FAZ: Kniefall vor Amazon statt Qualitätsjournalismus


Es gibt immer wieder die Momente, da ich am sogenannten Qualitätsjournalismus zweifele. Diesen Samstag ist ein Beitrag von Roland Lindner erschienen, der sich mit dem Amazon-Technologievorstand Werner Vogels unterhalten hat. Vorweg: Amazon hat beeindruckende Erfolge auch jenseits von eCommerce erreicht. Amazon Web Services sind wohl Marktführer im Cloud-Geschäft. Mit Alexa und Echo prägt und dominiert Amazon den Markt für smarte Lautsprecher und Sprachassistenten. Amazon scheint eines der wenigen Unternehmen zu sein, das Investitionen in die Zukunft tätigt und ernst zu nehmen scheint. Bei vielen anderen Konzernen sind Aktienkurs und Gewinnausschüttung wichtiger.

Das gesagt: Wie kann man aber ein solches Gespräch in einer sogenannten Qualitätspublikation veröffentlichen, in dem zumindest aus meiner Sicht wichtige Aspekte überhaupt nicht beleuchtet werden. Hier rede ich gar nicht von den seit Jahren andauernden Auseinandersetzungen um die Tarife in den deutsche Amazon-Logistikzentren. Ich spreche davon, dass Amazon nachweislich Daten seiner Kunden – auch europäischer Kunden – an die U.S.-Behörden weitergibt und auch wohl die Stellungnahme verweigert, welche Daten weitergegeben werden. Und ich spreche auch davon, dass erste Berichte erschienen sind, dass Werbekunden Alexa und Echo nutzen könnten, um ihre Botschaften im heimischen Wohn- und Schlafzimmer direkt an die Frau und den Mann zu bringen.

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Liebe FAZ, lieber Roland Lindner, ich bin dem Hause historisch freudnschaftlich verpflichtet und habe in dem Haus einige Monate gelernt. Das aber ist einfach mangelhaft und kein Qualitätsjournalismus. Schaut Euch an, was eine Marietta Slomka oder eine Dunja Hayali leisten, welches Profil und welche journalistische Unabhängigkeit sie demonstrieren. FAZ: Note ungenügend, mangelhaft, ja schlecht.

(Stefan Pfeiffer)

3 Kommentare zu „FAZ: Kniefall vor Amazon statt Qualitätsjournalismus

  1. Tja. Zitat eines Spiegel Redakteurs aus den guten alten Print Zeiten.Anfang der Neunziger : „Gegen Anzeigenkunden unternehmen wir nichts.“
    . .

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