Hoffnungsschimmer oder Lobbyistin – Neue Staatsministerin für Digitalisierung: Was hat Dorothee Bär vor?


Nach den Interviews im heute journal und in den Tagesthemen, dem Flugtaxi-Beispiel hat eine kontroverse Diskussion rund um die vermeintlichen Pläne der neuen Staatsministerin für Digitalisierung, Dorothee Bär, begonnen. Auf dem CIOKurator habe ich einige knackige Aussagen zusammengefasst.

Sie hat bei mir persönlich keinen guten Start hingelegt, die neue Staatsministerin für Digitalisierung, Dorothee Bär von der CSU, wie wir auch bei #9vor9 diskutiert haben. Im heute journal war sie aus meiner Sicht nur bissig und unprofessionell im Interview mit der sicherlich scharf nachfragenden Marietta Slomka, vor der die CSU-Granden sicherlich nach einigen Demontierungen…

via Neue Staatsministerin für Digitalisierung: Was hat Dorothee Bär vor? —  CIO Kurator 

4 Kommentare zu „Hoffnungsschimmer oder Lobbyistin – Neue Staatsministerin für Digitalisierung: Was hat Dorothee Bär vor?

  1. Hallo Stefan, Was Doro Baer zu Frau Miosga und Frau Slomka hätte sagen können – bzw. was diese auch hätten fragen können

    Ich hätte mir gewünscht, dass die designierte Regierungsbeauftragte für Digitalisierung ihren Wählern und dem ZDF-Publikum mal etwas Grounding verschafft hätte, statt von großen Dingen für Deutschland und ihre Klientel in Bayern zu schwadronieren. Sie hätte – Achtung, persönliche Referent*en und Berater* der CSU – einfach mal ihren eigenen großen Vorsitzenden Franz Josef Strauß zitieren können. Dieser schrieb im Januar 1968 das Vorwort zur deutschen Ausgabe des Buches „Die amerikanische Herausforderung“ des Franzosen Jean-Jaques Servan-Schreiber. Schon damals war klar, wie Franz Josef Strauß schrieb, dass den amerikanischen Herausforderungen mit ihren Computern nur von einem vereinten Europa begegnet werden könne. Ohne ein Kontinentaleuropa mit einem gesamteuropäischen Breitbandnetz und einem europäischen Bildungsprogramm, wo es ein Schulfach Programmieren gibt, und ohne in europäischen Laboren entwickelten Technologien, meinetwegen auch Flugtaxis, würden wir dieser Challenge (im Sinne der Geschichtsphilosophie Arnold Toynbees) nichts entgegenzusetzen haben.

    Frau Baer, die europäischen Digitalcluster, die Internetknotenpunkte wie wir in Frankfurt einen haben, müssen gleichermaßen an das Land von Laptop und Lederhosen und an die Mark Brandenburg angebunden werden. Doch dass das ohne Europa nicht geht, das sagen Sie leider nicht. Sie hätten unter Berufung auf keinen Geringeren als FJS sagen können, „Europa, liebe Frau Slomka, ist herausgefordert, aufgefordert, aufgerufen, auf dieses Challenge ein Response zu finden. Deshalb habe ich als erstes mit meinen französischen Partnern telefoniert, damit wir die Digitalisierung Europas gemeinsam voranbringen. Wir stehen vor der Entscheidung, ob wir fähig sind, den Übergang vom analogen Nationalstaat zu einem digitalen Kontinentalstaat zu vollziehen. Wer aber wie bisher diesen Übergang nicht bewältigt, der wird wie Franz Josef Strauß es uns schon 1968 prophezeit hat, im „planetarischen Zeitalter, dass auf uns zukommt, nicht mehr mitzureden haben“. Was brauchen wir dafür? Strauß forderte damals über diese Vision nachzudenken: „Über die Zollunion hinaus ein Einheitliches Steuer- und Rechtssystem, ohne das es zu keiner Wirtschaftsunion kommen wird, den Aufbau eines europäischen Kapitalmarktes, und die Fähigkeit von ihm Gebrauch zu machen,“ … „was zurzeit bevorzugt die Amerikaner“ täten. Frau Baer, liebe Frau Slomka, Frau Miosga, ein Job für die Beauftragte für Digitalisierung ist es, ein Denken – und eine Bewusstseinshaltung – für die Digitalisierung in Europa zu schaffen,“ eine neue Dimension zu schaffen, die den wirklichen Lebensraum aller europäischen Nationen darstellt“, der entstehen werde, wenn Europa und die Deutschen begreifen, „dass wir nur dann Franzosen, Deutsche, Italiener Engländer und was auch immer bleiben können, wenn wir wirklich und rechtzeitig Europäer werden- urgentibus imperii fatis, würde Tacitus sagen.“

  2. Hallo Stefan, Strauß erwähnt übrigens in seinem Vorwort zum Buch die amerikanische Herausforderung auch IBM, was Dich und mich als Freunde von IBM Lösungen sicher freut. Die These des Verfassers ( Servan Schreiber ist gemeint) “ dass die die amarikanische Industrie außerhalb der USA heute bereits die drittstärkste industrielle Weltmacht darstellt, wird auch durch die Rede von Thomas J. Watson, dem Genraldirektor der IBM, im Oktober letzten Jahres gestützt. Diese unterrichtet davon, dass die von amerikanischen Firmen im Ausland produzierten Güter und erbrachten Dienstleistungen sich auf einen Wert von über 100 Milliarden Dollar belaufen und damit die Rangordnung der dritten Wirtschaftsmacht der Welt nach den USA und der Sowjetunion darstellen, und daß im Jahr 1965 die 75 Millionen Arbeiter in den Ländern der EWG nicht ganz die Hälfte dessen produzierten , was die etwa gleich große Zahl von Arbeitern im gleichen Jahr erzeugte.“ Und etwas weiter schreibt Strauß: Er (Servan -Schreiber) verlangt „die Schaffung eines gesamteuropäischen Gesamtbildes, dass sich die Vorraussetzungen für seine eigene Entwicklung selbst schaffen könne und stark genug sei, um gleichberechtigt mit den USA in Beziehung zu treten. Auch in den USA wächst die Einsicht, daß es besser sei Lasten zu teilen, als die Rolle der einzigen Supermacht zu spielen.“ Tja. Und 2018 ist das nicht mehr nur eine Forderung, sondern eine Notwendigkeit, nicht wahr. klein klein und dumpfer Antiamerikanismus hilft hier halt nicht, sondern nur ein Übergang vom analogen Nationalstaatsdenken zu einem digitalen Kontinentaleuropa, denn auch die Briten sind ja weg. Von daher ist Retrofuture angesagt, wenn man also mit einem Buch von 1968 und mit einer CSU Vrsion von Franz Josef Strauß in den Wirtschaftskrieg mit den USA, China, und der neu erstarkten Putinesken russischen Föderation antreten muss. Mehr Europa, weniger nationale oder regionale Kirchtumspolitikerinnen, das brauchen wir. Gerne stelle ich mal einen Kontakt zu einem von der europäischen Stärke überzeugten Internetpionier her, damit auf CIO Kurator das Thema auch fachlich gut vertreten ist, denn ich bin nur der Übersetzer und das Trüffelschwein, was für das Netzwerk von Hannes Bauer sucht, oder sich im Netzwerk IP – Building von Georg von Nessler mit der Chance von Digitalisierung in neuen Lernorten einsetzt oder sich dazu mit dem Gründer von SECOND LIVE, einem ehemaligen IBM Berater Andreas Mertens, der nun in Wiesbaden seine Firma Avameo gegründet hat unterhält. Es geht ja nicht anders als im Netzwerk, Konzerne sind zu langsam, zu sehr mit sich selbst beschäftigt, du kennst das.

  3. Mir fehlen die Worte. Interview von @Dorobaer in DIE WELT. Ich zitiere:

    Du hast sie nur nicht verstanden, Gunnar Sohn:

    „Die, die da auf Twitter aufgejault haben, haben nicht verstanden, worum es mir geht und was Digitalisierung bedeutet. Für mich war das ein Beweis dafür, wie viel Arbeit noch vor mir liegt. Twitter ist nun auch nicht der Hort der Innovation in Deutschland.“

    Und …

    „Facebook wird zu einem Seniorennetzwerk. Auf Twitter sind ohnehin nur Politiker, Journalisten und Psychopathen unterwegs. Eigentlich müsste ich jetzt meinen Twitter-Account löschen. Das würde mein Leben leichter machen.“

    Ohne Worte.

    1. Und noch ein lesenswerter Beitrag von Thomas Knüwer zum Thema:

      „Aber vielleicht bekommt Bär das ganze ja noch gedreht. Hier mal der Vorschlag eines Psychopathen: Ab jetzt 100 Tage lang keine Interviews geben, sondern machen. Irgendetwas handfest hervorbringen, sich Respekt erarbeiten. Danach kann man dann ja Kritiker abtun, wenn man es immer noch will.“

      via Dorothee Bär: Die Nebelkerze Angela Merkels
      http://www.indiskretionehrensache.de/2018/03/dorothee-baer/

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