DSGVO: Datenschutz aufweichen? Nein, auf transparenten, für alle verständlichen Umgang mit Daten hinwirken!

Datenschutz und der offensive Umgang, die Transparenz, wie mit Daten der Anwender umgegangen wird, kann ein Wettbewerbsvorteil sein. Hierzu sind Regularien wie die Datenschutzgrundverordnung notwendig, wichtig, unverzichtbar. Das ist der richtige Weg, wohl wissentlich, dass natürlich immer wieder nachgebessert werden muss. So habe ich meinen aktuellen CMOKurator vom morgigen 2. Oktober 2019 beendet.

Dieser Absatz ist nach einem Artikel des Handelsblatts und einer heftigen Diskussion mit Gunnar Sohn auf Twitter entstanden, denn es scheint so, als ob die CDU die entsprechenden Gesetze unter dem Feigenblatt einer schnelleren Digitalisierung aufweichen will.

Also erhöhte Obacht: Wer aber jetzt bereits zum Zurückrudern auffordert, wie es die CDU in ihrem Beschluss des Bundesvorstandes der CDU Deutschlands vom  30. September 2019 „Digitalcharta Innovationsplattform: D“ tut, hat die Zeichen der Zeit nicht wirklich verstanden:

„…, indem jeder Einzelne dazu befähigt wird, sich sicher und eigenverantwortlich in der digitalen Welt bewegen zu können. Dies umfasst Eigenverantwortung bei der IT-Sicherheit und beim Umgang mit Daten und die Ermöglichung von Datensouveränität. Eine Datenschutzpolitik, die wie bei der DSGVO übertrieben in die Lebenswirklichkeit und den Alltag der Bürgerinnen und Bürger eingreift, entspricht nicht diesem Anspruch.“

zitiert nach: Digitalcharta Innovationsplattform: D Verteilte Systeme und offene Schnittstellen für die digitale Zukunft Beschluss des Bundesvorstandes der CDU Deutschlands vom 30. September 2019

Hier wird wirtschafts- und lobbykonform nach der kurzen Zeit, in denen die DSGVO in Kraft ist, mal zurückgerudert, statt endlich auf Transparenz und Verständlichkeit zu dringen und genau dafür zu sorgen. In der heutigen Welt ist der normale Bürger aufgrund undurchsichtiger Datenschutzerklärungen eben nicht in der Lage auf sich selbst aufzupassen. Erst wenn auch der normale Bürger die Datenschutzerklärungen und -regeln verstehen kann, ist eine Lockerung angebracht. Datensouveränität geht nur, wenn die normalen Bürger:innen erklärt bekommen und auch verstehen, was wer mit ihren Daten macht. Datensouveränität ist eben nicht, mal die bekannten Kraken – und nicht nur die – machen und Daten kommerziell nutzen, gar missbrauchen lassen.

Datensparsamkeit in diesem Zusammenhang dann gar fast als Schimpfwort zu verwenden, ist paradox. Daten sollten solange sparsam freigegeben werden, solange deren Verwendung nicht klar und verständlich dokumentiert wird. Jeder intransparente Umgang mit Daten sollte angeprangert, auch der von der Schufa, lieber Gunnar Sohn.

Und die Aussage bezüglich Wettbewerbsnachteilen ist, wie sich an vielen Stellen zeigt, nicht haltbar. Ein transparenter Umgang mit Daten und Regularien wie die DSGVO können sogar zu besseren Daten bei den Marketers, Webseitenbetreibern, „der Wirtschaft“ führen und Digitalisierung progressiv fördern. Das sollten die Damen und Herren von der CDU mal bedenken. Diese Fragen sind sicher Thema beim heutigen #9vor9. Gunnar Sohn ist ganz offensichtlich auf CDU-Parteilinie!

Und hier einige Tweets vom gestrigen Abend (30. September 2019)


NACHTRAG 1: Hier unser #9vor9 leider mit Bild- und Tonproblemen. Bei Gunnar ging es gar nicht und mein neuer Rechner war noch nicht sauber für ECamm und Skype konfiguriert. Trotzdem hier mal der Link zu unserem Gespräch. Vielleicht wiederholen wir es einfach heute Abend um #9vor9? Aber nein, Lars soll mal Geburtstag feiern und nicht mit uns dumm babbeln.

NACHTRAG 2: heise online kommentiert wie folgt:

Mit dem Papier greifen die Konservativen Kritik aus der Industrie an der DSGVO auf. Datenschützern gilt das vage Konzept der Datensouveränität dagegen als Kampfbegriff der datengetriebenen Wirtschaft. Sie betonen, dass Datensparsamkeit nicht mit Datenarmut verwechselt werden dürfe.

über Digitaloffensive: CDU will das Prinzip Datensparsamkeit endgültig entsorgen | heise online

(Stefan Pfeiffer)

 Bild von Andreas Breitling auf Pixabay

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