zum Blog. Den habe ich mir natürlich auch angeschaut und leider scheint er eingeschlafen zu sein. Die letzten Beiträge sind von 2011 (und wie so viele der Blogs der Onlineshops ist auch der Vicampo-Blog nach meinem Geschmack oft zu plakativ werbend). Daneben gibt es eine Facebook-FanPage und ein Google+-Präsenz, auf denen sich aktuelle Meldungen, meist Promotions, finden. Na ja …

Vicampo hinterlässt bei allem Gemäkele, das ich gerade abgesondert habe, einen durchaus positiven Eindruck. Ich werde dort auch sicher hin und wieder mal Wein bestellen, aber genau darauf achten, von wem er verschickt wird. Das Konzept und die Idee sind gut. Im Detail sollte man noch nacharbeiten.

Anbieter Vicampo
Produktauswahl Fokus auf deutsche Weine, von bekannten Stars bis zu „Geheimtipps“
Online-Auftritt Etwas überladen, (zu) viele bunte Banner und Promos auf der Home Page
Marketingansatz E-Mail Newsletter. Probierpakate, Vorkosterpakete
Empfehlungsmarketing Präsenz auf Google+ und Facebook, Blog eingeschlafen
Bewertung des Marketingansatzes
(Sterne 1 ausreichend bis 5 sehr gut)
★★★
Bewertung des Weinangebots (Sterne 1 ausreichend bis 5 sehr gut) ★★★

Meine vorhergehenden “Besprechungen”:

Filed under: Essen & Trinken

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... arbeitet in Communications bei Kyndrl Deutschland, dem weltweit führenden Anbieter zum Management kritischer IT-Infrastruktur. Den gelernten Journalisten hat seine Leidenschaft für das Schreiben, Beobachten, Kommentieren und den gepflegten Diskurs nie verlassen. Diese Passion lebt er u.a. in seinem privaten Blog StefanPfeiffer.Blog oder auch als Moderator von Liveformaten wie #9vor9 - Die Digitalthemen der Woche und Podcasts aus. Digitalisierung in Deutschland, die digitale Transformation in der Gesellschaft, in Unternehmen und Verwaltung oder die Zusammenarbeit am modernen Arbeitsplatz sind Themen, die in leidenschaftlich bewegen. Vor Kyndryl hat Pfeiffer in der IBM im Marketing in unterschiedlichen internationalen Rollen gearbeitet. Seine weiteren beruflichen Stationen waren FileNet und die MIS AG. Auf Twitter ist er als @DigitalNaiv „erreichbar“. 

9 Comments

  1. Markus Pflugbeil

    Schöne Idee, die Erfahrungsberichte mit den Online-Weinhändlern (auch wenn ich allerdings den Kauf nach Probieren direkt beim Winzer oder im Weinladen bevorzuge). Mir gefällt auch, dass durchaus berufsbedingte Aspekte des Autors, wie eben das Social Media Marketing, berücksichtigt werden. Ich möchte hier auch noch den Tipp für einen Online-Weinhändler loswerden, den ich erst vor kurzem kennengelernt habe. Und zwar kennengelernt sowohl die Betreiber persönlich, auf dem Heimweg von den Winevibes, als auch den Bestellprozess auf deren Shop: http://www.225liter.de Sie machen aus meiner Sicht vieles richtig und sehr gut und bieten dazu noch einen sehr persönlichen Service an. Auf einer „Live-Degustation“ konnte ich mich auch schon direkt von der Qualität des Angebots überzeugen. Vielleicht mal ausprobieren…

    • Hallo Herr Pflugbeil, ich bin gerade ganz zufällig über diesen Kommentar gestolpert! Vielen Dank für das viele Lob, freut mich wirklich sehr. Ich hoffe Sie haben ihre Meinung inzwîschen nicht geändert und wir sehen Sie auf unserer nächsten Verkostung im November wieder!
      Herzliche Grüße,
      Stefan Grote (www.225liter.de)

      • Herr Pflugbeil wird sich sicherüber die Nachricht freuen.
        Viele Grüsse und schönes Wochenende

  2. Hallo Markus, danke für Kommentar und Tipp. Ich habe lange Jahre einen guten Weinladen hier vor Ort in Eberstadt gehabt, bei dem ich gekauft und auf die Beratung gehört habe. Die haben dann leider die Filiale zugemacht und sind „nur noch“ in Darmstadt drinnen (http://www.weinkontordarmstadt.de). Jetzt gibt es einen Laden vor Ort, den ich mir aber noch anschauen muss (http://www.weingalerie-eberstadt.de/). Ich bin absolut dafür, gerade den Einzelhandel vor Ort zu unterstützen.

  3. Zunächst möchte ich für die vielen guten Eindrücke danken, aber auch für die wertvollen Hinweise zu unserer Website. Wir werden uns die einzelnen Punkte noch einmal gesondert im Team anschauen.

    Unsere Seite wurde im Oktober 2012 neu gelauncht, sodass wir aktuell immer noch Features nachschieben. Da können wir solche Hinweise sehr gut gebrauchen. Vor allem den Punkt mit den LIeferkosten finde ich wichtig.

    Was das Marketing angeht, so bauen wir gerade ein Konzept zusammen, dass durch ein kleines Team mit Leben gefüllt werden soll. Deshalb ist z. B. Google+ nicht mehr als eine Baustelle. Das Blog jedoch soll für Kunden wie Interessenten ein Sammelpunkt für spannende Informationen rund um unsere Produkte und Wein allgemein werden.

    Noch einmal, Danke für den aufschlussreichen Test.

  4. Hallo Christoph,

    eine Webpräsenz (und Marketing) ist eine Sache, die man latent beobachten und weiterentwickeln muss, gerade in Zeiten, wo Mobilgeräte (habe ich gar nicht betrachtet) und soziale Kanäle eine immer wichtigere Rolle spielen. Vielleicht werden ich mich des Themas mal „ernsthafter“ annehmen und Onlineseiten von Weinshops mal nach Kriterien abtesten. Das hier ist ja mein Privat- und Spassblog. Mit dem Thema ‚Was ist eine gute Kundenerfahrung‘ werde ich mich demnächst auf jeden Fall in meinem Business Blog auseinandersetzen.

    Heute ist ein neues Paket von Euch eingetroffen. Bin und bleibe also Kunde.

    Grüsse

    Stefan

  5. Pingback: Testsieger: Die besten Online-Weinhändler 2013 – via @Weinbilly | Ei Gude, wie?

  6. Schade finde ich in mancher Hinsicht die oftmals vernichtende Preispolitik im Web für Wein. Die Abwärtsspirale nach unten wird zukünftig immer schwieriger sein aufzuhalten. Natürlich freut sich der Kunde über tolle Angebote aber die natürlichen Ressourcen der Winzer sind nicht unendlich. Das war vieleicht nicht 100 % Themenrelevant sondern nur ein kleiner Appell 🙂

  7. Dominik

    Gute Beschreibung des Portals, hatte selber dort einmal bestellt und fand den Shop gut. Vor kurzem bin dann aber einmal auf die lokaleren Shops gestoßen. Cantatore.de hat es mir dabei besonders angetan, da ich auch italienischer Fan bin. Hier wird alles noch ganz persönlich genommen und die Qualität überzeugt auf ganzer Länge!

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