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Kein Strom an deutschen Milchkannen: Könnten uns „die Chinesen“ das Netz ausknipsen? Die USA könnten es vielleicht …

Pünktlich zum Beginn des Mobile World Congress in Barcelona – ein Schwerpunktthema 5G – hat Holger Stark in der ZEIT einen Hintergrundbericht zum Geschehen rund um den chinesischen Konzern Huawei veröffentlicht. Eine für mich interessante Lektüre, die das Geschehen der vergangenen Jahre dokumentiert von der Ausspionierung von Huawei durch die amerikanischen Geheimdienste bis zum Labor von zum Huawei, in dem Experten des Bundesamtes für die Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) jederzeit unangemeldet Komponenten von Huawei prüfen können.

Ein Augenöffner bezüglich Wettbewerbsfähigkeit: Die Wettbewerber  wie Nokia oder Ericsson hinken derzeit wohl mindestens zwei Jahre bei den Kerntechnologien rund um 5G hinter Huawei zurück. Gibt es überhaupt noch deutsche Unternehmen, die in dem Umfeld eine nennenswerte Rolle spielen? Und Huawei hält in dem Sektor wohl 80 Prozent der Patente.

Gefunden hat die NSA bei ihren Operationen „Parody Blowup“ und „Shotgiant“ wohl nichts. Trotzdem bleibt die Angst vor den berüchtigten „Kill Switches“, dem oder den Schaltern, mit denen uns „die Chinesen“ potentiell das Netz ausknipsen könnten. Autonom fahrende Fahrzeuge bleiben stehen, die vernetzte Industrieproduktion bricht zusammen, kein Strom an deutschen Milchkannen und vieles mehr – ein Horrorszenario, das gerade die Kritiker von Huawei an die Wand malen. Doch …

Gegen die berüchtigten kill switches, mit denen komplette Teile des Funknetzes ausgeschaltet werden können, brauchen die Deutschen ohnehin eine andere, größere Lösung als nur eine Lex Huawei. Denn das einzige Land, das bislang nachweislich dabei ertappt wurde, in großem Umfang geheime Implantate in Rechnern zu verstecken, ist nicht China, sondern ein alter Bündnispartner: die USA.

über Huawei: Konzern unter Verdacht | ZEIT ONLINE

Das BSI mit Chef Arne Schönbohm glaubt, dass man Huawei über das erwähnte Labor kontrollieren kann, so dass keine Hintertürchen oder gar „Kill Switches“ in die 5G-Lösungen eingebaut werden könnten. Allein es bleibt zugegebenermaßen ein ungutes Gefühl, auch wenn weder BSI noch britischer und amerikanische Geheimdienste bisher etwas gefunden haben … In Deutschland soll die Entscheidung über Huawei schon bald fallen, so der Bericht.

 

Filed under: Netzpolitik & die große Politik, Technologie im Job & daheim

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... arbeitet in Communications bei Kyndrl Deutschland, dem weltweit führenden Anbieter zum Management kritischer IT-Infrastruktur. Den gelernten Journalisten hat seine Leidenschaft für das Schreiben, Beobachten, Kommentieren und den gepflegten Diskurs nie verlassen. Diese Passion lebt er u.a. in seinem privaten Blog StefanPfeiffer.Blog oder auch als Moderator von Liveformaten wie #9vor9 - Die Digitalthemen der Woche und Podcasts aus. Digitalisierung in Deutschland, die digitale Transformation in der Gesellschaft, in Unternehmen und Verwaltung oder die Zusammenarbeit am modernen Arbeitsplatz sind Themen, die in leidenschaftlich bewegen. Vor Kyndryl hat Pfeiffer in der IBM im Marketing in unterschiedlichen internationalen Rollen gearbeitet. Seine weiteren beruflichen Stationen waren FileNet und die MIS AG. Auf Twitter ist er als @DigitalNaiv „erreichbar“. 

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