Mar-a-Lago-Faces, ein strombergender Kanzler und Business Kasper

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Mir sind wieder einige Artikel in den Reader gespült worden, die ich unbedingt „verflogen“ muss. Hier also die erste Ausgabe von KURATIERT. Ausgewählt & kommentiert * im Jahr 2026.


Von strombergischer Bräsigkeit zu Tatkraft und Handeln

Beeindruckt hat mich erneut der Newsletter von Jan Skudlarek. Er blickt auf das Jahr 2025 und die Murmeltiertag-ähnliche Trägheit Deutschlands zurück, wo es doch mutige Reformen bräuchte. „Und immerzu strombergt Bundeskanzler Friedrich Merz irgendwo als Störfaktor im Stadtbild.“ Jan prangert an, dass sich Konservative, die sich durch die AfD bedrängt fühlten, schnell als „Rechtsradikale light“ inszenierten. Im Konrad-Adenauer-Haus ist noch nicht angekommen, dass man Rechtsextreme niemals rechts überholen könne. Wohl wahr und auch durch verschiedene Studien belegt.

Fatal sei, dass unsere politischen Führungsfiguren, auch jene der bürgerlichen Parteien, den Eindruck vermittelten, alles sei fürchterlich und Deutschland gehe den Bach runter. Genau dies spiele den rechtsextremen Hasspredigern in die Hände. Nicht nur Jan wünscht sich für das Jahr 2026 mehr politischen Zweckoptimismus und organisatorische Tatkraft.


Und sie klopfen sich gegenseitig auf die Schultern

Horst Schulte hat einen Rant geschrieben, der sich gegen die platten, unterkomplexen, mit Ressentiments gespickten Beiträge gewisser Medien richtet. Vor allem die Springer-Presse vergiftet seit Jahrzehnten das politische Klima und schürt nach der Kampagne gegen die Grünen nun menschenverachtende Ressentiments. Schlimm, dass solcher Schund veröffentlicht wird. Noch schlimmer allerdings die Kommentare:

Und kaum steht dieser Text im Schaufenster, kriechen sie aus ihren Löchern: die Kommentatoren. Laut, aggressiv, stolz auf ihre eigene Gedankenarmut. Differenzierung ist für sie Verrat, Nachdenken Zeitverschwendung. Sie bellen Parolen, sie spucken Verachtung, sie nennen Menschen Probleme und fühlen sich dabei klug.

Wer Ressentiments schürt: So was kommt von so was

Man klopft sich in der Kommentarspalte gegenseitig auf die Schultern. Den genannten „Medien“ ist es recht. Hauptsache, die Klickzahlen stimmen. So wird Hass und Lüge normalisiert. Das hatten wir alles schon einmal in Deutschland. Wir müssen alles dafür tun, dass eben nicht Menschenverachtung den Ton angibt. Danke für den Beitrag, lieber Horst.


Das fest getackerte Mar-a-Lago-Face

Was ist das Mar-a-Lago-Face? Die Uniform der Frauen rund um Donald Trump! Melania, nein nicht die, Melanie Mühl hat in der FAZ diesen Beitrag darüber geschrieben, wie sich Frauen in Trumps Umfeld einheitlich stylen und so auch eine Botschaft senden (wollen): klare Kinnlinie, kleine Nase, straffe Haut, fest getackert wirkende Augenbrauen, voluminöse Lippen, starkes Make-up und gewelltes Haar.

Als Vorbild dient Trumps Ehefrau Melania. Man wundert sich, dass die First Lady bei dieser Botox-Menge im Gesicht noch blinzeln kann. …

Je nach anatomischer Ausgangslage verlangt ein solches Gesicht Investitionen in fünfstelliger Höhe. Hinzu kommen die Kosten der jährlichen Instandhaltung.

Mar-a-Lago-Ästhetik: Botox und Filler für Trump, Melanie Mühl, 29.12.2025, FAZ

Das Mar-a-Lago-Face signalisiere die Zugehörigkeit zur MAGA-Bewegung und zum Trump-Clan und sei in gewissem Sinne eine ultrakonservative Uniform. Ob man da wirklich von einer neuen Ära amerikanischer Luxusästhetik sprechen kann?


Linkedin ist ein berufliches Netzwerk, in dem Menschen mit Menschen in ihrem Netzwerk in Kontakt treten, Wissen und Informationen über ihre Branchen austauschen,

Business-Kasper-Netzwerk LinkedIn

Viele mögen ihn nicht oder finden seine Gags überdreht oder „over the top“: Jan Böhmermann. Seine Analyse des Business-Kasper-Netzwerks LinkedIn finde ich extrem gelungen. Ich kann 90 Prozent der Postings dort nicht mehr ernst nehmen. Es ist reine Selbstbeweihräucherung, Werbung für die eigenen Angebote oder Ego-Shooting. Doch es geht wohl weit unter die Gürtellinie, und Content-Moderation ist wohl nach der Recherche des ZDF Royale-Teams nicht gerade die Stärke von LinkedIn.

Den Begriff Business-Kasper-Netzwerk hat einmal der View erfunden (glaube ich).

Von der Wochenschau zu: KURATIERT. Ausgewählt & kommentiert

Ab 1. Januar 2026 ändere ich den Titel meiner ehemaligen Wochenschau in KURATIERT. Ausgewählt & kommentiert um. Warum? Der Begriff Wochenschau ist historisch belastet und gerade in diesen Zeiten möchte ich ihn so nicht mehr in meinem Blog verwenden. Außerdem ist der neue Titel eine Reminiszenz an einige Projekte, die ich in der Vergangenheit durchgeführt habe.

Während meiner Zeit bei der IBM war ich zeitweise für das Marketing für die Zielgruppe CIOs und IT-Leiter verantwortlich. Damals habe ich mit dem Team einen Blog namens CIOKurator gestartet. In diesem Blog haben wir die wichtigsten Nachrichten für CIOs ausgewählt, präsentiert und kommentiert. Es hat noch eine Reihe weiterer solcher Projekte (auch bei Kyndryl) gegeben, doch leider sind diese entweder wegen weltweiter Guidelines oder lokaler Befindlichkeiten eingestellt worden. Ich war, bin und bleibe ein Fan solcher für Leserinnen und Leser kuratierter Inhalte und deshalb heißt jetzt meine Wochenkolumne entsprechend.

Und natürlich ist es eine Hommage an meine Frau, die auf einem ganz anderen Gebiet viel erfolgreicher kuratiert.

KURATIERT. Ausgewählt & Kommentiert
Fediverse-Reaktionen

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