„Predictive Maintenance“ für den Menschen


Vor kurzem habe ich hier noch darüber geschrieben, wie ein Professor in der Mainzer Uniklinik sich darüber zu Recht beschwerte, dass er nicht einmal auf alle Patientendaten Zugriff hat, die in der Universitätsklinik selbst gespeichert werden (geschweige denn auf die gesamten elektronischen Patientendaten). Gunter Dueck greift dieses Thema unter dem Aspekt der Vorbeugung, neudeutsch „Predictive Maintenance“ für den Menschen, in seinem Beitrag auf.

„Vorbeugen ist besser als heilen“, das sagen sie alle. Alle. So oft und an so vielen Stellen, dass wir es kaum mehr hören mögen. …

… Ich stelle mir eigentlich lieber vor, ich hätte einen Chip im Körper, der alle diese Werte nicht alle Jahre erhebt, sondern sie mir über Bluetooth stets aktuell auf mein Smartphone überträgt.

Könnte ich da nicht besser vorbeugen? Hätte ein Arzt im Notfall nicht eine tolle Datenbasis für bessere und schnellere Diagnosen? Könnte Big Data nicht ziemlich oft Leben retten? Ich weiß, ich weiß, die Daten verrät man wieder ganz arglos irgendwelchen Apps, bei denen man schnell alle Einblicke in uns freigibt – ja, schnell akzeptiert gedrückt und verraten und verkauft. …

Sarkasmus beiseite: Per Big Data könnten wir uns besser um uns selbst kümmern, oder?

Diese Gedanken kamen mir neulich, als ich eine Mail eines Hausarztes erhielt, der mir von kerngesunden Menschen berichtete, die in seiner Praxis genau das von ihm verlangten, was ich hier gedanklich vorbereiten wollte: ihre Daten, mit denen sie als aufgeklärte Gesunde ihr Leben besser gestalten wollten. Die Big Data Leute reden doch alle bei Maschinen über „Predictive Maintenance“, warum denken wir das nicht für uns Menschen durch?

via DD311: Big Data Prävention oder „Human Predictive Maintenance“ (Februar 2018) – Omnisophie

Losgelöst von Technologien und IBM Watson: Die Daten über mich werden immer mehr, aber wer und wie werden sie überhaupt genutzt, gar zu meinem Wohl?

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Warum soll man also nicht die eigenen  „Big Data“ nutzen, um bessere gesundheitliche Vorsorge zu treffen. Klappt nicht immer, wie ich selbst erfahren musste, aber könnte in vielen Fällen helfen. Das sind Themen, die ich mir in einem Koalitionspapier wünschen würde. Vorsorge für die eigene Gesundheit, umfassende Informationen rund um meinen Gesundheitszustand für den/die Ärzte meines Vertrauens, natürlich unter Berücksichtigung des Datenschutzes. Endlich mal nach vorne gestalten, statt der Digitalisierung meilenweit hinterher zu laufen.

Eine Randbemerkung: Stattdessen werden Themen aufgewärmt, die eigentlich gegessen sein sollten. Wenn wir heute über Verkabelung und flächendeckenden „dicken“ Zugriff auf das Internet reden müssen, ja entsprechend handeln müssen, haben wir in den vergangenen Jahren vieles verpennt.

(Stefan Pfeiffer)

 

4 Kommentare zu „„Predictive Maintenance“ für den Menschen

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