LinkedIn: Ich kann keine belanglosen, platten Anzeigen und Promotions mehr sehen

Ich bin genervt. Und ja, ich weiß es gibt derzeit wichtigere Themen wie soziale Medien und LinkedIn, aber trotzdem bin ich genervt. Ich höre ja auf Leute wie Klaus Eck, deren Expertise ich ungemein schätze. Der hat mir vor einigen Monaten empfohlen, meine Timeline – den Fluss der Nachrichten, die auf Linked hereingespült wird – konsequent zu „gestalten“, Leute zu blockieren, die mir nach meinem ganz subjektiven Empfinden keinen „Mehrwert“ bieten.

Und ich war wirklich bemüht, guten Willens. Aber ich bin am Aufgeben, denn nicht einmal die platten Promotion vieler anderer LinkedIn-erinnen und -inner nerven mich am meisten. Am meisten nervt mich die offenbar nicht zu stoppende Flut von Werbeanzeigen, die in meine Timeline gespült werden. Nahezu täglich habe ich den vergangenen Wochen Anzeigen und Firmen blockiert, vom angepriesenen neuen Volkswagen über diverse IT-Unternehmen, die mir ihre Services ans Herz legten, bis zu den Coaches, die mir endlich mal beibringen wollen, wie LinkedIn und Social Selling denn nun wirklich funktionieren.

Immer, wenn ich diese Meldung bekomme, fühle ich mich extrem veräppelt.

Ich dürfte unterdessen über Hundert, wahrscheinlich deutlich mehr Anzeigen blockiert und gemeldet haben, aber es nimmt einfach kein Ende. Jeder fünfte bis sechste Eintrag ist wieder eine Anzeige. Deshalb in ich nahe daran, zu resignieren. Wenn jetzt noch die LinkedIn-InMails in mein dortiges Postfach kommen sollten, naht der Nervenzusammenbruch in noch größeren Schritten … Einfach nur unsäglich.

Ich weiß nicht, ob LinkedIn noch immer der „heiße Scheiß“ ist. Zumindest mal scheinen, alle die irgendwelche Produkte und Dienstleistungen im B2B-Umfeld verkaufen oder erklären wollen, wie man das denn macht, sich weiter dort rumzutreiben und die Teuros und Dollares LinkedIn in die Kasse zu spülen. Dagegen ist nichts zu sagen. Ich habe nur etwas gegen die platte, oft hohle, inhaltslose Art, wie es die meisten Werbetreibenden tun.

Und LinkedIn selbst scheint nicht zu begreifen, dass bei allem Streben nach Gewinn zu viele Anzeigen Anwenderinnen und Anwender abschrecken. Ich muss an meinen Chef denken, kein Freund von Social Media, auch weil ihm die Timeline null Mehrwert bringt. Und er ist ein gestandener Geschäftsmann, der Kaufentscheidungen trifft. Ob es hilft, die Ebenen darunter dauer zu beschallen? Die sogenannten Expertinnen und Experten scheinen das zu glauben. Von interessanter Information und werthaltigem Dialog oft weit und breit keine Spur.

Meine selbst gepflegten Listen auf Twitter liefern mir Mehrwert

Doch es geht für mich persönlich als Informationsjunkie auch anders. Für mich. Nicht für normale Anwenderinnen und Anwender. Ich habe mir auf Twitter – ich sehe förmlich einige die Hände über den Kopf zusammen schlagen – meine Listen gebaut. Es gibt #MeineBlase, eine Liste in der sich derzeit 360 Twitter-Konten befinden, handselektiert, viele Journalistinnen und Journalisten, aber auch andere für mich interessante Zeitgenossinnen und -genossen. Wenn ich dort die Nachrichten lese, bekomme ich gefühlt echten Mehrwert und werthaltige Information und Meinung – im Gegensatz zur Linked-Verkaufs- und Vermarktungs-Timeline.

Neben der Liste #MeineBlase gibt es noch eine Handvoll weiterer Listen, auch für meine Arbeit in der Kommunikation von Kyndryl oder zum Thema Wein oder Fußball (wobei ich das Thema unter Fohlen-Perspektive besser derzeit nicht weiter kommentiere). Alle relevanten Listen pflege ich laufend, d.h. wenn mich wer nervt, fliegt sie oder er oder das Unternehmen aus der Liste raus.

Tja, so hat jeder sein „Zuhause“ in den sozialen Medien (oder auch nicht). LinkedIn scheint es für den interessierten Zeitgenossen Stefan P. nicht zu werden. Und natürlich sei fairerweise bemerkt, dass auch ich auf LinkedIn werblich und kommunikativ für mein Unternehmen tätig bin. Ich hoffe aber, dass ich nicht nur platt Werbung „like“ und verteile, sondern habe durchaus den Anspruch, meinem Netzwerk auf LinkedIn Mehrwert zu bieten, wie beispielsweise mit dem CIO Kurator-Newsletter. Ob dem so ist, mag jeder selbst beurteilen.

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