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Gibt es das rechte Untergrundnetzwerk in der Bundeswehr? – Schweigen nach Berichten von TAZ und Focus

In den letzten Wochen habe ich mir Babylon Berlin angesehen. In der Serie spielt die Schwarze Reichswehr eine wichtige Rolle, eine illegale paramilitärische Gruppierung, die es wirklich gab und die von Royalisten und Feinden der Weimarer Republik innerhalb der offiziellen Reichswehr unterstützt wurde. Daran musste ich denken, als ich den Bericht der TAZ vom 16. November 2018 über Hannibals Schattenarmee gelesen habe. Darin berichten die TAZ-Journalisten Martin Kaul und Christina Schmidt über ein rechtes Untergrundnetzwerk in der Bundeswehr, das beste Verbindungen in deutsche Behörden unterhalten soll:

Überall in Deutschland, auch in Österreich und der Schweiz, haben sich Gruppen formiert, die daran arbeiten, einen eigenen Staat im Staate aufzubauen. Mitglieder in diesen Gruppen sind Polizisten und Soldaten, Reservisten, Beamte und Mitarbeiter des Verfassungsschutzes, die unter konspirativen Bedingungen einen Plan hegen: Wenn sie die Zeichen sehen, wenn „Tag X“ da ist, wollen sie zu den Waffen greifen.

über Rechtes Netzwerk in der Bundeswehr: Hannibals Schattenarmee – taz.de

Neben der TAZ berichtet (nur) noch der Focus am 17.11.2018:

Das Bundeskriminalamt hat Hinweise auf ein geheimes Netzwerk deutscher Elitesoldaten. Zeugenaussagen zeichnen das Bild einer Killertruppe. Das Parlament wurde vom Verteidigungsministerium nicht informiert.

über Schattenarmee in der Bundeswehr: Wie sich Elite-Soldaten auf „Tag X“ vorbereiten – FOCUS Online

Ich habe nun eigentlich darauf gewartet, dass andere kritische Publikationen vom Spiegel bis zu den öffentlich-rechtlichen Magazine das Rad weiter drehen, sprich recherchieren und berichten. Habe ich dann aber nicht wahrgenommen. Heute bin ich auf einen Bericht auf Deutschlandfunkkultur.de gestossen, der genau „meine“ Frage stellt: Wo bleibt die Resonanz auf die „Hannibal“-Recherche?

Die große Debatte bliebt aus

Eine Woche nach der taz-Recherche ist diese große Debatte aber ausgeblieben, weder in den überregionalen Zeitungen- noch auf der großen Bühne der Polit-Talkshows, wurde über Kontrollmöglichkeiten in der Bundeswehr, in den Polizeien oder Verfassungsschutzämtern diskutiert.

über Medienkritik – Wo bleibt die Resonanz auf die „Hannibal“-Recherche?

Ist nichts dran an der TAZ- und Focus-Story? Oder was ist der Grund, warum nichts weiter zu lesen und zu hören ist?

(Stefan Pfeiffer)

Filed under: Netzpolitik & die große Politik, Soziale Medien & "das Netz"

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... arbeitet in Communications bei Kyndrl Deutschland, dem weltweit führenden Anbieter zum Management kritischer IT-Infrastruktur. Den gelernten Journalisten hat seine Leidenschaft für das Schreiben, Beobachten, Kommentieren und den gepflegten Diskurs nie verlassen. Diese Passion lebt er u.a. in seinem privaten Blog StefanPfeiffer.Blog oder auch als Moderator von Liveformaten wie #9vor9 - Die Digitalthemen der Woche und Podcasts aus. Digitalisierung in Deutschland, die digitale Transformation in der Gesellschaft, in Unternehmen und Verwaltung oder die Zusammenarbeit am modernen Arbeitsplatz sind Themen, die in leidenschaftlich bewegen. Vor Kyndryl hat Pfeiffer in der IBM im Marketing in unterschiedlichen internationalen Rollen gearbeitet. Seine weiteren beruflichen Stationen waren FileNet und die MIS AG. Auf Twitter ist er als @DigitalNaiv „erreichbar“. 

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