Nachtrag – BigBrotherAwards 2018: Nicht abstellbare Datenübermittlung in Windows 10 von Microsoft

Beim Lesen über die kürzliche Datenpanne bei Amazon, wo private Daten anderer Anwender „aus menschlichem Versagen“ , an einen Unbeteiligten übermittelt wurden, bin ich über einen Link auf die 2018er Big Brother Awards in der ZEIT gestossen. Einen Award bekommt  das neugierige, vorlautes, neunmalkluge und geschwätzige Lauschangriffdöschen Alex, was nicht wirklich wundert. Auch Google Home oder Apples  HomePod müssten sich der gleichen Kritik stellen.

Übersehen oder überlesen habe ich damals, dass auch Microsoft für die Datenübermittlung im Betriebssystem Windows 10 an Microsoft-Server „prämiert“ wurde. Die Übertragung komplett auszustellen, sei selbst für versierte Nutzerinnen und Nutzer unmöglich. Hier einige Zitate aus dem Beitrag der ZEIT vom Laudator Frank Rosengart vom Chaos Computer Club:

„Was geht es Microsoft an, ob Sie Ihren Computer eher als Schreibmaschine, als Spielzeug, als Fernseher oder für Bildbearbeitung benutzen? Und was macht die Firma mit dieser Information? Wir wissen es nicht“,

„Aus Nutzerinnensicht ist es eine Sauerei, dass sich die Übermittlung praktisch nicht deaktivieren lässt – zumal es für viele Menschen zu Windows als Betriebssystem aus Kompatibilitätsgründen keine Alternative gibt.“

über BigBrotherAwards: Alexa, hier ist dein Preis, du Lauschangriffdöschen | ZEIT ONLINE

Falls diese Funktion unterdessen abstellbar ist, so bitte ich um Nachricht, damit ich diesen Beitrag korrigieren bzw. ergänzen kann.

Ich bin auf die Award-Vergabe in 2019 gespannt.

Meine 2 Cents: Tja, warum habe ich den Beitrag wieder hervorgeholt. Erst einmal. Ich ziehe den Hut vor Satya Nadella. Der hat Microsoft wieder voll auf Kurs gebracht. Was mir aber auf den Zeiger geht, ist die aus meiner Sicht fehlende kritische Haltung zu Microsoft. Seit Jahren gibt es immer wieder Sicherheitslücken. Windows war auch in diesem Jahr kein Ruhmesblatt, wie durch die Presse gingen. Office 365 verletzt EU-Recht und sammelt massiv Daten, was in Deutschland außer von heise kaum registriert und verbreitet wurde. Da schreibt selbst ein Heinz-Paul Bonn einfach mal so, ohne auf die Datenschutz- und Sicherheitsprobleme hinzuweisen:

Und nicht zuletzt bestehen sie aus dem Vertrauen in das Microsoft-Geschäftsmodell, das nicht auf den Daten der Kunden basiert, sondern auf der Produktivität der Anwender.

über Meister in beinahe so gut wie fast Allem | bonnblog.eu

Die öffentliche Hand zahlt Millionen ab Microsoft und ist vom Konzern abhängig, statt sich über Open Source zu emanzipieren. Trotzdem oder gerade wegen mangelnder Aufklärung vertrauen die Deutschen Microsoft. Man fragt sich, was alles passieren muss, damit hier ein gesundes Misstrauen gegen einen Konzern, der durchaus zu recht das „M“ im GAFAM-Konglomerat ist? Nochmals, Chapeau, aber ein bisschen mehr kritische Distanz wäre angesagt.

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In einer Umfrage von Toluna und Recode haben nur 2 % Misstrauen in Microsoft.

(Stefan Pfeiffer)

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