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Fruchtiger Rieslingsekt, traditionelle und Prestige-Linien oder wie viel Briochearomen und Nussnoten sollte ein Sekt haben| Wein-erlei

Ich, wir mögen Sprudler. Ein Glas Sekt gehört für uns dazu, wenn Freunde (damals vor der Pandemie und hoffentlich bald wieder) zu Besuch kommen. Und ein- beziehungsweise ausgeschenkt wird der Sprudler natürlich im Sektkelch, also bisher. Dann haben mir die Kenner der Szene ans Herz gelegt, doch mal das große Glas zu probieren, da dort ja die Aromen noch besser heraus kämen. Ich mache das nun ab und an. Meine Frau ist beim Sektkelch geblieben, denn sie hat den Eindruck, dass der Blubber im großen Glas viel zu schnell verschwindet.

Lange Jahre war ein Prosecco (Prosecco Frizzante di Valdobbiadene DOC DEA) vom Weinladen um die Ecke unser Lieblingsgetränk. Der machte dann den Laden in Eberstadt zu. Trotzdem bin ich dann nach Darmstadt „rein gefahren“, unter anderem, um diesen Prosecco zu holen. Doch dann wollte der italienische Lieferant, dass der Laden eine größere Menge abnimmt und schon war der Prosecco nicht mehr im Sortiment. Ich meine, es ist dieses Weingut gewesen, bin mir aber nicht mehr sicher.

Unterdessen landen wir meistens bei deutschem Sekt und das ist auch der heutige Anlass für das Posting. Einer unserer Lieblingssekte sind der Kallfelz Riesling Brut und Extra Brut von der Mosel, den wir vor Jahren bei einem Besuch beim Winzer verkostet haben und der seitdem immer wieder in den Keller gelegt wird. Es sind gradlinige, fruchtige Rieslingsekte in der 10 Euro-Klasse, die wir immer wieder gerne trinken.

Eine Etage höher liegt dann beispielsweise der Griesel Rosé Tradition Brut von der Bergstrasse, geschmacklich und vom Preis (rund 16 Euro). Hier merkt man dann im Geschmack, dass der Sekt aus Pinot Noir & Pinot Meunier aus traditioneller Flaschengärung einige Zeit auf der Hefe liegt. Das schmeckt man auch an einem leichten Nebengeschmack, einem Hefeschwänzchen am Ende, das durchaus ein wenig an Champagner erinnert. Die Experten sprechen dann oft von „Brioche Aromen gepaar mit Nuss Noten“. Ähnlich siedeln wir die entsprechenden Sekte (es muss nicht immer Rosé sein) vom Wilhelmshof, Andres & Mugler, Eymann, Jülg, von Buhl* und vielen anderen deutschen Sektmachern. Da gibt es unterdessen durchaus in der Breite sehr gute Qualität, natürlich nicht mehr nur Riesling, sondern auch Chardonnay oder Blanc de Blancs.

Fast alle offerieren Sekt in der 15 Euro-Klasse, gehen aber dann noch darüber hinaus in Preiskategorien um die Mitte 20 Euro und mehr. Das sind dann Sekte, die noch länger, 5 Jahre und mehr auf der Hefe liegen. Sie gibt es auch in der Prestige-Linie von Griesel oder eben vom Sektpionier Raumland und des Töchtern. „Mit längerem Hefelager entwickeln sich ausgewählte Grundweine zu einem Sekt mit ‚Ecken und Kanten‘, welcher fernab des Mainstreams angesiedelt ist,“ steht auf der Webseite von Griesel.

Ähnlich kann man es bei Raumland nachlesen und ich habe mir auch das Probierpaket der Prestige-Linie bestellt. In Corona-Zeiten gönnt man sich ja sonst nichts. Bei unserer vorerst letzten Weintour, die wir eigentlich im Jahr mit Freunden unternehmen, haben wir beim Wilhelmshof einen solche Sekt probiert. Gerade diese Sekte werden von den Machern auch immr wieder als Essensbegleiter und nicht „nur“ Aperitif im großen Weinglas empfohlen. Sie sind oft der Stolz der Winzer:innen, werden oft als prägend für den Stil des Hauses und Aushängeschild bezeichnet.

Und Ihr ahnt es vielleicht schon: Ich konnte mich bisher meist nicht mit den Sekten dieser Kategorie anfreunden. Der Nachgeschmack, das Hefeschwänzchen bzw. die Brioche- und Nussnoten sind mir oft zu dominant und nehmen mir etwas die Frische und Fruchtigkeit weg, die ich persönlich von Sekt erwarte. Eine große Ausnahme war der Blanc de Noir Sekt Rèserve Extra Brut (2007??) vom Weingut Jülg, der 74 Monate in der Flasche gereift hat, und dem ich 2015 bis auf die letzten Flaschen nachgejagt bin. Er hatte die entsprechende Brioche-Noten, sehr prägnant, aber angenehm.

Doch zurück zu den stil- und prestigeprägenden Sekten der deutschen Weinmacher. Geschmäcker sind halt verschieden und entwickeln sich. Wer weiß, was ich in einigen Jahren schreibe. Ich, wir werden uns weiter durchprobieren und auch mal wieder den Champagner von Champion Denis über meinen Tenniskameraden Rainer bestellen. Das ist ebenfalls ein exzellenter Tropfen zu einem sehr fairen Preis, was bei Champagner ja nicht immer der Fall ist. Denis offeriert unter anderem eine exzellenten Rosé oder auch den Grande Réserve Millésime für rund 18 Euro. Immer wieder gerne!

(Stefan Pfeiffer)

* Zum Rieslingsekt von Buhl: Ist mir nach anfänglicher Begeisterung unterdessen einfach zu trocken.

Filed under: Essen & Trinken

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Veröffentlicht von

Stefan Pfeiffer ist seit 2007 bei der IBM in verschiedenen Marketingpositionen tätig. Nie hat den gelernten Journalisten seine Leidenschaft für das Schreiben verlassen, die er vor allem in seinem persönlichen Blog StefanPfeiffer.Blog (ehemals DigitalNaiv) auslebt. Daneben ist er immer mehr als Moderator von Livevideostreams - #9vor9 - Die Digitalthemen der Woche - und Podcasts aktiv. Seine inhaltliche Leidenschaft im IT-Umfeld gilt dem Digital Workplace und generell der digitalen Transformatiom. Auf Twitter ist er als @DigitalNaiv „erreichbar“.

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