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Wein-erlei: Darf man Wein lecker nennen? Oder: Wehret der Verleckerung

Eine anregende Auseinandersetzung im Blog von Würtz. Sein Weggefährte Marcus Hofschuster kritisiert Dirk Würtz dafür, dass er das Wort „lecker“ („Wenn etwas gut schmeckt ist es eben „lecker“!“) als Lob für Wein akzeptiert:

Wer für differenzierten Geschmack, für Feinheiten, für Komplexität eintritt, wer geschmackliche und qualitative Unterschiede aufzeigen will, für den hat  „lecker“ genau null Aussagekraft. …

Dirk Würtz hat völlig recht, wenn er für „mehr Genießen und weniger Zelebrieren“ plädiert. Wein muss nicht angebetet werden, er ist kein elitäres Getränk für einige wenige Kenner, die lieber unter sich sein wollen und sich deshalb am liebsten in einer Geheimsprache darüber unterhalten. Wer sich unverständlich ausdrückt, mit gedrechselter Weinpoesie und völlig sinnfreien Begriffen daherkommt, weiß es selbst nicht besser. Diese Trottel können Sie als Konsument getrost ignorieren. Aber Genuss ist viel mehr als nur „lecker“.

via Wehret der Verleckerung | Würtz-Wein.

Und natürlich haben beide Recht. Nur „lecker“ ist ein bisschen wenig. Aber meiner Meinung nach darf man einen Wein durchaus erst einmal als „lecker“ bezeichnen – und das auch als jemand, der schon mehr als eine Flasche getrunken hat. Nicht jedem ist es gegeben, die Geschmacksnuancen eines Weins zu beschreiben. Nicht jeder schreibt. Nicht jeder schreibt professionell über Wein. Nicht jeder ist Winzer, Weinhändler oder Sommelier.

Mein Tipp: Was aber durchaus Spaß machen kann, ist mit Freunden, mit denen man ein Fläschchen genießt, zu diskutieren, wie denn nun ein Wein schmeckt und jenseits von „lecker“ bespricht, was wer denn heraus schmeckt. Trinkt Wein und redet gemeinsam drüber! Und schon sind wir mehr als einen Schritt weiter in Richtung Weinkultur.

Filed under: Buntes & Vermischtes, Essen & Trinken, Technologie im Job & daheim

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... arbeitet in Communications bei Kyndrl Deutschland, dem weltweit führenden Anbieter zum Management kritischer IT-Infrastruktur. Den gelernten Journalisten hat seine Leidenschaft für das Schreiben, Beobachten, Kommentieren und den gepflegten Diskurs nie verlassen. Diese Passion lebt er u.a. in seinem privaten Blog StefanPfeiffer.Blog oder auch als Moderator von Liveformaten wie #9vor9 - Die Digitalthemen der Woche und Podcasts aus. Digitalisierung in Deutschland, die digitale Transformation in der Gesellschaft, in Unternehmen und Verwaltung oder die Zusammenarbeit am modernen Arbeitsplatz sind Themen, die in leidenschaftlich bewegen. Vor Kyndryl hat Pfeiffer in der IBM im Marketing in unterschiedlichen internationalen Rollen gearbeitet. Seine weiteren beruflichen Stationen waren FileNet und die MIS AG. Auf Twitter ist er als @DigitalNaiv „erreichbar“. 

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