Schon immer mochte ich kauzige Charaktere, in Büchern – wer erinnert sich aus seiner Kinderzeit an Karl Mays Hobble-Frank, Sam Hawkins, Hadschi Halef Omar, um nur einige zu nennen –, in der Realität, in Film und Fernsehen. Ein solcher Charakter ist Julius Eichendorff, der Hauptdarsteller in Carsten Sebastian Henns Ahr-Krimis. Julius ist Spitzenkoch, Weinliebhaber, Hobbydetektiv, Katzenliebhaber und gestresster Sohn. Seine Abenteuer spielen im Ahrtal und verbinden Krimi, Wein-, Koch- und Reiseführer.
Unter Titeln wie In Vino Veritas oder Nomen est omen kocht er und löst nebenbei Kriminalfälle – oder ist es umgekehrt? Sein Faktotum im Feinschmeckerlokal, eine Kriminalkommissarin, die nervigen Eltern und Kater Bimmel begleiten ihn bei der Lösung der mörderischen Entvölkerung des Ahrtals. Keine große Literatur, aber amüsante Lektüre, die unterhält und Lust auf gute Küche und Ahr-Weine macht. Sechs Bände sind unterdessen erschienen, wobei der letzte Band zur Hälfte aus einer Sammlung der Rezepte besteht, die im Laufe der vorhergehenden Bände erwähnt wurden.
Ja, die Geschichten wiederholen sich und laufen sich etwas tot. Trotzdem, mich haben die Krimis dazu motiviert, mich mit den Ahr-Weinen und -Winzern, von Meyer-Näkel über Adeneuer bis Deutzerhof, auseinanderzusetzen und einige Weine wie den Balthasar C, Us de la Meng oder die Illusion Eins zu probieren, auch wenn deren Weine fast alle in der etwas gehobeneren Preisklasse zu finden sind. Und vielleicht werden wir mit Freunden auch eine Tour durch das Ahrtal machen, die erwähnten Lokale besuchen und Weine verkosten. Mal schaun.
P.S. Eigentlich schreien die Krimis nach einer Verfilmung bei all den Charakteren, dem derzeitigen Fernsehkochwahn und den potentiell schönen Bildern des Ahrtals.

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