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Finger weg – Social Media ist teuer

In den vergangenen Wochen hatte ich doch einige Erlebnisse, die mich dazu bewegen, von Social Media abzuraten. Denn:

SOCIAL MEDIA IST (ZU??) TEUER!

Ja, ich kann mal schnell ’nen Twitter-Account einrichten und über Studenten Nachrichten raus blasen lassen. Und meinen Blog, da stelle ich halt mal die Produktbroschüren, White Papers und Pressemitteilungen ein. Sischer dat. Dat funzt. Follower und Fanzahlen schießen wie ein Raketchen nach oben. Und dabei sparen wir Geld. Kostet ja kaum was.

Hmmmm. Lasst es besser sein. Ich weiß, das Appell wird verhallen und wir werden gerade im kommenden Jahr erleben, wie Marketingabteilungen sich wie oben beschrieben auf Social Media, auf Twitter, YouTube, in Blogs, auf Facebook und in andere soziale Netze stürzen werden. Einige werden gewohnt platte Werbung und Einwegkommunikation betreiben. Ja, es wird auch einige witzige und gute Kampagnen geben, aber in der Mehrzahl werden wir berieselt werden.

Wirkliches Engagement in Social Media dagegen ist teuer. Und ich rede hier nicht von Kosten für Banner oder durch Agenturen erstellte YouTube-Clips und Kampagnen. Da fällt manches sicher nicht unter die Kategorie Social Media. Ich rede davon, daß ich als Unternehmen bzw. meine Experten und „Leuchttürme“ in den Dialog mit meinen Interessenten, Kunden und Kritikern gehen müssen. Ich rede davon, daß ich qualitativ hochwertige oder auch witzige Inhalte erstellen muss, die meinen Kommunikationspartnern einen Mehrwert bieten. Ich rede davon, dass meine Experten, die eh kaum Zeit haben, Zeit bekommen, um zu bloggen, in Communities aktiv zu sein und schnell auf Anfragen und Ereignisse im Social Web reagieren. Ich rede von Dialog und nicht von Berieselung. Ich rede von Meinung bilden und Meinungsführerschaft aufbauen. Ich rede von vernetzen und Netzwerk aufbauen. Social Media-Aktivitäten im Sinne von Dialog und Austausch brauchen vor allem Arbeitszeit. Und genau dort liegen die wahren Kosten. Es sind die Stunden, die die Experten und Opinion Leader, Eure Corporate Influencer in Social Media verbringen oder dafür Inhalte erstellen.

Also. Finger weg. Die Mädels und Jungs haben wichtigeres zu tun. Die können Geld verdienen, statt zu chatten oder zu bloggen. Von wegen ROI und so.

Bild von MonikaP auf Pixabay

Filed under: Marketing, Werbung & mehr, Soziale Medien & "das Netz"

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... arbeitet in Communications bei Kyndrl Deutschland, dem weltweit führenden Anbieter zum Management kritischer IT-Infrastruktur. Den gelernten Journalisten hat seine Leidenschaft für das Schreiben, Beobachten, Kommentieren und den gepflegten Diskurs nie verlassen. Diese Passion lebt er u.a. in seinem privaten Blog StefanPfeiffer.Blog oder auch als Moderator von Liveformaten wie #9vor9 - Die Digitalthemen der Woche und Podcasts aus. Digitalisierung in Deutschland, die digitale Transformation in der Gesellschaft, in Unternehmen und Verwaltung oder die Zusammenarbeit am modernen Arbeitsplatz sind Themen, die in leidenschaftlich bewegen. Vor Kyndryl hat Pfeiffer in der IBM im Marketing in unterschiedlichen internationalen Rollen gearbeitet. Seine weiteren beruflichen Stationen waren FileNet und die MIS AG. Auf Twitter ist er als @DigitalNaiv „erreichbar“. 

5 Comments

  1. Albert Pusch

    Da stimmme ich absolut zu! Warum geben Marken-Unternehmen etliche Millionen für die klassische Werbung aus, bei Social Media muss es dann umsonst sein. Thx for sharing!

  2. Anonymous

    Auch ich stimme dem Inhalt grundsätzlich zu, nur im Fazit habe ich eine andere Meinung. Ja, es wird definitiv Zeit und Geld kosten, aber ist dieser Aufwand nicht gut investiert?Plötzlich entstehen Beziehungen, die über ein übliches Verkaufsgespräch hinaus gehen und es entsteht Qualität in der Kommunikation zwischen Partnern jeder Art.Also. Weiter so. Kommunikation gehört zum Auftrag, stärkt die Netzwerke und belebt dieses Werbenetz (Internet) mit Qualität.

  3. Stefan Pfeiffer

    Na ja, Ortwin. Ich halte halt nix von dem ganzen Social Gedöns .-)

  4. Anonymous

    Wir sollen auf Social Apps verzichten, weil Geld zu verdienen sei, statt diese Tools zu nutzen? Ich denke, das sollte in Abhängigkeit des Schwerpunktes von Aufgabengebiet und Zugang zu relevanten Personengruppen bewertet werden. Mag sein, dass IBM noch auf klassische Strutkuren ausreichend Umsatz erzielt. Andere Unternehmen und Start-ups haben u.U. kein so großes klassisches Netzwerk und können so Wissensvorteile über das „Social Gedöns“ erzielen.

  5. Albert Pusch

    Ich denke das war wohl eher mit nem zwinkerden Auge gemeint. Bevor die Jungs und Mädels aus dem Produktmanagement platte Werbebotschaften raushauen, sollten sie es lieber sein lassen. Social Media Marketing rockt – aber nur wenn mans richtig macht! 🙂

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