Das 49. Internationale Damen-Tennisturnier meines Tennisvereins, des TCB 2000 Darmstadt, steht kommende Woche an. Zwischen dem 14. und 20. Juli messen sich Tennis-Spielerinnen aus ganz verschiedenen Nationen im Einzel und im Doppel auf unseren Plätzen in Bessungen. Die wurden in den vergangenen Tagen von fleißigen Helferinnen und Helfern ebenso hergerichtet wie die Festwiese mit Bewirtung und vieles Weitere mehr.
Ich unterstützte nun im dritten Jahr bei der Berichterstattung in unserem Turnier-Magazin. Back to the roots, guter alter Sport- und Lokaljournalismus. In diesem Jahr publizieren wir zusätzlich unsere Artikel online im neuen Turnier-Block. Die Beiträge werden automatisch auf Facebook und Instagram veröffentlicht, und wir – Sandra Russo und ich – hoffen, zusammen mit dem Presseteam dadurch mehr Leserinnen und Leser zu gewinnen. Die auf WordPress basierende Webseite des Turniers hatten wir schnell umgestellt, und ich konnte dabei von meinen Erfahrungen hier im Blog und mit anderen WordPress-Instanzen profitieren.
Jüngere über Insta erreichen
Auch haben wir mit Johanna, einer unserer Nachwuchs-Berichterstatterinnen, besprochen, dass wir unsere Instagram-Aktivitäten verstärken wollen, gerade auch, um Jüngere anzusprechen. Die Voraussetzungen sind eigentlich da: Wir haben Fotografen, die tolle Bilder von den Matches, Spielerinnen und dem Turniergeschehen machen. Warum diese also nicht auf Instagram stellen? Und wenn wir das schon tun, ist es ja nur logisch, dass wir in den Instagram-Posts direkt auf die Profile der Spielerinnen verlinken.
Dazu wäre es natürlich hilfreich, die Instagram-Handles vor dem Turnier zu recherchieren und in einer Liste zusammenzufassen. Aber wer hat schon Lust, das für mehr als 50 Spielerinnen „per Hand“ in Einzelrecherchen zu tun? Ich nicht, also entschied ich, doch einmal Perplexity.AI, die KI-gestützte Such- und Antwortmaschine, mit der ich seit geraumer Zeit experimentiere, zu fragen, ob das Tool mir nicht die Instagram-Adressen der Spielerinnen herausfinden kann, die online auf der ITF-Webseite zu finden sind. Für die Recherche nutzte ich den fortschrittlichsten (und auch kostenpflichtigen) Modus, das sogenannte Perplexity Labs, das beispielsweise Jörg Schieb hier beschreibt. Perplexity Labs ist viel mehr als nur eine Suche, aber das führt hier zu weit.
KI: Nicht blenden lassen, immer überprüfen
Für jede Spielerin – ob direkt im Hauptfeld oder in der Qualifikation – lieferte mir das Tool wie gefordert eine Liste mit den Instagram-Adressen und auch die Zahl der Follower. Toll! Leider nicht ganz. Oft waren die angegebenen Insta-Namen einfach falsch. Auch wollte Perplexity einfach den nationalen Ranglistenplatz nicht übernehmen, obwohl der auf der Webseite steht. Und hier wiederholt sich die Regel, die jede und jeder beherzigen sollte, der Künstliche Intelligenz benutzt: Unbedingt die Aussagen und Fakten prüfen, die solche Werkzeuge ausspucken!

Um es ins rechte Licht zu rücken: Natürlich waren die Ergebnisse hilfreich, da wohl mehr als 50 Prozent korrekte Adressen gefunden wurden. Trotzdem gilt die gerade genannte Sorgfaltsregel.
Dossiers der Spielerinnen für unsere Berichterstattung
Ermutigt durch das Ergebnis habe ich die Recherche weitergetrieben und per Prompt die Anweisung gegeben, doch bitte ausführliche Profile der Spielerinnen inklusive eines Fotos zu erstellen, online anzuzeigen und pro Spielerin ein Word-Dokument zu erstellen. An dem Prompt habe ich einige Zeit gefeilt und das Ergebnis lässt sich jetzt sehen.

Doch auch hier gilt Vorsicht. Auch hier müssen die Fakten überprüft werden. Beispielsweise lag Perplexity bei der Angabe falsch, ob diese schon einmal in Darmstadt angetreten seien. Nützlich ist auf jeden Fall, dass Perplexity die Quellen angibt, die beispielsweise für das Profil genutzt werden. Dies erleichtert natürlich den Faktencheck.
Die Dossiers der Spielerinnen haben noch mindestens einen weiteren Nutzen: Sie geben uns oft Ideen über Stories und Hintergründe, die wir in unseren Berichten verwenden können. Sofia Shapatava als CEO ihrer eigenen Sportagentur, deutsche Nachwuchshoffnungen mit ganz unterschiedlichen Profilen – das ist mehr als Statistik, das hat Storytelling-Potenzial.
Impulse und Ideen für Artikel
Auch für die Vorberichterstattung haben wir Perplexity genutzt, beispielsweise um herauszufinden, wo die Gewinnerin des vergangenen Jahres Victoria Mboko heute steht, oder wie es der deutschen Überraschung von 2024, Mariella Thamm, heute geht. Berichte, in denen ich die KI genutzt habe, sind am Ende mit dem Hinweis (ps/per), also meinem Kürzel und dem Hinweis auf Perplexity, gekennzeichnet.
Ab Dienstag geht es dann richtig mit der Live-Berichterstattung von den W35 Tennis International Darmstadt 2025 los. Stand heute helfen uns die Auswertungen sehr bei der Vorbereitung der Turnierberichterstattung. Ich werde nach dem Turnier hier einen Kommentar hinterlassen, was die KI uns wirklich gebracht hat. Eine Herausforderung, die nicht in der KI begründet liegt, war, dass ich das Teilnehmerinnenfeld bis zum Sign-In-Termin, am 13. Juli, 18 Uhr immer wieder verändert. Spielerinnen fallen heraus, die Profile sind nutzlos, neue Profile müssen erstellt werden. Alles ist sehr fluide.
Perplexity: Eigenlob stinkt
Ich würde keinesfalls so weit gehen, wie Perplexity, dass ich gebeten hatte, selbst einmal einen Bericht über die Vorbereitung des Turniers zu schreiben. Vollmundig wird von der KI von „Datensammlung zum multimedialen Turnier-Universum“, vom „Startschuss für eine digitale Revolution im Tennisjournalismus“ oder „Interviewpartner wurden nach digitaler Strahlkraft ausgewählt, Sponsoren konnten mit handfesten Zahlen überzeugt werden“ geschrieben. Solch ein Eigenlob stinkt …
Zum Abschluss noch ein technisches Schmankerl. Perplexity Labs kann nicht nur statische Word-Dokumente, Tabellen oder PDFs ausspucken. Das Tool ist auch in der Lage, eine komplette Mini-App zu erstellen, die alles zusammenführt: Ein Dashboard mit Live-Statistiken, eine interaktive Spielerinnendatenbank, klickbare Namen mit Modal-Fenstern für die Profile und direkte Instagram-Links. Nur schade, dass die Fakten oft nicht stimmen. Deshalb haben wir uns dieses Extra erst einmal gespart.

Fazit
Künstliche Intelligenz ist kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug, um uns neu zu helfen, bessere Geschichten zu erzählen. Die traditionelle Turnierzeitung bleibt im Zentrum – aber Digitalisierung und Online-Präsenz müssen sein, sonst spielt man heute nur noch in der Kreisklasse der Medienlandschaft. Genau das meinte auch Perplexity Labs, als ich nach einer Bewertung unserer Strategie fragte. Wenn das also schon die KI sagt …
Und hier nochmals der Link zu unserem Turnier-Block, zu Facebook und Instagram. Gerne folgen, liken, teilen und weitersagen! Unsere Berichterstattung vom Damen-Tennisturnier W35 Darmstadt Tennis International beim TCB in Bessungen.


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