Das Jahr 2025 ist zu Ende und natürlich ist das die Gelegenheit, zu reflektieren und als Bloggerin und Blogger auf das zurückzublicken, was man so von sich gegeben hat. Ich tue das in voraussichtlich vier Beiträgen: In einem Beitrag versuche ich ganz subjektiv, pro Monat einen Blogbeitrag hervorzuheben. Ein weiterer Artikel wird mehr analytisch sein, und ich werde die Themen gruppieren und kommentieren, die mir 2025 wichtig waren (und 2026 bleiben). Und falls ich noch Lust und Zeit habe, gehe ich auf die Tools der Künstlichen Intelligenz ein, die ich 2025 genutzt habe.
Lass mal NotebookLM meine Blogbeiträge 2025 zusammenfassen
Und der erste Beitrag ist eine Audiozusammenfassung, komplett KI-generiert durch Google’s NotebookLM, ein KI-Werkzeug, das von vielen Experten hoch gelobt wird und das Lars und ich sehr oft zur Vorbereitung unseres Podcasts #9vor9 nutzen. Im Gegensatz zu ChatGPT oder Gemini, die ihr Wissen aus dem gesamten Internet beziehen, ist NotebookLM darauf spezialisiert, nur mit den Inhalten zu arbeiten, mit denen man das Tool füttert. Genau das habe ich getan. In das Notebook StefanPfeiffer.blog 2025 habe ich die URLs von 50 Beiträgen aus 2025 hinterlegt und viele unserer Transkripte des Podcasts #9vor9 aus 2025, die Lars und ich seit vielen Jahren hosten, hinterlegt.
Danach habe ich die Funktion Audio-Zusammenfassung von NotebookLM genutzt und die KI angewiesen, in einem Gespräch zwischen zwei Moderatoren reflektiert auf meine Bloggerei im Jahr 2025 zurückzublicken. Das Ergebnis ist … erstaunlich. Viele der Aussagen, die die zwei fiktiven Moderatoren zu meinen Beiträgen, Aussagen und Meinungen treffen, finde ich erstaunlich korrekt und würde ich unterschreiben.
Doch wieder ein Stück Halluzination …
Aber natürlich gibt es Dinge, die „typisch KI“ im Jahr 2025 sind. Die Moderatoren sprechen über „das gefälschte Tagesschau-Video über Alice Weidel, das im Wahlkampf für Unruhe sorgte“. Ich habe nach einer solchen Passage in meinen Beiträgen gesucht und nichts gefunden, kann mich auch nicht daran erinnern. Wahrscheinlich hat NotebookLM meine Aussagen über das Gespräch zwischen Weidel und Elon Musk vor der Bundestagswahl entsprechend interpretiert, dass erst durch die Berichterstattung der „seriösen Medien“ wirklich Verbreitung gefunden hat. Da ist also schon wieder einmal ein gutes Stück Halluzination einer KI dabei.
… und die KI setzt andere Schwerpunkte
Würde ich einige Aussagen so treffen, wie es das Moderatoren-Team tut? Nein. Würde ich den Beitrag so beenden? Auch nicht. Wiederholen sich manche Aussagen? Ja. Zudem werden Ideen, Zitate und Begriffe oft nicht denjenigen zugeordnet, die sie initial geprägt haben, was zur journalistischen Sorgfalt gehört – und ich im Blog immer versucht habe. Werden einige Aussagen meiner Ansicht nach falsch interpretiert, Konzepte und Themen durcheinander geworfen? Ja, das Thema Open Source, Bloggen und digitale Souveränität wird vermischt. Auffallend: Die USA, Herr Trumpf und seine MAGA-Bewegung werden nur am Rande aufgegriffen. NotebookLM scheint mir sehr „political correct“ zu sein – oder möchte, dass ich doch nochmals in die USA einreise.
Humor, Ironie, Empathie, Emotion – Fehlanzeige
Zwar sind Teile „des Gesprächs“ interessant, analytisch und für mich selbst reflektierend. Aber das Ergebnis zeigt mir auch, dass qualitativ und analytisch noch viel Luft zwischen einer KI-generierten Audiozusammenfassung, einem künstlichen Podcast und einem Gespräch zwischen realen Menschen liegt. Gut so. Und da habe ich noch gar nicht Humor, Ironie oder Empathie erwähnt.
NotebookLM ist ein interessantes Werkzeug, durchaus leistungsfähig, aber dieses Experiment zeigt, dass es jenseits einer KI-gestützten Analyse und Zusammenfassung noch viel Raum und Berechtigung für die Journalistinnen, Journalisten, die Bloggerinnen und Blogger und all die vorhanden ist, die schreiben, podcasten oder filmen. Gut so!
Wer Lust hat, einfach mal hinein hören, gerne kommentieren. Ich habe bewusst an der zuerst erzeugten Originalversion nichts geändert.


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