Spanische Studie: Facebook hält persönlich identifizierbare Daten von 40 Prozent der EU-Bürger


Das Thema EU-Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) bzw. GDPR kommt massiv auch bei Facebook an, wie eine aktuelle Studie der Forscher der Universität Carlos III of Madrid herausgefunden hat. Demzufolge hat Facebook persönliche Daten von rund 40 Prozent der EU-Bevölkerung gespeichert. Man lasse sich diese Zahl einmal auf der Zunge zergehen …

The study reveals that Facebook labels over 73 percent of its EU users with interests linked to sensitive personal data, which corresponds to 40 percent of the overall EU population. This means that the data Facebook stores on around 205 million Europeans could possibly be used by third-parties to determine their identities — possibly endangering the users’ privacy and making them vulnerable to phising attacks.

via Research finds Facebook holds personally identifiable data on 40% of EU population [Updated]

Diese Praxis dürfte gegen die kommenden EU-Datenschutzgrundverordnung verstoßen, die eine Freigabe solch persönlicher Daten – u.a. zu politischer Orientierung, religiösem Glauben oder auch sexuellen Präferenzen – untersagt. Unter der  neuen GDPR benötigt Facebook die explizite Zustimmung der Personen, diese Daten zu verwenden. Einer der Gründe, dass Facebook die persönlichen Daten halte – so die Forscher José González Cabañas, Ángel Cuevas und Rubén Cuevas — sei die Verwertung zu Werbezwecken: “commercially exploiting sensitive personal data for advertising purposes.” Auch hier komme es zu Konflikten mit der Verordnung, die ab 23. Mai in Kraft tritt. Die Forscher fordern Facebook zu einer schnellen Reaktion auf. Die Originalstudie kann hier (PDF) heruntergeladen werden.

Fragen, wie die, die die spanischen Forscher bezüglich Facebook aufgeworfen haben, werden auch im Zusammenhang mit anderen Netzwerken und Suchmaschinen auftauchen. Auch gerade im Umfeld von eher geschäfts- und karriereorientierten Netzwerken wie LinkedIn wird es interessant sein, die entsprechenden Entwicklungen zu verfolgen, denn dort werden geschäftsrelevante Daten gesammelt und auch immer mehr Anzeigen geschaltet.

(Stefan Pfeiffer)

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