Lesezeichen ODER Was nun ODER Wie weiter: Die Union ist uneins, strategisch und programmatisch überfordert, reagiert reflexhaft und dünnhäutig – Diana Kinnert

Meiner Meinung nach lesenswert, die Analyse und der Kommentar von Diana Kinnert zur CDU/CSU, den sie wohl in der Welt und in ihrem Blog veröffentlicht hat:

Ein Geständnis: Der Eindruck täuscht nicht. Die Union ist uneins, strategisch und programmatisch überfordert, reagiert reflexhaft und dünnhäutig.

über Kommentar/DIE WELT: Die Arroganz der CDU rächt sich – KINNERT

De Abgeordneten würden nicht mehr selbstgefällig über die Flure des Bundestages laufen. Dafür stellt sich aber immer noch die ehemalige Weinkönigin mit dem Nestlé-Chef vor die Kamera und der bayrische Bruder sabbert von wüsten Verschwörungstheorien. Wie viel Selbstgefälligkeit braucht man denn noch?

Ich glaube, Diana Kinnert meint es sehr ernst. Ob die von ihr zitierten CDU-Stammtische sie allerdings ernst nehmen, wage ich zu bezweifeln. Trotzdem oder gerade deswegen ein lesenswerter Beitrag, mit interessanten diskussionswürdigen Thesen. Bezeichnend die Aussage, dass die Themen „der Jungen“ kaum in die verbandsinterne politische Auseinandersetzung in der eigenen Parteijugend einfließen, ist bezeichnend. Die sogenannte Junge Union ist gar nicht so jung.

Und da sind wir wieder bei meinem Thema, dass die klassischen Volksparteien „die Jungen“ nicht abholen und „das Netz“ nicht verstehen (wollen). Eitle, alte, grauhaarige Männer, die sich in Talkshows, Kommentaren und Feuilletons der klassischen Presse selbstgefällig profilieren, fordern von „der Jugend“ und „den Bürgern“, sich doch wieder in den Volksparteien zu engagieren. Sie merken gar nicht, wie die alten Volksparteien – und ich rede nicht nur von der CDU/CSU – die engagierte Jugend und auch reformwillige Bürger nur noch abschrecken.

Wer sich engagieren will, geht zu den Grünen. Und diejenigen, die Stammtischparolen gegen Ausländer, EU und Merkel nachbeten, machen ihr Kreuz bei Wahlen – so sie denn hingehen – an anderer Stelle. Das ist die bittere Wahrheit für CDU/CSU und wohl auch SPD. Und Antworten sind angesichts des Beharrungswillens der Parteinomenklatura und der jetzigen Strukturen nicht in Sicht. Dabei brauchen wir dringender denn je gerade auch in den Parteien Reformen, eine Akzeptanz neuer Diskussionskanäle und -formen, die Eier in der Hose und den Pferdeschwanz, kurz eine Aufbruchstimmung, um den anstehenden Herausforderungen durch rechte Populisten wie auch den ökologischen und wirtschaftlichen Herausforderungen gerecht zu werden. Mit weiter so werden die Volksparteien nicht überleben. Sie müssen sich ändern, wenn sie bestehen wollen.

(Stefan Pfeiffer)

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