Microsoft und nicht nur die deutsche Verwaltung, Huawei, Maersk und die DFB-Auswahl – Bunter Reigen beim Wochenrückblick #57

Im DigitalNaiv’en Wochenrückblick gibt es diesmal ganz unterschiedliche Themen, von Fussball über Newsletter bis zu einer Reihe IT-zentrischer Digitalthemen. Damit fange ich auch an. Der Streit rund um den Einsatz von Microsoft35 oder Office365 geht weiter. Die Datenschutzkonferenz (DSK) und der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber stellen einen datenschutzkonformen Einsatz weiter in Frage und fordert Anwender auf, weitere Schutzmassnahmen zu treffen.

Die Datenschutzkonferenz (DSK) hat eine neue Bewertung zur Nutzung von Microsoft 365 veröffentlicht, die öffentliche wie auch nicht-öffentliche Anwender betrifft. Nicht nur Schulen und Behörden, auch Unternehmen sollten jetzt prüfen, wie sie die Office-Lösung aus der Cloud datenschutz­gerecht einsetzen können.

Sollten Unternehmen Microsoft 365 nutzen oder nicht? – Security Insider

Microsoft sieht das naturgemäß ganz anders, wie auch im Artikel auf Security Insider zu lesen ist. In der Unternehmensrealität scheinen mir die Bedenken keine Rolle zu spielen. Die Unternehmen setzen Microsoft365 beziehungsweise früher Windows und Microsoft Office einfach ein, vielleicht auch, weil es keine wirklichen Alternativen zu geben scheint. Nur die öffentliche Verwaltung hadert hier und da. Mal schauen, ob sich das durch die von SAP und Microsoft für 2024 angekündigte Verwaltungs-Cloud ändern wird.

Natürlich gibt es auch diejenigen, die postulieren, dass doch alles nicht so schlimm ist und man Teams und die anderen Microsoft-Tools halt einsetzen solle. Die Datenschutz-Manie der hierzulande sei typisch deutsch. Völlig überzogen. Meine 2 Cents: Digitale Souveränität Europas sieht auf jeden Fall anders aus, als sich dem Monopolisten Microsoft widerspruchslos hinzugeben.

Dann bin ich über die Meldung gestolpert, dass die Großwerft Maersk und IBM ihr Projekt TradeLens einstellen. Trade Lense – 2018 vorgestellt – galt als idealer Use Case für Blockchain-Technologie. Ein Digital Ledger für die Container-Schifffahrt sollte globale Lieferketten digital nachvollziehbar machen und langwierige bürokratische Prozesse beseitigen. Hörte und hört sich eigentlich sinnvoll an, aber es scheint, dass die Blockchain-Technologie nicht wirklich in die Puschen kommt.

Schließlich gibt es Gerüchte, dass sich Huawai nach den US-Sanktionen aus Europa zurückziehen könnte. Die meisten Privatanwender kennen Huawai als Smartphone-Anbieter, aber der Konzern spielt auch eine wichtige Rolle in der IT-Kommunikation. Ich erinnere mich noch an den Riesenstand der Chinesen auf der Cebit neben meinem Arbeitgeber IBM. Da wurde geklotzt. Mal schauen, wie es hier weiter geht.

Keine Woche ohne Elon Musk. Diesmal hat es zwischen ihm und Apple geknirscht, aber es ist wohl alles wieder in Butter:

Musk hatte laut eigenen Angaben ein „gutes Gespräch“ mit Tim Cook. Demnach handelte es sich bei seiner Annahme, dass Apple Twitter aus dem App Store werfen wolle, um ein Missverständnis. Tim Cook habe Musk erklärt, „dass Apple dies nie in Erwägung gezogen“ habe. Unklar bleibt, wie Musk darauf gekommen ist, dass es solche Überlegungen bei Apple gegeben hätte.

Musk räumt Missverständnis ein: Apple plante keinen Rauswurf der Twitter-App – Golem.de

Nun baut er vielleicht dann doch kein Musk-Handy, aber weiß? Gute Freunde sind Apple und Tesla eher nicht, glaube ich.

Und noch eine Frage in eigener Sache: Seit mehr als einem Jahr setzte ich in meinem Job bei Kyndryl das Newsletter-Werkzeug GetRevue ein, weil hier sehr einfach eine Presseschau erstellt werden kann, die wir jede Woche als CIOKurator.News versenden. Darin kuratieren wir die aus unserer Sicht wichtigsten deutschsprachigen Artikel, die für die CIOs und IT-Entscheidungsträger wichtig sind.

Nun steht zu befürchten, dass Elon Musk diesen Dienst einstellt. Zumindest werden schon jetzt keine Supportanfragen mehr über Twitter beantwortet. Demzufolge suchen wir eine Alternative. Mit Substack scheint es nicht so einfach möglich zu sein, eine Presseschau aus Links zusammen. zu klicken. Wo GetRevue die Summary der Artikel inklusive Überschrift und Foto einblendet, kommt bei Substack der nackte Link. Kennt jemand aus der Leserschaft mögliche Alternativen, die genau die beschriebene Funktionalität bieten? Bei Steady scheint das zu funktionieren, wobei ich deren Geschäftsmodell noch nicht verstehe. Aber vielleicht sollten wir auf einen in WordPress integrierten Newsletter-Service zurückgreifen? Fragen über Fragen.

Aber jetzt zu den [Ironie ein] wirklich wichtigen Themen [Ironie aus]. Die unsägliche WM ist für die DFB-Auswahl vorbei. Und ich oute mic h, dass ich die Spiele verfolgt habe. Vielleicht ist sogar gut so. Die Einen stellen den Bundestrainer in Frage. Ich habe unterdessen eher meine Probleme mit Oliver Bierhoff, der doch einige Fehler gemacht hat. Man erinnere sich an „Die Mannschaft“ oder das fortwährende Schönreden der Situation. Michael Horeni kommentiert (hinter der Paywall) auf FAZ.NET.

Flicks Scheitern bei der WM ist auch ein Scheitern von DFB-Direktor Oliver Bierhoff. … Bierhoff kritisierte lieber die vielen Fehler, die das Team bei der Weltmeisterschaft auf dem Rasen gemacht hatte. Sich selbst stellte er nicht in Frage. Da mache er sich keine Sorgen: „Ich habe ein sehr, sehr gutes Gefühl.“ Wer das als Verantwortlicher nach dem Abstürzen der Nationalelf in den vergangenen Jahren und dem Desaster von Qatar sagen kann, hat den Schuss wohl immer noch nicht gehört.

Deutschland nach WM-Aus in Qatar ohne Veränderungen durch Flick und Bierhoff

Freiwillig wird er wohl sein Pöstchen und sein Reich nicht aufgeben. Wie kommentiert Daniel Pagenstecher auf Mastodon: Das erinnert ungemein an Abläufe und Managerverhalten in Unternehmen.

Bild von Biljana Jovanovic auf Pixabay

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