Und Adam biss in den Apfel … – Meine persönliche Apple-Geschichte

Die Tage bin ich auf diesen Artikel auf ZDNet gestoßen. Dort wird berichtet, das mein Arbeitgeber IBM sein Mac-spezifisches Verwaltungsprogramm Mac@IBM frei als Open Source verfügbar macht. Auf der JAMF User Nation Conference in Minneapolis sagte IBM CIO Previn Fletcher demnach dazu:

„Mac@IBM enrollment app is the culmination of three years of IBM’s investment in engineering to deliver the industry-leading Mac@IBM program. The app makes setting up macOS with Jamf Pro [an enterprise Apple device management program] more intuitive for users, and makes it easier for IT departments to respond to employee desire to support choice.“

„The Mac@IBM program placed the user first, reflecting IBM’s belief that IT is a driver of culture change and leads to engaged employees.“

über ​IBM open-sources Mac sysadmin software | ZDNet

Seit einigen Jahren können Anwender in der IBM wählen, ob sie einen Windows PC oder einen Mac nutzen wollen. Mac@IBM wurde entwickelt, damit die MacBooks schnell und unkompliziert von den Anwendern installiert und genutzt werden können. Und das Programm ist in der Tat extrem hilfreich und automatisiert das Setup, macht die entsprechenden Sicherheitseinstellungen, die für einen Einsatz in der IBM notwendig sind. Unterdessen sind laut Bericht von ZDNet rund 134.000 Macs bei der IBM Einsatz.

Besonderes Aufsehen erregte die Aussage, die man schon im Oktober 2016 tätigte, dass jeder eingesetzte Mac dem Unternehmen über 4 Jahre bis zu $543 im Vergleich mit einem Windows PC einspare. Eine fette Aussage, die auch durchaus kontrovers diskutiert wurde und wird. Microsoft veröffentlichte am 12. Dezember 2016  – sicher nicht nur wegen der IBM Meldung – extrem positive Nachrichten über die eigene Hardware. Aus Frust über den Mac würden mehr und mehr Anwender auf Surface wechseln. Damals habe ich geschrieben, dass Microsoft versuche Apple den Coolness-Faktor zu nehmen. Und es ist auch teilweise gelungen.

Innovation bei den MacBooks?

Die Klagen über fehlende Innovation bei den MacBooks sind nicht neu und werden nicht aber, auch gerade wieder anläßlich des Apple-Events am 30. Oktober 2018 hochgekocht. Sicherlich nicht zuletzt bemängelt wird die fehlende Touch-Unterstützung des MacBooks. Generell scheint es auch mir, dass Apple ein Innovationsproblem hat. Apple Watch und neue iPhones oder iPads herauszubringen ist nicht genug. “It just works” reicht irgendwann nicht mehr.

Und das schreibt jemand, der seit 2009 MacBooks im Einsatz hat. in der IBM als Arbeitsplatzrechner. Das war lange bevor IBM selbst seinen Mitarbeitern Macs als Alternative anbot. Once upon a time oder es war einmal vor etlichen Jahren, da bin ich von meinem Windows XP-Rechner auf macOS gewechselt. Da stand der Mac meiner Frau herum. Sie nutzte ihn kaum – auf ihrer Arbeit gab und gibt es nur Windows – und so biss ich halt wie anno dazumal Adam in den Apfel. Damit waren die Weichen für die kommenden Jahre bis heute gestellt. Es war eine knappe Entscheidung. Wir durften damals schon Windows, MacOS oder Linux benutzen. Für Windows gab es offiziellen Support mit Hotline, Linux und MacOS wurden im Self Service-Modus betrieben.

Und wie ging das ohne offiziellen Support? Ganz hervorragend. In der IBM hatte sich vor Jahren schon eine Gemeinschaft von Mac- und iOS-Anwendern gebildet, die ihre Erfahrungen online im unternehmensinternen sozialen Netzwerk IBM Connections austauschen. Hier wurden (und werden) Tipps und Tricks dokumentiert, offene Frage besprochen, Verbesserungsvorschläge ausgearbeitet und vieles mehr. Ein IBMer half dem anderen. Es war eine sehr lebendige Gemeinschaft, maßgeblich moderiert von ein bis zwei Community Managern, die auch immer wieder aktiv über Neuerungen informierten. Übrigens ein exzellentes Beispiel für eine lebendige Communities und den möglichen Erfolg von Self Service-Communities.

“It just works” reicht irgendwann nicht mehr!

Die Partnerschaft zwischen Apple und IBM, die offizielle Möglichkeit, MacBooks als Arbeitsplatzrechner zu bestellen – bis dahin waren es BYOD (Bring Your Own Device), also privat gekaufte Geräte –  wie auch das erwähnte Mac@IBM, dessen Entwicklung sicherlich durch die  neue Freundschaft forciert wurden, machten das Leben für Mac-Anwender bei Big Blue dann sicher noch einfacher.

Und noch bin auch ich happy. Die Produkte funktionieren (weitgehend). Zwar war ich 2014 ziemlich sauer auf Apple, die den defekten Bildschirm meines damaliges 15 Zoll MacBook nicht ersetzen wollten, obwohl es ein klarer Garantiefall (nicht nur von mir) war. Und zum ersten (oder zweiten Mal?) musste ich kürzlich meinen privaten Mac (Baujahr Mitte 2014) komplett neu aufsetzen, da er beim Booten hängen blieb. Auch die Mac-Experten in Darmstadt konnten das Problem nicht fixen. Angeblich  sei eine Malware verantwortlich. Jetzt funzt der Mac wieder. Trotzdem ein Erlebnis, das ich glaubte nach Windows hinter mir gelassen zu haben.

Doch hoffe ich immer noch auf Innovation, einen MacBook mit abnehmbaren Touchscreen gar, so dass das unterdessen angegraute iPad Air überflüssig würde. Mein zweiter Mac – das unterdessen von IBM gestellte Gerät – läuft ja noch 2-3 Jahre. Vielleicht tut sich bis dahin etwas, wobei Zweifel angebracht sind. Die Macs scheinen doch eher das fünfte Rad am Wagen zu sein. Sie zeichnen sich ja auch nur für einen geringeren Teil der Apple-Umsätze verantwortlich. Die Hoffnung stirbt … Und die Uhr tickt für den Mac …

Nachtrag 1: Eher Home-Nachtrag jenseits des MacBooks

Neben den MacBooks sind viele andere Äpfel im Pfeiffer’schen Gerätezoo im Einsatz, von der Time Capsule von 20 über die dritte oder vierte Generation iPhone(s)  bis zur Apple Watch (unterdessen der 3. Generation). Mit iPhone und Watch bin ich immer noch hoch zufrieden.

Deutlich mehr erwartet hatte ich mir von Apple CarPlay, das ich in meinem (Dienst-)Audi nutzen kann. Jedoch ist die Zahl der unterstützten Apps sehr überschaubar und das scheint sich auch nicht wirklich dramatisch zu ändern. Das nächste Experiment mit CarPlay steht kurz bevor: Der neue VW meiner Frau setzt ausschließlich auf Touch-Bedienung und Navigation mit Carplay. Immerhin steht neben der Apple-Navigation nun auch Google Maps und wohl auch Waze zur Verfügung.

Apple Home nutze ich derzeit überhaupt, wäre eventuell eine Option, aber Preise und Geräte müssen halt stimmen. Auch dem HomePod habe ich bisher widerstanden: wenn ein Sound-System, dann eines, das ich mit unserem Fernseher koppeln kann. Apropos Fernseher. Ein Apple TV der 4. Generation ist auch im Einsatz. Das Gerät der 2. Generation hat es irgendwann nicht mehr getan …

Nachtrag 2: Apple & Datenschutz

Die Tage habe ich schon positiv über Apple und deren durchweg positive Einstellung zum Datenschutz geschrieben. Hier gibt es schon deutliche Unterschiede zu Datenstaubsaugern wie Google, Facebook oder Amazon, die Kundendaten monetarisieren. Apple lebt halt von seinen Produkten.

[Und es gibt auch deutliche Parallelen zur IBM, die eine sehr ähnliche Einstellung zur Datenhoheit der Anwender und Anwenderunternehmen formuliert hat.]

Palle sieht Apple’s Data Privacy Policy auch positiv:

(Stefan Pfeiffer)

Ein Kommentar zu „Und Adam biss in den Apfel … – Meine persönliche Apple-Geschichte

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