Zum Jahresende FAZ gelesen: Helene Fischer, Mezut Özil, Horst Hrubesch, warum manche Bots überwachen wollen und das agile Unwort

Zum Jahresende am 29. Dezember 2018 nochmals die FAZ kreuz und quer gelesen und mal wieder einige interessante Zitate gefunden. Alfons schreibt im Kommentar auf der Titelseite über Helene Fischer! Welcher Schlagerstar hat das schon geschafft.

Die Geschichte wiederholt sich als Farce: „Atemlos durch die Nacht, bis ein neuer Tag erwacht, singt Helene Fischer. Und von deutschen Schulhöfen schallt es zurück: „Arbeitslos in den Knast, Helene Fischer hat’s geschafft“ …

Die Paradoxie aus überengagierter Form und mangelndem Sinn löst sie durch ihre Show auf. ….

Aber wer hat je Mehrheiten gewonnen, indem er sich als selbstvergessen inszeniert? Insofern geht die Kritik an der Sauberfrau des neudeutschen Schlagers dann wieder ins Leere. Sie will es so, das Publikum will es so, und sogar die Grundschüler freuen sich über schmissige Melodien zu ihren unreifen und unreinen Reimen.

Weiter geht es für mich mit dem Kommentar des Wirtschaftsteils „Bot-Angst essen Seele auf“ vom Hendrik Wieduwilt. Ziemlich süffisant bemerkt er zu möglichen Vorteilen einer Kennzeichnungspflicht für Bots:

Gewiss jedenfalls dem Berliner Unternehmen Botswatch. Es steht bereit, Gesetzgeber, Unternehmen und Verwaltung durch Rat und Tat zu unterstützen, etwa beim Erkennen der vermeintlich gefährlichen Bots. Man könne sich vorstellen, „Analysen“ anzubieten, warb Botswatch-Chefin Tabea Wilke in einem Interview unverblümt. Wilke ist CDU-Mitglied und wird von einem Lobbyisten mit gutem Draht ins Konrad-Adenauer-Haus unterstützt. Freilich geht es dabei nicht nur um edle Motive wie Transparenz und Demokratie, sondern auch um Geld. Die Rädchen in der Hauptstadt greifen präzise ineinander.

Aufgemacht wird im Wirtschaftsteil mit „Drohnen werden zur Schlüsseltechnologie“ – mit Hinweis auf Flugtaxis, extra für Gunnar Sohn.

„Es gibt den Kaiser, den Bomber
der Nation, es gibt Uns Uwe und
es gibt das Kopfballungeheuer“ –
Horst Hrubesch

über Glanzstücke und Kapriolen:
Sportzitate des Tages

Der Sport-Teil bietet einen interessanten Kontrast: ein Interview mit der Ikone Horst Hrubesch, für mich einer der größten der Sympathieträger des deutschen Fussballs, der eben nicht nur „Kopfballungeheuer“ war, sondern auch als Trainer der deutschen U-Männermannschaften und der deutschen Frauen seine Qualitäten und sein Format bewiesen hat. Daneben gibt es langen Beitrag rund um die Affäre Mesut Özil, in der Print-Ausgabe unter dem Titel „Spiegel der Spaltung“ (online nur gegen Bezahlung verfügbar).

Diesmal habe ich mir endlich einmal die „Fülltonne“ geschnappt, die sonst immer meine Frau akquiriert. Und dort finde ich einen Beitrag unter dem Titel „Es gibt einfach viel zu viel Fernsehen“:

Öffentlich-rechtliche und private Sender, Abofernsehen und Streamingdienste produzieren heute mehr Programm denn je. Doch steigt auch die Qualität? Und könnte die Blase 2019 platzen? …

Für die Zuschauer ist die Qual der Wahl größer denn je: aber auch die Frage, wie viel Geld sie für das Angebot ausgeben wollen und wo sie – ARD und ZDF sind da außen vor – am meisten Geld bekommen.

In Beruf und Chance werden die Unworte des Jahres aufgelistet. Und darunter befindet sich … Agile.:

In Teams soll „agile“ gedacht, gearbeitet und geführt werden. Fragen nach dem Sinn eines Projektes? Behäbig, Pläne? Zu starr und blockierend. So agile wie Götterspeise soll das Team also erst die Brücke überqueren, wenn sie daher kommt und bis dahin sich selbst dynamisieren. Die Führungskraft darf da, wo alles fließt, nur noch „supporten“, bloß nicht führen.

Ich gebe zu, dass ich bei dem Begriff „Agile“ auch immer schlucken. Meiner Ansicht wird vieles neu verkauft oder verpackt, was eh zu gesundem Projektmanagement und flexiblem, zuverlässigen Arbeiten gehören sollte. Und der letzte Satz zu Führung gefällt mir auch nicht besonders gut. „Führen“ sollte bei aller Notwendigkeit, Richtung vorzugeben, sehr oft „coachen“ sein.

In der FAZ werden auch die Bilder des Jahres 2018 abgebildet. Und die Zitate des Jahres dürfen nicht fehlen. Und beim Vogelschiss-Zitat des rechten Gauleiters wird mein Laune plötzlich mies. Ende Gelände.

P.S. Gerne hätte ich eines der tollen Bilder der FAZ-Kampagne „Dahinter steckt immer ein kluger Kopf“ als Titelbild verwendet. Geht aus Lizenzgründen nicht. Einige tolle Fotos von Hans Starck findet man hier. Da wird die Laune dann auch wieder besser.

(Stefan Pfeiffer)

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