A minimalist composition with the fundamental geometric shapes found in each logo: circles and curves for Mastodon, symmetric wings for Bluesky, and flowing lines for Threads. The elements are arranged following Bauhaus principles with primary colors (focusing on blues), bold black lines, and precise geometric alignment. There are subtle grid structures and mathematical proportions.

Welches Schweinderl hättens gern? Bluesky, Mastodon oder Threads

Ja, ich trauere durchaus den guten, alten Zeiten nach. Damals, auf Twitter. Über Jahre hinweg hatte ich mir dort ein Netzwerk von Freunden, Bekannten und „Expertinnen“ und „Experten“ aufgebaut. Durch meine Tätigkeit als Autor auf den englischsprachigen Plattformen CMSWire und SocialMediaToday und demzufolge auch zahlreichen englischsprachigen Artikeln und Posts kam ich auf über 5.000 Follower. Die genaue Zahl müsste ich in meinem Backup nachschauen. Die Zahl derer, denen ich gefolgt bin, lag darunter, war aber auch im vierstelligen Bereich. Aber ist ja eh Schnee von gestern. Nun experimentiere ich mit den Microblogging-„Alternativen“ Mastodon, Threads und BlueSky herum und bin nicht wirklich glücklich.

Mastodon & Fediverse – Chance für uns in Europa?

Hier nun mein Gemütszustand bezüglich dieser Dienste und später im Beitrag detaillierte Beschreibungen und Bewertungen der drei Microblogging-Duienste für diejenigen, die sich eingehender informieren wollen. Mastodon ist der Microblogging-Dienst, auf den ich umgehend nach meinem Abschied von X aktiver wurde. Es ist derzeit am ehesten meine Mikroblogging-Heimat. Dort habe ich im Moment das größte Netzwerk und auch die höchste Interaktion. Doch Mastodon scheint vielen Nutzerinnen und Nutzern etwas sperrig: sperrig in technischer Hinsicht und sperrig wegen des Verhaltens einiger Nutzergruppen.

Mastodon beziehungsweise das dahinterliegende Fediverse sind aber aus meiner Sicht die einzig valide europäische Chance, sich unabhängiger im Social-Media-Universum zu positionieren und zu behaupten. Doch dazu müsste man es auch wollen und konsequent vorantreiben. Noch wäre die Chance da, aber nicht mehr lange. Ich befürchte, wir Europäer verbocken es wieder.

Ja, ja, so blau, blau, blau …

Bluesky ist unter den drei Diensten der derzeit heißeste Sch..ß. Gerade nach Mark Zuckerbergs Ankündigungen, die Content-Moderation im Meta-Universum, also auf Facebook, Instagram und Threads, zu ändern und durch Community Notes zu ersetzen, erlebte und erlebt Bluesky ein starkes Nutzerwachstum.

Bluesky hat viele smarte Ansätze. Die sogenannten Starter Packs bieten einen leichten Einstieg, um schnell Nutzerinnen und Nutzer zu finden, denen man folgen möchte. So bin ich beispielsweise sofort über einen entsprechenden Starter Pack deutschen Journalisten gefolgt. Auch die Möglichkeit, sich Beiträge nur chronologisch (à la Mastodon) oder nach selbst gewählten „Algorithmen“ anzeigen zu lassen, ist durchaus clever.

Ich experimentiere gerade verstärkt mit Bluesky herum, bin aber von der Interaktion noch sehr enttäuscht. Mal schauen, wie sich das entwickelt. Sowohl auf Bluesky als auch auf Threads bin ich noch weit von den Follower-Zahlen entfernt, die ich auf Mastodon mittlerweile erreicht habe. Und nach dem X/Twitter-Desaster und der Trumpisierung von Mark Zuckerberg bleiben bei mir Vorbehalte, mich wieder einem kommerziellen Anbieter auszuliefern, der doch im Endeffekt nur maximalen Gewinn erzielen möchte (auch wenn man das erst einmal abstreitet). Mit diesem Aspekt gehen mir viele, die jetzt auf Bluesky setzen, viel zu naiv und blauäugig um. Man verzeihe mir das Wortspiel.

Threads vom Herrn Z.

Und dann ist da noch das erwähnte Threads, der Mikro Blogging-Dienst von Mark Zuckerberg, eng verwoben mit Instagram. Dort beeindruckt sicher die schiere Zahl der Nutzerinnen und Nutzer. Instagram- und Facebook-Anwendende schauen halt doch mal rein. Das Insta-Login ist ja das Threads-Login. Die Inhalte waren vor Wochen gefühlt noch eher unpolitisch. Nach der Zuckerberg-Ansage scheint sich das jetzt zu ändern, erst einmal in kritischer Art und Weise. Threads ist bei mir Nummer 2 in der Interaktion nach Mastodon.

Doch natürlich bin ich wegen der Marktmacht, der Besitzverhältnisse und der Pläne von Zuckerberg eher skeptisch und glaube nicht, dass ich mich dort stärker engagiere, auch wenn der liebe Lars dort oft seine Beiträge postet, die mich doch zu Erwiderungen inspirieren. Also warte ich mit Lars zusammen erst einmal ab, wie sich die Plattform entwickelt.

Drei Plattformen gleichzeitig sind zu anstrengend

Alle drei Microblogging-Dienste füttere ich derzeit über das Social-Media-Management-Tool Buffer mit Inhalten, die ich für teilenswert halte. Das sind nicht nur eigene Blogbeiträge oder meine Podcasts mit Lars, sondern auch lesenswerte oder aufregende Artikel im Netz. Ziel ist es dabei, durchaus aufklärend und informativ zu wirken und auch einmal eine konstruktive Debatte anzustoßen.

Doch die Präsenz auf allen Diensten nervt in vielerlei Hinsicht. Viele Nutzerinnen und Nutzer sind zwar wie ich auf allen drei Plattformen, haben aber dort leicht abweichende Nutzernamen. Wenn ich also die Autorin oder den Autor eines Artikels mit dem Namen benennen will, den sie auf der jeweiligen Plattform haben, ist dies anstrengend – und ich werde das wohl auch nicht durchhalten.

Zu wenig Interaktion. Das war mal anders. Oder?

Generell freue ich mich über Interaktionen, nützliche Hinweise und konstruktive Debatten, doch scheint mir das auf allen Diensten generell deutlich weniger geworden zu sein. Ich verfolge das Level der Interaktion aufmerksam, aber vieles deutet darauf hin, dass ich auch die Mikroblogging-Dienste so bespiele, wie ich es mit Facebook tue. Ich poste meine Beiträge, um zu informieren und aufzuklären, Freunde zu erreichen, die nur dort sind.

Interaktionen auf den drei Diensten? Dazu habe ich meist weder Lust noch Zeit. Aber vielleicht entwickelt sich ja ein Mikroblogging-Dienst dahin, dass es wieder ein Twitter-Feeling gibt. Oder vielleicht ist das auch nur Nostalgie und es war gar nicht so toll. Das Zentrum meiner Netzaktivitäten und meiner Gedanken bleibt auf jeden Fall dieser Blog hier. Der gehört mir. Die Inhalte gehören mir. Und ich freue mich besonders über jeden konstruktiven, kritischen und respektvollen Kommentar sowie entsprechende Anregungen.


Und wer jetzt noch mehr über die Microblogging-Dienste wissen möchte, kann gerne weiterlesen.

Mastodon und das Fediverse: Überzeugende Architektur, aber …

Am ehesten fühle ich mich auf Mastodon daheim. Mir gefällt sehr gut die wirklich dezentrale Architektur, so dass im Prinzip jeder seine eigene Instanz unterhalten kann. Statt einer zentralen Plattform besteht das Fediverse aus Tausenden unabhängigen Servern, die über das ActivityPub-Protokoll miteinander kommunizieren. Diese Instanzen werden von verschiedenen Organisationen, Gemeinschaften oder Privatpersonen betrieben und verwaltet. Auch gibt es nicht nur Mastodon für Microblogging, sondern beispielsweise PeerTube, quasi als YouTube-Ersatz für Videos, oder Pixelfed, das „Fediverse-Instagram“ für Fotos. Alle diese Lösungen können mit- und untereinander über besagtes Protokoll kommunizieren. Last but not least: Im Fediverse gibt es keine Werbung und keine Algorithmen, die bestimmte polarisierende und emotionalisierende Inhalte bevorzugen.

Leider fehlen aber auch die „Player“, die dem Netzwerk größere Reichweite und Bedeutung geben könnten. Weder die Rundfunkanstalten noch die Verlage nutzen die Chance, eigene Instanzen aufzusetzen und dort unabhängig von X und anderen kommerziellen Plattformen ihre Inhalte selbstbestimmt auszuspielen. Anbieter wie Mozilla, die eine eigene Instanz betreiben wollten, haben einen Rückzieher gemacht. Dabei ist auch deren Idee, mit Elk einen benutzerfreundlicheren Client anzubieten, flöten gegangen.

Doch es hakt auch an anderen Stellen: Ich persönlich bedauere, dass viele der Mastodorianer nicht wollen, dass sich das dezentrale Netz öffnet, vor allem, um Schund, Hass und Hetze fernzuhalten. Wer für eine Öffnung plädiert, erntet oft entsprechend ablehnende Kommentare. Die Gründe für diese Ablehnung sind vielfältig: von kultureller Abgrenzung über eine besserwisserische Grundhaltung und gewollter Antiviralität bis zu selbstgewählter Isolation in den eigenen Echokammern. So wird von vielen noch immer ein Abwehrkampf gegen eine Öffnung geführt, statt die riesige Chance zu nutzen, ein wirklich unabhängiges soziales Netzwerk zu etablieren.

Bisher wurde die Chance vertan, doch sie kann wiederkommen. Jetzt gerade wurde angekündigt, dass Mastodon in den Besitz einer neuen europäischen Non-Profit-Organisation übergehen soll. Nicht nur ich, viele andere finden die Idee eines offenen, nicht kommerziellen Netzes für Europa sinnvoll, dringend notwendig und spannend: „Intranet ein aufregendes Instrument, … Natürlich wäre ein solches Netzwerk der Bürgerinnen und Bürger auch Teil des Wettstreits um die beste Form der Demokratie, der gerade in der ganzen Welt tobt. „Es wäre eine disruptive Innovation durch einen politischen Akt der Aneignung von Souveränität,“ schreibt Bert Rebhandl in der FAZ (€). Leider fehlt mir der Glaube, dass sich „die Europäer“ und die EU zu einem solchen Schritt durchringen.

Hype rund um Bluesky

Stattdessen wird gerade der Twitter-Klon Bluesky „gehyped“, der zu Beginn des Jahres 2025 einen bemerkenswerten Aufschwung erlebt, der durch mehrere parallel verlaufende Entwicklungen getrieben wird. Die Plattform hat mittlerweile die Marke von 28 Millionen Nutzern erreicht und wächst weiter. Insbesondere die Ankündigung von Meta-Chef Mark Zuckerberg, die Faktenprüfung auf Facebook, Instagram und Threads einzustellen, löste eine neue Abwanderungswelle insbesondere zu Bluesky aus.

Dieser Erfolg zieht jedoch auch unerwünschte Aufmerksamkeit auf sich. Bluesky sah sich Mitte Januar 2025 mit koordinierten russischen Desinformationskampagnen konfrontiert, bei denen Tausende gefälschter Accounts pro-russische Propaganda verbreiteten und die westliche Unterstützung für die Ukraine diskreditierten.

Doch wer steckt hinter Bluesky? Wie ist das Netzwerk aufgebaut? Was die Eigentumsverhältnisse betrifft, ist Bluesky als Public Benefit Limited Liability Company (PBLLC) organisiert, die einen gesellschaftlichen Nutzen verfolgen muss. Nach dem Ausstieg von Mitgründer Jack Dorsey im Mai 2024 wird das Unternehmen von CEO Jay Graber geführt. Das Unternehmen muss nun den schwierigen Balanceakt zwischen Profitabilität und gesellschaftlichem Nutzen vollziehen. Klassische Werbung soll zunächst außen vor bleiben. Doch gibt es wohl Planungen, ein Subskriptionsmodell „Bluesky+“ mit einer monatlichen Gebühr einzuführen und Premium-Features wie längere Video-Uploads und Profilanpassungen anzubieten.

Zur Architektur: Während Mastodon auf dem ActivityPub-Protokoll basiert und Teil des dezentralen Fediverse ist, setzt Bluesky auf das eigene AT-Protokoll. Von vielen wird der Umstieg auf Bluesky im Vergleich zu Mastodon als einfacher wahrgenommen. Bei Bluesky muss man sich einfach anmelden und nicht erst in der föderalen Struktur des Fediverse eine Mastodon-Instanz auswählen, bei der man sich anmeldet.

Ein Grund dafür dürfte sein, dass Bluesky zwar als dezentrales soziales Netzwerk konzipiert wurde, in der Realität derzeit aber deutlich zentralisierter ist als das beworbene Konzept. Die technische Architektur des AT-Protokolls ermöglicht Dezentralität, der Dienst läuft aber derzeit hauptsächlich über die zentrale bsky.social-Instanz. Viele Experten ordnen Bluesky daher derzeit zwischen dem völlig zentralisierten X (Twitter) und dem komplett dezentralen Mastodon ein – mit deutlicher Tendenz zur zentralen Kontrolle.

Sehr smart sind auf Bluesky die Angebote wie die Starter Packs. Die Starter Packs ermöglichen es Nutzern, kuratierte Listen mit bis zu 50 Accounts und drei benutzerdefinierten Feeds zu erstellen und zu teilen. Diese thematisch „Empfehlungspakete“ sollen vor allem Neueinsteigern den Start erleichtern und ihnen helfen, schnell relevante Inhalte zu finden.

In BlueSky werden Beiträge erst einmal chronologisch im „Following Feed“ angezeigt, der nur Posts von gefolgten Accounts enthält. Andere Feeds wie der „Discover Feed“ funktionieren hingegen ähnlich wie bekannte algorithmusbasierte Timelines und zeigen Inhalte basierend auf persönlichen Interessen. Nutzende können eigene Feeds erstellen oder aus über 50.000 benutzerdefinierten Feeds wählen. Der Anspruch ist, dass Nutzer selbst entscheiden können, welche Algorithmen sie für ihre Timeline verwenden möchten. Im Gegensatz zu BlueSky ist Mastodon streng chronologisch.

Was bedeutet Zuckerbergs Strategiewechsel für Threads?

Threads schließlich ist die Microblogging-Plattform aus dem Hause Meta. Im vergangenen Jahr entwickelte sie sich zu einem ernstzunehmenden Player im Markt der sozialen Medien, steht aber nach jüngsten Entwicklungen vor kritischen Herausforderungen. Die Plattform verzeichnete ein beeindruckendes Wachstum: Von 175 Millionen aktiven Nutzern im Juli 2024 stieg die Zahl auf 275 Millionen monatlich aktive Nutzer im November.

Die Plattform ist eng mit Instagram verzahnt und nutzt dessen technische Infrastruktur. Diese enge Verzahnung zeigt sich auch darin, dass Nutzer ihr Threads-Konto nicht separat von Instagram löschen können. Threads spielte vorwiegend Inhalte aus, die dem Instagram-Universum entstammten, so einige Kritiker: „Bilder, Memes, Posts von Freundinnen und Freunden. Hier und da schimmern ein paar News und Meinungen durch, doch bislang fehlt das Twitter-Feeling von früher.“ Die Plattform wurde als „Kurznachrichtendienst im Instagram-Mantel“ charakterisiert.

Noch verzichtet die Plattform auf Werbung, plant aber wohl für 2025 die Einführung von Werbeformaten. Vor allem aber löst Zuckerbergs Strategiewechsel, die Moderation auf Meta-Plattformen grundlegend zu ändern, Besorgnis aus. Für Threads könnte dies die Abschaffung der professionellen Faktenprüfung, die Lockerung der Moderationsrichtlinien, die Erlaubnis von bisher verbotenen Äußerungen über Minderheiten und eine stärkere Ausrichtung auf politische Inhalte bedeuten.

„Content Moderation“ in Threads …

Noch eine persönliche Erfahrung: Seit einigen Wochen blockiert Threads eigentlich harmlose Beiträge, die ich dort posten will.

Hier geht es um ein Zitat von Sascha Pallenberg, der fordert, dass Europa offene Netzwerke fördert. Warum wird das blockiert?

Und auch hier geht es um das Thema offene Netzwerke für Europa. Offensichtlich hat der Content Moderator oder KI etwas gegen diese Idee. Warum nur?

Fediverse Reactions

Comments

2 Antworten zu „Welches Schweinderl hättens gern? Bluesky, Mastodon oder Threads”.

  1. Hallo Stefan

    dann komme ich jetzt mal mit einem Kommentar direkt bei dir vorbei.

    Ja, ich trauere auch Twitter nach. Aber es ist halt komplett unbenutzbar geworden. Daher muss man die Finger davon lassen.

    Von den drei genannten Netzwerken bin ich am längsten auf Mastodon unterwegs. Ich glaube, dort haben wir uns auch zuerst vernetzt, oder? Das Fediverse ist tatsächlich die Chance, eine Art EU Social Media zu basteln. Aber ich teile auch deine Befürchtung.

    Bluesky habe ich eigentlich nur mal angefangen, weil ich einen Einladungscode hatte wie bei Google+. Und dort fand ich halt auch eine ganze Menge Kontakte von Twitter wieder. Mit Threads hingegen bin ich nicht so richtig warm geworden.

    Ich sehe das genauso wie du: Alle Plattformen kannst du nicht bespielen. Wer soll das machen? Vor allem, wenn du wie die meisten einen richtigen Job hast. Daher habe ich probiert, über Friendica Mastodon und Bluesky zu bespielen. Das klappt nicht immer, und ich weiß noch nicht warum.

    „Das Zentrum meiner Netzaktivitäten und meiner Gedanken bleibt auf jeden Fall dieser Blog hier. Der gehört mir. Die Inhalte gehören mir.“ – Exakt so sehe ich das auch. Mein Blog ist meine Homebase, alles andere ist nur Beiwerk.

    Ja, Mastodon hat seine Haken, wie die erhobenen Zeigefinger, die das Netzwerk einfach nicht ablegen kann. Ich teste gerade, wie provokant ich mit meinen Artikeln aus dem Blog sein kann, bis mir ein rauher Wind entgegenweht. Kann nicht mehr lang dauern.

    Die „Content Moderation“ bei Threads kann doch nur ein schlecht gemeinter Witz gewesen sein. Ich sage mir da bei den Diensten mittlerweile: Dann sollen sie es halt so machen, ich muss das Spiel ja nicht mitspielen.

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  2. Mit Mastodon bin ich nie warm geworden. Nicht wegen des Einstiegs, den hat man ja mal hinter sich, sondern fortwährend. Immer habe ich das Gefühl, „die Musik spiele woanders“ – irgendwie ist es nicht ganz einfach, mit Leuten auf anderen Servern zu kommunizieren. So mein Eindruck, woran es genau liegt, weiß ich nicht mehr, ist schon länger her, dass ich dort war (grade jetzt mal wieder, um dir zu folgen).

    Öfter bin ich auf Bluesky, das noch bei weitem nicht ans „Twitter-Feeling“ rankommt, aber immerhin mehr als Mastodon. Thread ziehe ich gar nicht in Betracht, bin dabei, meinen (lange ungenutzten) FB-Account zu kündigen, da fang ich nicht auf Threads neu an.

    Ganz grundsätzlich empfinde ich seit Einführung der sog. „sozialen“ Medien deren Struktur als DEN GROSSEN SÜNDENFALL im Internet. Vorher gab es jede Menge themenzentrierte Foren, die weit weniger streitlustig waren – einfach deshalb, weil sich hier Menschen rund um ein gemeinsames Thema zusammenfanden. (Gilt auch im richtigen Leben: Wo Leute etwas gemeinsam zu tun/zu besprechen haben, ist weniger Streit als am sprichwörtlichen „Stammtisch“ in all seinen Varianten).

    Das Follower-Prinzip hat diese Kultur kaputt gemacht, auch wenn sie hier und da noch ein marginalisiertes Leben führen mag. Das Aufhängen der Kontakte an Personen statt Themen lässt sofort spüren, wie uneinig man sich in vielen Dingen ist – und zudem verhindert es vertiefte, themenentrierte Debatten zu Gunsten der Selbstdarstellung und dem „Follower / Reichweite sammeln“.

    Ich erwarte demnach nicht, dass sich in der Zerstreuung desselben Prinzips irgend etwas groß ändert. Bluesky ist nur erträglicher, weil noch nicht so viele dort angekommen sind.

    Als Initiativen wünsche ich mir neue Foren, z.B. ein Forum des ÖRR, Zugang mit Klarnamen für zahlende (!) Menschen, mit Erlaubnis, ein Pseudo zu nutzen. Das wäre mal was und böte die Möglichkeit, alles rund um den ÖRR und seine Sendeformate ausführlich zu debattieren. Würde mir jedenfalls sehr gefallen!

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