A photograph of a modern, brightly lit office space where a diverse group of HR professionals are engaged in a collaborative meeting. Several individuals are interacting with holographic AI interfaces displaying dynamic digital data streams, while others exhibit expressions of empathy and focused concentration. Prominently displayed on a large interactive screen is the text "Mit KI HR besser machen?" and "HR Innovation Day am 14. Juni in Leipzig," creating a futuristic and approachable atmosphere enhanced by warm natural light filtering through the large windows. The background subtly reveals sleek, minimalist furniture and abstract artwork, reinforcing the theme of technological innovation within a human-centric workspace.

Künstliche Intelligenz im Personalmanagement: Hype oder echter Fortschritt? #9vor9

Im aktuellen -Podcast diskutieren Lars und ich mit unserem Gast, Professor Peter M. Wald von der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig, die Rolle von Künstlicher Intelligenz (KI) im Personalmanagement. Anlass ist der bevorstehende HR Innovation Day am 14. Juni in Leipzig, der unter dem Motto „Mit KI HR besser machen?“ steht – bewusst mit Fragezeichen. Die Diskussion dreht sich um die Frage, ob und wie KI das Personalwesen tatsächlich verbessert, welche Risiken bestehen und wie sich die Rolle der Personaler:innen verändert.

KI im Recruiting: Zwischen Effizienz und menschlichem Faktor

Ein zentrales Thema ist der Einsatz von KI im Recruiting. Während KI-Tools bereits Bewerbungen analysieren, Matching-Prozesse übernehmen und sogar erste Interviews führen, mahnt Peter M. Wald zur Differenzierung: „Gerade im Mittelstand erfolgt keine Auswertung durch KI.“ Dort seien die Investitionen gefühlt einfach zu hoch. Er betont, dass KI vor allem bei der Vorbereitung von Vorstellungsgesprächen helfen kann, etwa durch die Generierung von Fragen und Antworten. Doch der menschliche Faktor bleibe entscheidend: „Es geht dann letztlich darum, diese Beziehungsseite besser zu bedienen. Passt derjenige? Das kann zum Glück die KI aus meiner Sicht sich nicht leisten.“ Lars ergänzt: „Der menschliche Faktor fehlt dann halt, wenn man da mit KI eine Auswahl treffen will.“ Gleichzeitig sieht er aber auch Potenzial, durch KI objektiver zu entscheiden und Vorurteile zu reduzieren.

Bias und Ethik: KI ist nicht automatisch fair

Ich habe auf die Gefahr von Bias hingewiesen: „Es gibt ja auch die Berichte, dass die KI durchaus diese Vorurteile selbst adaptiert.“ Die Diskussion macht deutlich, dass KI-Systeme nur so neutral sind wie ihre Trainingsdaten und die Menschen, die sie programmieren. Peter M. Wald plädiert für eine neue Rolle der Personaler:innen als „organisational referees“, die ethische Standards sichern: „Nicht alles, was möglich ist, ist auch gut langfristig für uns und für die Unternehmen.“ Die Verantwortung, kritisch zu hinterfragen und ethische Grenzen zu ziehen, bleibe beim Menschen.

Lernen, Wissensmanagement und Mittelstand: KI als Werkzeug, nicht als Ersatz

Im Bereich Learning & Development eröffnet KI neue Möglichkeiten, etwa durch Adaptive Learning und Learning Analytics. Wald berichtet von beeindruckenden Beispielen, bei denen Wissen von Mitarbeitenden mithilfe von KI systematisiert und in Lernprogramme überführt wird. Doch er sieht die Verbreitung im Mittelstand skeptisch: „Bei kleinen Unternehmen eher eine gewisse Vorsicht beziehungsweise auch eine Zurückhaltung, was die Kosten angeht.“ Individuelle Lernpfade und Onboarding-Prozesse durch KI bieten enorme Potenziale, aber Investitionen und Know-how seien nötig.

Die Zukunft der Personalabteilung: Beratung, Beziehung, digitale Kompetenz

Peter M. Wald zeichnet ein klares Bild der HR-Abteilung der Zukunft: „Wenig Sachbearbeitung, viel Beratung und Beziehungspflege und letztlich auch die Damen und Herren, die diese IT- und KI-Kompetenz haben.“ Er fordert „Demut“ im Umgang mit Technologie – digitale Kompetenz, Empathie und Mut, auch mal Nein zu sagen. Für den Mittelstand sieht er die Chance, durch Beziehungskompetenz zu punkten: „Sie werden den Entgeltwettbewerb nie gewinnen mit den Großunternehmen, aber sie müssen dafür sorgen, dass sich Mitarbeiter:innen wohlfühlen.“ Lars sieht darin eine echte Chance: „Klingt für mich nach einer echt guten Zeit für die Personaler.“

Welche Möglichkeiten bietet Künstliche Intelligenz in HR? | Prof. Peter M. Wald zu Gast bei 9vor9 #9vor9 – Die Digitalthemen der Woche

Wir haben mal wieder Peter M. Wald, Professor für Personalmanagement an der HTWK Leipzig, zu Gast und sprechen mit ihm über die Rolle von Künstlicher Intelligenz (KI) im HR-Bereich. Anlass ist der kommende HR Innovation Day 2025, bei dem Peter M. Wald das Thema „Mit KI HR besser machen?“ zur Diskussion stellt. 📌 Themen der Episode: – Wie verändert KI die Arbeit von HR-Abteilungen? – Welche Chancen bietet KI für Recruiting, Learning & Development und Outplacement? – Warum braucht HR neben digitaler auch emotionale Kompetenz? – Was muss sich in der Ausbildung von HR-Fachkräften ändern? – Ethik, Datenschutz & Bias: Wo liegen die Grenzen beim KI-Einsatz?

Comments

Eine Antwort zu „Künstliche Intelligenz im Personalmanagement: Hype oder echter Fortschritt? #9vor9”.

  1. Ich war vor vielen Jahren in Bangalore (Indien), um ein Audit bei einem großen IT Dienstleister durchzuführen. Dort rühmte man sich pro Monat aus ca. 1000 Bewerbungen (mit einem menschenbasierten Prozess) die Anzahl der Interviews auf 10 zu reduzieren und davon den Großteil einzustellen. Needless to say: Der Prozess glich einer Rasterfahndung mit scorecards. Da stellt sich die Frage wo der Mensch bleibt und – noch wichtiger – wie ein Team (richtig) erfolgreich sein kann, wenn alle outliers ausgefiltert werden.

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