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Nach den letzten Berichten Fass übergelaufen: Zum Jahresende Schluss mit WhatsApp, Instagram und Facebook

Dies ist die aktualisierte und korrigierte Version meines geplanten Beitrags Zum Jahresende Schluss mit WhatsApp, aber nicht mit Facebook. Die durchgestrichenen Passagen sind der ursprüngliche Text. Meine Idee und Entscheidung war, dass ich WhatsApp von meinen Geräten lösche, Facebook aber noch nutze, weil ich dort viele Freunde finde und ich für meine Blogbeiträge Reichweite erzielen sowie Diskussionen anstoßen kann. Die aktuellen Recherchen und Berichte der New York Times haben das Fass zum Überlaufen gebracht und ich werde (endlich) konsequent sein und auch Facebook zum Jahresende verlassen.

Zum Jahresende ist für mich Schluss mit WhatsApp als mein dominierender Messenger. Wer mich künftig erreichen will, kann das über SMS/iMessage, Signal oder altbacken per E-Mail oder Telefonanruf tun. Ich habe mich zu diesem Schritt als eine Art Kompromiss entschieden. Facebook dominiert mit seinem sozialen Netzwerk den dortigen Markt, mit FaceBook Messenger und WhatsApp den Messenger-Markt und auch Instagram spielt ja unterdessen keine unwesentliche Rolle im Markt.

WhatsApp ist das Werkzeug, auf das ich am besten verzichten kann, denn ich habe Alternativen. Mit Apple-Besitzern kann ich beispielweise per iMessage chatten. Und ich möchte auch ein Signal für SIGNAL setzen. Signal ist – so wie ich es wahrnehme – sozusagen der Firefox, die neutrale Schweiz für Messenger, ein Open Source-Projekt, dass mit End-To-End-Verschlüsselung auch entsprechende Sicherheit bietet. Michael Spehr hat in der FAZ dazu und zu WhatsApp/Facebook einen lesenswerten Beitrag geschrieben.

KompromissDann doch konsequent: Kein WhatsApp mehr, noch und auch Schluss mit Facebook

Echte Alternativen zu Facebook gibt es nicht: Konkurrenz-produkten fehlt schlicht
die Nutzerzahl, um als soziales Netzwerk attraktiv zu sein. Wer sich der Datenkrake ganz entziehen will, dem bleibt nur, zu verzichten.

über Es gibt wohl keine echte Alternative zu Facebook | BR.de

Ich schließe einen Kompromiss. Manche mögen ihn faul nennen. Facebook nutze ich erst einmal weiter. Ich habe es ja schon einmal Anfang des Jahres erläutert. Zwei Gründe dafür: Ich pflege bisher Kontakt zu Freunden rund um den Globus und die traurige oder bittere Wahrheit ist nun einmal noch immer, dass die meisten Bekannten und Freunde auf Facebook sind und man am meisten über das jeweilige soziale Leben mit bekommt (wenn die Freunde dort auch Privates posten). Ich hoffe, dass das nicht abreisst, auch wenn ich mich jetzt von Facebook verabschieden werde. Es gibt derzeit wohl keine wirkliche Alternative als soziales Netzwerk. Also werde ich versuchen, über andere Kanäle in Kontakt zu bleiben und am jeweiligen Leben teil zu haben.  Der soziale Austausch, die Teilhabe und auch durchaus die Blödelei untereinander sind ein Grund, noch dort zu bleiben. Unter diesem Aspekt gibt es meiner Wahrnehmung nach noch keine Alternative zu Facebook.

Doch diesen sozialen Aspekt könnte ich vielleicht noch durch andere Kanäle zu kompensieren versuchen. Scheinbar nicht zu kompensieren scheint die Rolle von Facebook als Interaktionsmaschine und -plattform zu sein. Ich bin auf Facebook, um Inhalte zu teilen und zu verteilen, diese bekannt zu machen und so Reichweite zu erzielen. Das waren immer auch mal Inhalte und Angebote meines Arbeitgebers IBM, doch habe ich immer versucht, das in einem verträglichen Maße zu halten. Verträglich für meine „Freunde“ auf Facebook und auch verträglich für mich selbst. Ich will mir immer noch in die Augen schauen können. Und wir haben natürlich auch die CIOKurator-Seite, die immer mal wieder mit Inhalten gefüttert werden musste.

Stefan_Pfeiffer

Dann mal Schluss nach knapp über 10 Jahren …

Die traurige Wahrheit ist, dass nach allen Erfahrungen der vergangenen Monate Facebook die Interaktionsmaschine und -Plattform ist. Dort wird kommentiert und geteilt und man erzielt Reichweite. Diese Diskussion und Verbreitung werde ich nun über andere Kanäle zu erreichen versuchen. Sollte der CIO Kurator weiter existieren, so werden andere die Präsenz auf Facebook pflegen müssen.

Instagram – die dritte Säule im Facebook-Imperium – spielt für mich noch keine große Rolle, also auch kein großer Verlust. So lebe ich erst einmal mit einem zugegebenermaßen flauen Gefühl noch auf Facebook, bald aber ohne WhatsApp. Schluss also mit allen drei Produkten des Facebook-Imperiums. Der nächste Schritt gegen die Monopole, nachdem ich meine Käufe bei Amazon dramatisch reduziert habe und wo immer möglich auf Google und Microsoft verzichte. Auch da ist noch Platz, konsequenter zu sein und vielleicht gehe ich das in 2019 an.

Geschätzte Kollegen und Freunde sind waren schon vorher konsequenter

Andere geschätzte „Kollegen und Freunde“ wie Thomas Cloer, Volker Weber oder Sascha Pallenberg – um nur einige zu nennen – sind da konsequenter:

https://twitter.com/vowe/status/1030541507735027713

Und noch ein Sehtipp – das Video ist bis 1. März verfügbar – von Sascha Pallenberg:

Ibrahim Evsan kommentierte noch im März 2018 anläßlich des Cambridge Analytcis-Datenskandals eher skeptisch:

Zumindest stagnieren die Nutzer-/Nutzungszahlen. Doch die Massenflucht von Facebook findet nicht statt …

Viel zu groß ist Facebook bereits, als dass ein Markt-Neuling dagegen eine Chance haben könnte. Die Sogwirkung eines in der Regel mehrere Hundert Kontakte umfassenden Freundesnetzwerks ist zu groß, als dass man sich einfach daraus lösen will; Denn vor dieser Entscheidung steht jeder Einzelne allein.

über Daten-Skandal: Wechsel zur Konkurrenz? Es gibt wohl keine echte Alternative zu Facebook | BR24 | BR.de

… trotz Misstrauens:

Wer sich über die Skandale und Vorkommnisse der vergangenen Monate informieren will, kann dies hier auf heise tun.


Hier eine (englischsprachige) Anweisung, wie man sein Facebook-Konto suspendieren oder komplett löschen kann:


Anhang – Kommentare auf Facebook zum angekündigten Ausstieg

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(Stefan Pfeiffer)

Filed under: Datenschutz & Datensicherheit, Soziale Medien & "das Netz"

About the Author

Veröffentlicht von

Stefan Pfeiffer ist seit 2007 bei der IBM in verschiedenen Marketingpositionen tätig. Nie hat den gelernten Journalisten seine Leidenschaft für das Schreiben verlassen, die er vor allem in seinem persönlichen Blog StefanPfeiffer.Blog (ehemals DigitalNaiv) auslebt. Daneben ist er immer mehr als Moderator von Livevideostreams - #9vor9 - Die Digitalthemen der Woche - und Podcasts aktiv. Seine inhaltliche Leidenschaft im IT-Umfeld gilt dem Digital Workplace und generell der digitalen Transformatiom. Auf Twitter ist er als @DigitalNaiv „erreichbar“.

17 Comments

  1. Dann musst Du auch Deine Apple-Geräte über den Main schmeißen, bei Google aussteigen, den fünf großen Handelskonzernen die rote Karte zeigen wegen Leiharbeiter und Mini-Job-Ausbeutung, VW boykottieren, Audi, Mercedes, BMW (meine Recherchen zum Unterlaufen des Mindestlohns lesen), Nestle-Produkte meiden (wenn man weiß, wo Nestle überall drin steckt) und, und, und. Vor fünf Jahren hat das Michael Seemann auf den Punkt gebracht: Wir predigen, Blogs auf selbst gehosteten Webspaces laufen zu lassen, weil das mal eine gute Idee war, als wir 2005 das Netz für uns entdeckten. Das Ganze werde getragen von einem Glauben an einen metaphysischen Durchsetzungswillen offener Strukturen.

    Mit dieser Empfehlung, die auch dem WDR-Moderator Jürgen Domian nach der Löschung seiner papstkritischen Verlautbarungen auf Facebook vor einigen Jahren an den Kopf geknallt wurden, wandert man in ein digitales Exil und fristet sein Dasein in der Bedeutungslosigkeit einer netzpolitischen Filterblase. Das Credo „Zurück zur eigenen Infrastruktur“ ist eher Ausdruck der Ignoranz. Genauso wie die juristische Haarspalterei, ob es überhaupt Facebook-Zensur geben könne oder nicht, weil angeblich Zensur nur vom Staat ausgeht. „Facebook ist die derzeit wichtigste digitale Öffentlichkeit und deswegen ist es eben doch ein Eingriff in die Meinungsfreiheit, wenn Facebook bestimmen darf, was gesagt werden darf und was nicht“, meinte Seemann. https://ichsagmal.com/…/man-muesse-gegenueber-facebook…/

  2. Pingback: Facebook vertraut man am wenigsten, aber was ist bitte mit Amazon, Google & Co? – StefanPfeiffer.Blog

  3. Pingback: Tweets: Social Heisenberg oder Tweets allein für sich stehend und gleichzeitig Teil einer Diskussion | @SaschaLobo – StefanPfeiffer.Blog

  4. Pingback: Wir liberalen Demokraten dürfen den Radikalen nicht den wichtigsten Debattenort unserer Zeit überlassen: das Social Web (frei nach Thomas Knüwer) – StefanPfeiffer.Blog

  5. Pingback: Nach dem „Hackerangriff“ einige Beiträge kommentiert und kuratiert: Hundertprozentige Privatsphäre gibt es nicht, aber wir müssen mehr tun – StefanPfeiffer.Blog

  6. Pingback: Entscheid des Kartellamts gegen Facebook schützt nicht vor Bequemlichkeit, Schlampigkeit und Unwissen – StefanPfeiffer.Blog

  7. Pingback: Das Thema Wein im Netz: Influencer Marketing auf Facebook und Instagram – StefanPfeiffer.Blog

  8. Pingback: Social Media & Marketing: Facebook – das Netzwerk bröckelt und der Konzern wächst mit Instagram – Video auf dem Vormarsch – StefanPfeiffer.Blog

  9. Pingback: #CMOKurator: Martech-Ausgaben in 2020, Feigenblatt Social Media, Influencer auf absteigendem Ast und Anzeigen auf WhatsApp – StefanPfeiffer.Blog

  10. Pingback: Kann man als Marke überhaupt auf Facebook und TikTok verzichten? – StefanPfeiffer.Blog

  11. Pingback: Neues Datenleck, Facebook-OS geplant und die Frage, ob Facebook mit einer Kneipe verglichen werden kann – Berichte und Tweets der vergangenen Tage zu #Facebook kuratiert – StefanPfeiffer.Blog

  12. Pingback: Lesezeichen: Welche genutzten Apps und Websites teilen wie häufig Daten mit Facebook? | Der Spiegel – StefanPfeiffer.Blog

  13. Pingback: In eigener Sache: Digitale Naive Notizen als Seite auf Facebook – StefanPfeiffer.Blog

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