Jeder, der möchte, soll im Homeoffice arbeiten können – auch nach Covid-19 – Hubertus Heil

Bevor wieder die Schwarz-Weiß-Malerei anfängt: „… soll im Homeoffice arbeiten können.“ Nicht müssen. Aber eben gesetzlich verankert. Das ist zeitgemäße Flexibilisierung der Arbeitswelt. Das ist Umweltschutz. Und für mich, der sieben Jahre auf der Autobahn zwischen Darmstadt und Bad Homburg war, ist das ein probates Mittel gegen vergeudete Lebenszeit auf der Autobahn und im Stau. Hoffen wir mal, dass es dazu kommt und nicht wieder die Controlettis und ewig Gestrigen ob-siegen, mit welchen vorgeschobenen Begründungen auch immer. Sie bringen sich ja schon wieder in Position polemisieren über „politische Ladenhüter“ und einer Regeulierung, „die Wachstum und Flexibilität“ beschränke. Welch ein Schwachsinn. Welch ewig Gestrige. Mitarbeiter:innen sollen im Homeoffice arbeiten können, wenn es der Job erlaubt. Selbst das ist schon zu viel?

Oder ich zitiere Gunnar Sohn:

Das sind die beiden wichtigsten Angstaspekte: Zum einen die Frage aus Arbeitgebersicht, ob Mitarbeiter ohne Kontrolle überhaupt Ergebnisse leisten und zum anderen, ob Kontrolle außerhalb der Unternehmensgrenzen überhaupt möglich ist.

Rechtsanspruch auf #Homeoffice soll kommen: Die ablehnende Rhetorik des Arbeitgeberverbandes ist ein Ladenhüter | ichsagmal.com

Lesenswert dazu auch der einleitende Text von Claudia Tödtmann zum Thema Homoffice (bevor sie zur Internet-Ikone @Ahoibrause überleitet). Die Rahmenbedingungen für Heimarbeit müssen ebenso gegeben sein, wie das Vertrauen in die Mitarbeiter oder die „ureigene Angst, nicht genug Kontrolle zu haben“. Aber wenn sich Führungskräfte eben als Kontrolleure definieren …:

Interessant: In manchen Unternehmen müssen alle Mitarbeiter wenn sie mal von zuhause aus arbeiten oder besonders jetzt, in Corona-Zeiten – quasi zeitgleich – alle Mann um acht Uhr online gehen. Bis 18 Uhr oder so. … Vertrauen von Chefs in Mitarbeiter? Gar nicht nötig. Es herrscht ohnehin Dauerkontrolle.

Das ist jedoch nicht der Sinn und Zweck von Home-Office-Arbeit, sondern dass sich die Leute ihre Arbeit zeitlich frei einteilen und am Ende die geleistete Stundenzahl eintragen.

Internet-Ikone Willms Buhse: Die fünf goldenen Regeln zur virtuellen Führung in Corona-Zeiten und auch sonst | Management-Blog

Nachtrag vom 28. April 2020: Volle Breitseite auch von der FAZ gegen die Initiative von Hubertus Heil. In zwei Kommentaren geht es den Redakteuren wohl eher nicht um das Thema, sondern mehr darum, die SPD anzugreifen. Die SPD zwischen Romantik und Frühkapitalismus, titelt Jasper von Altenbockum, und sagt, dass Homeoffice für Priviligierte sei, der Bauarbeiter oder Gastwirt seine Arbeit nicht daheim verrichten könne. Ein sehr intelligente Beobachtung. Auch Heike Göbel schießt unter der Überschrift Und was lernt die SPD? auf die Sozialdemokraten. Eine einseitige Parteinahme zugunsten der Arbeitnehmer störe das Einüben eines neuen Miteinanders in den Betrieben empfindlich.

Hä, wie der Hesse sagt? Muss ich nicht verstehen. Kein oder wenig Raum räumen die FAZ Redakteure den Themen Klimaschutz, Pendel- und Stauzeit, Möglichkeiten für Erziehende oder auch selbstbestimmteres Arbeiten ein. Und es geht hier überhaupt nicht darum, Berufsgruppen oder Besserverdienende gegen weniger gut Verdienende auszuspielen. Es geht um eine zeitgemäße Flexibilisierung der Arbeit dort, wo es möglich ist.

* Und ja, Remote Working oder mobiles Arbeiten ist oft der richtigere Begriff.

** Und ja, nicht für jede:jeden ist das Homeoffice eine wirkliche Option. Nicht jeder hat die räumlichen und technischen Rahmenbedingungen. Nicht jedem liegt Remote Working.

3 Kommentare zu „Jeder, der möchte, soll im Homeoffice arbeiten können – auch nach Covid-19 – Hubertus Heil

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