Sprachassistenten: Das trojanische Pferd in der eigenen Wohnung

Paul Miller formuliert es sehr prägnant und man muss es sich immer wieder vor Augen führen:

It’s no secret that voice assistants are a Trojan horse. You “buy” a voice assistant like an Echo Dot or a Google Home, and you plug it in and give it your Wi-Fi password. But you don’t “own” it like you own a computer. The software is controlled entirely by Amazon or Google or some other company.

via Amazon owns my Echo; I’m just feeding it – The Verge

Und Alexa kann auf Fingerschnippen von Ihr-wisst-schon-wem ihr Verhalten ändern. Amazon kann komplett den Geschmack kontrollieren und wir lauschen und folgen bewusst – oder unbewusst. Das trojanische Pferd steht in unserer Wohnung und die neuen Meinungen kommen per Software-Update. Der Weg begann mit Apple, dem iPhone und App Store vor einigen Jahren. Wir haben Einfachheit und gute Bedienung gegen unsere Wahlfreiheit eingetauscht. Amazon geht auch diesen Weg:

Voice assistants are an opportunity for companies like Amazon, Google, and Apple to literally place a corporate representative inside your home.

via Amazon owns my Echo; I’m just feeding it – The Verge

Millers einzige Hoffnung ist eine ähnliche Entwicklung, wie wir sie mit Linux gesehen haben. Linux habe zwar nie den Personal Computer, den Desktop dominiert, aber es habe Microsoft und Apple zu mehr Offenheit gezwungen. macOS basiere auf Unix, Linux laufe innerhalb von Windows 10. Beide Unternehmen müssten mit Linux interagieren und sogar Software beisteuern, um relevant zu bleiben. Die derzeit einzig relevante Alternative im Markt für Sprachassistenten sei derzeit ein Open Source-Projekt namens Mycroft, nicht komplett, aber zumindest ein Beginn, so Miller.

Was mir im Artikel von Miller fehlt, ist der Bezug zu Datentransparenz und Datenschutz-Chartas und Bekenntnissen, wie sie IBM – zugegebenermaßen im geschäftlichen Umfeld – oder die neue Charta of Trust rund um Siemens, Airbus, Daimler, Allianz, IBM, NXP, Deutsche Telekom und SGS. Diese Initiativen und Zusicherungen sollten nicht vernachlässigt werden.

(Stefan Pfeiffer)

3 Kommentare zu „Sprachassistenten: Das trojanische Pferd in der eigenen Wohnung

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