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Sofrito, Pastitsada, Bourdeto und per Google Maps über Korfu

Das war er also, unser Korfu-Urlaub 2022. Wir sind von der grünen Insel nach Darmstadt zurück gekehrt. Ja, es ist im Vergleich zu den anderen griechischen Inseln, die wir besucht haben, wirklich eine grüne Insel. Und wie hat es uns gefallen? Es ist und das wohl auch schon lange Zeit touristisch, gerade wenn man die beliebten Orte in der Nähe von Korfu-Stadt (Kerkyra) oder auch an der Westküste aufsucht. Und wir haben auch alleine durch die Auswahl unserer beiden Hotels in Paleokastritsa und Kontokali die touristische und luxuriöse Variante gewählt. Doch schon vorab: Bewegt man sich abseits der Touristenzentren findet man durchaus noch das Griechenland, wie wir es vor 30 Jahren kennengelernt haben.

Doch der Reihe nach. Die erste Woche war Paleokastritsa an der Westküste unsere Home Base, wo wir im Akrotiri Beach Hotel gewohnt haben. Sensationell dort ist der Rocky Beach, der wie es der Name schon sagt am Felsen hängt und eigentlich kein Strand ist. Doch er ist spektakulär und vor Schwimmen (und Strömungen) wird auch gewarnt. Auf der anderen Seite – das Hotel liegt auf einer Landzunge – ist dann der Hafen von Paleokastritsa mit den steinigen Stränden. Der Ort selbst ist natürlich touristisch, war aber nicht überlaufen.

Es gibt noch einige wenige griechische Tavernen, aber natürlich unterdessen auch Restaurants, die auf etwas feiner machen, wo es nicht die Papiertischdecke, sondern stattdessen das weiße Leinentuch und weiss „befrackte“ Kellner gibt. Das ist einfach der Lauf der Dinge und es gibt ja auch wohl eine entsprechende Klientel, die es so will. Auch am Strand gab es das einfache Lokal und die feine Variante, wo das Publikum zum Dröhnen der Lounge-Musik dann halt auch mal glaubte, Champagner bestellen zu müssen. Nochmals: Kein Finger-Pointing. Geschmäcker sind verschieden und es ist der Lauf der Dinge.

Schließlich haben wir auch immer unsere Lokale gefunden, in denen wir gut gegessen haben, von einfach bis etwas feiner. Die ganz auf schnieke gemachten Läden haben wir vermieden. Entsprechende Besprechungen findet Ihr unter meinem Nick-Name DigitalNaiv auf TripAdvisor und ich werde hoffentlich auch noch den ein oder anderen. Kommentar ergänzen. Herausheben muss ich die Lokale in Doukades, einem der Nachbarorte, hier der Link zu einer der dortigen Tavernen. Dort kann man Griechenland wie früher einsaugen und kulinarisch genießen. Feiner speisen ist im Flavor oder il pozza (unbedingt reservieren, um Blick auf die Bucht zu haben) am Berg angesagt. Wie geschrieben: Man findet etwas für jeden Geschmack, wenn man sich umhört und vorbereitet.

Von Paleokastritsa aus haben wir diverse Ausflüge unternommen, zum Beispiel nach Afionas zu dem Zwillingsstrand von Porto Timoni (Achtung: Steil, staubig, steinig! Unbedingt festes Schuhwerk anziehen. Der Weg ist voller Geröll und beschwerlich) oder zu Fuß zum Kloster von Paleakastrita. Empfehlenswert auf jeden Fall eine kleine Bootstour zu den verschiedenen Stränden von La Grotta bis Paradise Beach. Die große Bootstour nach Paxos und Antipaxos haben wir uns auf Empfehlung der Gästeberaterin im Hotel gespart. Grotten habe man auch in der Nähe und müsse nicht mit 200 und mehr Leuten übersetzen.

Und ja, natürlich musste ich auch meiner Leidenschaft nach Wein nachgehen, besonders als ich auf Falstaff drei Weingüter auf Korfu empfohlen bekam. Wir sind dann zu Theotoki gefahren, einem professionellen, unterdessen „grünen“ also Öko-Weingut, dessen Wein schon bei James Bond erwähnt wurde. War auch sehr nett dort. Die Weine sind gute Landweine und das ist positiv gemeint. Sympathisch war mir die Besprechung des Weinguts Grammenos, aber das muss man erst mal finden – keinerlei Beschilderung selbst direkt vor dem Gebäude – und Glück haben, dass man dort Lust hat, eine Weinprobe durchzuführen. Wir haben den Wein dann in einem Lokal probiert: Auch hier ein guter Landwein, nicht mehr und nicht weniger. Die Weine von Theotoki werden wir bei den „Diaabenden“ nach dem Urlaub mal trinken und das war es dann auch.

In der zweiten Woche sind wir dann „rüber“ nach Kontokali. dass unweit von Korfu-Stadt liegt, und haben das dort übliche Programm erledigt, von Sissis Traumschloss (derzeit leider in Renovierung) bis zur Altstadt und den Festungen von Korofu Stadt. Dort rund um die „Metropole“ ist es nun wirklich touristischer, aber noch immer erträglich. Auch hier haben wir wieder unseren Mix gefunden, sowohl bei den Ausflügen wie auch im Kulinarischen. Und der Strand war auch ein Traum zum Schwimmen für Nicht-so-gut-Schwimmer wie mich.

Strand am Kontokali

Zuerst einmal die Ausflüge: Die waren schon teilweise abenteuerlich, denn Google Maps führte uns wohl immer die engsten Gässchen und Sträßchen. Das war dann manchmal gerade bei Gegenverkehr Zentimeter-Arbeit, aber es ist alles gut gegangen. Besonders empfehlenswert fand ich den Ausflug zum Bergdorf Chlomos und an den Notos Beach mit dem Panorama Restaurant. Wer noch etwas weiter nach Süden fährt, landet wirklich in einsamen Dörfern mit ganz wenig Touristen.

Unser Lieblingslokal war Natali by Brounos, direkt neben dem Hotel gelegen. Gute griechische Kost von den Calamares über den griechischen Salat bis zur Fischplatte, eine Taverne am Strand, wie wir sie vor 30 Jahren kennengelernt haben (und eine Goldgrube für den Besitzer). Weitere Empfehlungen: Im Roula ebenfalls in Fußnähe des Hotels sitzt man direkt am Meer und bekommt frischen Fischen, der wie überall auch seinen preis hat. Das En Plo mit Blick auf die Festung und vorbei fahrende Schiffe liegt spektakulär, das Essen war gut. Unbedingt reservieren!

In Texas kriegst du kein schlechtes Steak
und für Korfu gilt: hier kriegst du keinen
schlechten griechischen Bauernsalat.
Denn das wichtigste dabei ist, gutes
Olivenöl* zu verwenden

Korfu – Das bessere Italien

Was haben wir gegessen? Grundnahrungsmittel war griechischer Salat und wie sagt mein Freund Jannis zu schön: Man kriegt keinen schlechten griechischen Salat auf Korfu. Daneben sollte man in den richtigen Tavernen natürlich die Klassiker von Souvlaki über Mousakas bis zu Stifado probieren. Es gibt auch einige korfiotische Spezialitäten wie Sofrito, Pastitsada und Bourdeto. Und natürlich haben wir viel Fisch gegessen. Die Hausweine sind in der Regel in Ordnung. Wir haben wie erwähnt keine größeren Experimente unternommen. Bis auf einen Abend, an dem wir wirklich reingefallen sind, haben wir immer gut oder sehr gut gegessen. Und ich will es nochmals erwähnen: Wir haben immer auswärts gegessen und unser Hotel immer nur mit Frühstück gebucht. Im Hotel essen gehört für uns nicht zu einem Griechenland-Urlaub.

Bourdeto – frischer Fisch in Pfeffersauce

Werden wir wiederkommen? Mal schauen. Nach Griechenland unbedingt, aber erst einmal steht wohl ein Kreta-Revival an. Dort waren wir vor 30 Jahren und vielleicht – so wir gesund bleiben und die Umstände es erlauben – besuchen wir unser kleines Fischerdorf von damals, wohl wissentlich, dass es sich verändert hat und es sicher touristischer ist. Aber auch wir haben uns ja schließlich verändert. So weit die rein subjektiven Einblicke und Eindrücke von Korfu. Jámas.

Und nun noch kurz einige Low-Lights: In punkto Umweltbewusstsein haben die Griechen noch immer nicht dazu gelernt. Überall gibt es noch immer die überquellenden Mülltonnen beziehungsweise der Müll liegt neben den Tonnen. Oder aber am Wasserlauf auf dem Weg vom Kontokali zur Straße liegen Dutzende von Plastikflaschen. Von wegen Plastikpartikel scheint man noch nichts gehört zu haben oder auch nicht im Entfernten daran zu denken, die Flaschen einzusammeln. Taxifahrer am Flughafen: Wer nach Korfu-Stadt will hat es schwer. Die 10 Euro-Strecke ist zu wenig lukrativ und die meisten Fahrer lassen einem abblitzen. Auch das ist halt Griechenland …

* Apropos Olivenöl: Dass wurde sehr sparsam im griechischen Salat verwendet. Wir haben immer nachbestellt, damit Tomaten, Gurken, Zwiebeln und Oliven schwimmen …

Filed under: Buntes & Vermischtes, Essen & Trinken

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... arbeitet in Communications bei Kyndrl Deutschland, dem weltweit führenden Anbieter zum Management kritischer IT-Infrastruktur. Den gelernten Journalisten hat seine Leidenschaft für das Schreiben, Beobachten, Kommentieren und den gepflegten Diskurs nie verlassen. Diese Passion lebt er u.a. in seinem privaten Blog StefanPfeiffer.Blog oder auch als Moderator von Liveformaten wie #9vor9 - Die Digitalthemen der Woche und Podcasts aus. Digitalisierung in Deutschland, die digitale Transformation in der Gesellschaft, in Unternehmen und Verwaltung oder die Zusammenarbeit am modernen Arbeitsplatz sind Themen, die in leidenschaftlich bewegen. Vor Kyndryl hat Pfeiffer in der IBM im Marketing in unterschiedlichen internationalen Rollen gearbeitet. Seine weiteren beruflichen Stationen waren FileNet und die MIS AG. Auf Twitter ist er als @DigitalNaiv „erreichbar“. 

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