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Über markige Worte und Versprechungen – oder: Sag niemals nie

Nun musste also Martin Schulz zurückziehen und wird doch nicht Außenminister. Gut so. Wer vorher die Schnauze zu voll nimmt, sollte auch davon eingeholt werden. Schulz ist ein Paradebeispiel. Nein, niemals eine große Koalition. Nein, ich trete nicht in ein Kabinett Merkel ein. Große Klappe. Selber schuld, denn dadurch überschattet er die für die Sozialdemokraten durchaus sehenswerten Verhandlungsergebnisse, an denen er ja ganz offensichtlich maßgeblich beteiligt war.

Tja, auch der durchaus von mir geschätzte (und in der SPD nicht so beliebte) Olaf Scholz, seines Zeichens noch Hamburger Bürgermeister, ist in diese Fall getappt. Im September gab es noch seine Aussage, dass er in Hamburg bleiben wolle. Nun wird er wohl vorbehaltlich der Zustimmung der SPD Mitglieder Finanzminister.

Und um es nochmals ausdrücklich zu sagen: Dies ist kein SPD Problem. Die markigen Worte und vermeintlichen Versprechungen werden auch von anderen Parteien und deren „Größen“ gemacht. Man muss nur nach Bayern zu dem unsäglichen Glyphosat-Schmidt und Dobrindt schauen. Oder nach Herrn Lindner, aber lassen wir das.

Vielen, zu vielen Politikern scheint offensichtlich egal, wie sehr sie mit ihren Aussagen das eh bröckelnde Vertrauen in unsere Demokratie noch weiter gefährden und gerade den rechten Rattenfängern Wähler in die Hände treiben. Glaubwürdigkeit scheint nicht mehr zu zählen. Dabei ist dies für einen Politiker ein wertvolles Gut, meine zumindest ich in meiner offensichtlich altmodischen Weltanschauung. Deshalb mit James Bond: Sag niemals nie. Und wenn Du solche Aussagen triffst, dann steh auch dazu, statt Dein Fähnchen nach dem Winde zu drehen, nach dem nächsten Pöstchen zu gieren und nur an Deine Macht zu denken.

Kann man übrigens auch in andere Lebensbereiche und in die Wirtschaft übertragen. Nur wird da nicht gewählt

(Stefan Pfeiffer)

Filed under: Netzpolitik & die große Politik

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... arbeitet in Communications bei Kyndrl Deutschland, dem weltweit führenden Anbieter zum Management kritischer IT-Infrastruktur. Den gelernten Journalisten hat seine Leidenschaft für das Schreiben, Beobachten, Kommentieren und den gepflegten Diskurs nie verlassen. Diese Passion lebt er u.a. in seinem privaten Blog StefanPfeiffer.Blog oder auch als Moderator von Liveformaten wie #9vor9 - Die Digitalthemen der Woche und Podcasts aus. Digitalisierung in Deutschland, die digitale Transformation in der Gesellschaft, in Unternehmen und Verwaltung oder die Zusammenarbeit am modernen Arbeitsplatz sind Themen, die in leidenschaftlich bewegen. Vor Kyndryl hat Pfeiffer in der IBM im Marketing in unterschiedlichen internationalen Rollen gearbeitet. Seine weiteren beruflichen Stationen waren FileNet und die MIS AG. Auf Twitter ist er als @DigitalNaiv „erreichbar“. 

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