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„Man kann sich seine Hautfarbe bei der Geburt nicht aussuchen und sie sollte auch völlig egal sein.“ | Jordan Torunarigha

Die eher politischen Beiträge und Zitate häufen sich in meinem Blog. Und ich stehe dazu, denn es gibt allenthalben Grund zur Besorgnis. Das Trauerspiel in Thüringen. Passend dazu die Worte von Gerhard Baum, der sich an seine Zeit in der Hitlerjugend erinnert und rechtsextremistisches Gedankengut im Bürgertum anprangert. Solches Gedankengut hatten wir schon einmal. Nein, es ist wohl noch immer verwurzelt.

Oder aber auch die Vorfälle auf Schalke, wo der dunkelhäutige Hertha-Verteidiger Jordan Torunarigha übelst beschimpft wurde. Das Statement von Jordan auf Instagram, das ich unten zitiere, spricht für sich selbst.

Und ich bin die Tage über einen Tweet auf bewegende Worte in „Des Teufels General“ (im Film gespielt von Curd Jürgens) aufmerksam geworden. Eine Rede gegen billigen, haltlosen Rassismus und die Realität des Durch- und Einwanderungslands Deutschland.

Und hier der Text von Jordan:

Ich wollte mich zu den Ereignissen nicht aus der Emotion heraus äußern, aber jetzt möchte ich das gerne nachholen. Ich bin in Deutschland geboren, ich bin hier aufgewachsen, habe hier mein Abitur gemacht, spreche Deutsch wie alle anderen, deshalb kann ich diese Äußerungen, wie sie von einigen Idioten während des Spiels gemacht wurden, in keinster Weise verstehen. Viele können nicht nachvollziehen, was das bedeutet und was sie damit bei den Menschen anrichten. Ich bin froh, dass ich das Glück habe, so einen Rückhalt durch meine Familie, meine Mitspieler und den Verein zu haben! Das haben vielleicht nicht alle in einer solchen Situation. Ich bin in Chemnitz geboren, habe das alles schon in der Jugendzeit durchlebt. Meine Eltern wurden beleidigt. Deshalb wühlt mich so eine Situation wie auf Schalke so auf und deshalb habe ich so emotional reagiert. Man kann sich seine Hautfarbe bei der Geburt nicht aussuchen und sie sollte auch völlig egal sein. Genauso selbstverständlich, wie unterschiedliche Hautfarbe, Religion oder Herkunft unter uns Sportlern in der Kabine ist, sollte es auch in unserer Gesellschaft sein!

zitiert laut kicker

Bild von Gordon Johnson auf Pixabay

Filed under: Buntes & Vermischtes, Netzpolitik & die große Politik, Soziale Medien & "das Netz"

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... arbeitet in Communications bei Kyndrl Deutschland, dem weltweit führenden Anbieter zum Management kritischer IT-Infrastruktur. Den gelernten Journalisten hat seine Leidenschaft für das Schreiben, Beobachten, Kommentieren und den gepflegten Diskurs nie verlassen. Diese Passion lebt er u.a. in seinem privaten Blog StefanPfeiffer.Blog oder auch als Moderator von Liveformaten wie #9vor9 - Die Digitalthemen der Woche und Podcasts aus. Digitalisierung in Deutschland, die digitale Transformation in der Gesellschaft, in Unternehmen und Verwaltung oder die Zusammenarbeit am modernen Arbeitsplatz sind Themen, die in leidenschaftlich bewegen. Vor Kyndryl hat Pfeiffer in der IBM im Marketing in unterschiedlichen internationalen Rollen gearbeitet. Seine weiteren beruflichen Stationen waren FileNet und die MIS AG. Auf Twitter ist er als @DigitalNaiv „erreichbar“. 

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