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Kartellamts-Chef Mundt zitiert zu Netzabdeckung und dem Verfahren gegen Facebook: „Können Entscheidung durchsetzen“

Die RP Online hat Kartellamts-Chef Andreas Mundt interviewt. Hier einige aus meiner Sicht relevante und bemerkenswerte Aussagen von „Deutschlands oberster Wettbewerbshüter“. Zu Mobilfunkt und Netzabdeckung sagt er beispielsweise:

Gemeinhin belebt Wettbewerb das Geschäft und damit auch die Investitionsbereitschaft der Unternehmen. Beim aktuellen Mobilfunkstandard LTE liegen wir bei der Netzabdeckung nur auf Platz 26 der 31 Länder des Europäischen Wirtschaftsraumes. Trotzdem zahlen die Verbraucher verhältnismäßig viel – die Preise für intensive Datennutzung sind die neunt-höchsten der 35 OECD-Staaten. In dieser Kombination sind das Indikatoren für einen Mangel an Wettbewerb.

über Bundeskartellamt erhöht den Druck auf Facebook und Amazon – RP Online

Er erhoffe sich einen stärkeren Wettbewerb, auch „wenn das dann vielleicht zu Lasten der staatlichen Einnahmen gehen könnte.“

Zu Facebook sagte Mundt im Interview, dass man Anfang 2019 eine Entscheidung zu verkünden werde. Und man sei auch in der Lage, diese Entscheidung durchzusetzen.

Wir meinen, dass Facebook den relevanten Markt beherrscht. Wir prüfen, ob das Unternehmen den Kunden unangemessene Geschäftsbedingungen aufzwingt und durch die Art und Weise, wie Daten gesammelt und genutzt werden, seine Marktmacht zu Lasten der Kunden missbraucht. …

Facebook ist keine gemeinnützige Veranstaltung, die Kunden zahlen mit ihren Daten und sie Zahlen mit Aufmerksamkeit für Werbung und Anzeigen. Wenn die Daten der Nutzer nun stärker genutzt und erhoben werden als vielen Bürgern bewusst ist, kann man dies als Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung bewerten.

über Bundeskartellamt erhöht den Druck auf Facebook und Amazon – RP Online

Auch geben Amazon hat man eine Untersuchung gestartet. Mehr im Interview der RP Online.

Filed under: Netzpolitik & die große Politik, Soziale Medien & "das Netz"

About the Author

Veröffentlicht von

Stefan Pfeiffer ist seit 2007 bei der IBM in verschiedenen Marketingpositionen tätig. Nie hat den gelernten Journalisten seine Leidenschaft für das Schreiben verlassen, die er vor allem in seinem persönlichen Blog StefanPfeiffer.Blog (ehemals DigitalNaiv) auslebt. Daneben ist er immer mehr als Moderator von Livevideostreams und Podcasts aktiv. Seine inhaltliche Leidenschaft im IT-Umfeld gilt dem Digital Workplace und generell der digitalen Transformatiom. Auf Twitter ist er als @DigitalNaiv „erreichbar“.

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  3. Nachtrag zum Artikel. Spiegel online schreibt am 13.1.2018:

    „Das Bundeskartellamt will Facebook die Sammlung von Nutzerdaten in Deutschland teilweise verbieten. Ein entsprechender Beschluss solle dem US-Konzern in den nächsten Wochen zugestellt werden, berichtet die „Bild am Sonntag“. Konkret gehe es dabei um den Datenaustausch mit Drittanbietern.

    Darunter fallen dem Bericht zufolge Twitter, Spiele-Apps und Webseiten-Betreiber, aber auch die Facebook-Töchter WhatsApp und Instagram. Hintergrund ist, dass die Bonner Behörde Facebook einen möglichen Missbrauch seiner Marktmacht vorwirft. Bereits Anfang vergangenen Jahres hatte Kartellamtspräsident Andreas Mundt angekündigt, dass das Sammeln und Verwerten von Daten aus Drittquellen ohne ausdrückliche Zustimmung der Nutzer womöglich verboten werden müsse.“

    http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/facebook-kartellamt-will-datensammeln-ueber-dritte-verbieten-a-1247841.html

    Schön und gut wäre es. Vielleicht könnte man dann ja Facebook wieder nutzen.

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